Dok.-Nr.: 2000383

DATEV Redaktion LEXinform

Pressemitteilung vom 14.11.2017

Schwacke Newsletter November 2017


Restwert-Entwicklung und Standzeiten 10/2017 - Gebremst in den Spätherbst

Die beiden Hauptindikatoren im Gebrauchtwagengeschäft lassen eine leichte Verschlechterung erkennen. Die Restwerte gehen zurück, die Standtage steigen.

Zum zweiten Mal in Folge gehen die zuletzt stets gestiegenen Gebrauchtwagenwerte zurück. Insgesamt sinkt der Indikator auf einen Durchschnittswert von 56,2 Prozent des ehemaligen Listenneupreises für dreijährige Gebrauchte, Oberklasse-Modelle sinken sogar erstmals seit zwei Jahren wieder unter die 50-Prozent-Marke. Einzig bei den großen Vans und den Luxus-SUV sind steigende Restwerte zu beobachten.

Der vergleichsweise starke Anstieg bei den Großraumlimousinen bringt dieses Fahrzeugsegment auch im Langfristvergleich der Restwertentwicklung an die Tabellenspitze. In den vergangenen zwei Jahren entwickelte sich dieses Segment deutlich stärker als der Durchschnitt, von 55,9 auf 61,1 Prozent - eine Steigerung um 9,3 Prozent. Allerdings spielt hier auch eine Erneuerung der Modelle eine gewichtige Rolle: Da es sich bei den Großraumlimousinen um eine ohnehin nicht besonders umfangreiche Modellpalette handelt, wirkt sich eine Erneuerung umso stärker aus. Mit deutlichem Abstand folgen Sportwagen (+6,8 Prozent) und große SUV (+6,0 Prozent) auf den Rängen zwei und drei. Insgesamt konnten lediglich vier Segmente mindestens so stark wie der Marktdurchschnitt wachsen. Verloren haben dagegen drei Fahrzeugklassen: SUV Small, Mini- und obere Mittelklasse.


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Standtage im Überblick

Die Tage werden kürzer, die Standzeiten länger: Zum Jahresende steigen die Wartezeiten für Gebrauchtwagenhändler wieder leicht, nachdem im Vormonat noch Verbesserungen zu verzeichnen waren. So liegen die Standtage für den Gesamtmarkt betrachtet aktuell bei 103 Tagen, ein Tag mehr als im Vormonat, drei mehr als im vergangenen Jahr. Dabei sind nicht alle Segmente unter den Verlierern. Große Vans, in diesem Monat auch bei den Restwerten vorne, verbessern sich um einen Tag, bei den Sportwagen beschleunigt sich die Verkaufsdauer sogar um zwei Tage. Überdurchschnittlich verschlechtert hat sich die Lage bei den großen SUV, hier legten die Standtage binnen eines Monats von 105 auf 107 zu. Zweistellig bleibt es in lediglich zwei Segmenten: Kleinwagen lassen sich durchschnittlich binnen 94 Tagen verkaufen, bei den Kompaktvans dauert die Suche nach einem Käufer im Durchschnitt 97 Tage. Alle anderen Fahrzeugklassen liegen bei - zum Teil deutlich - mehr als 100 Tagen.


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Segment-Entwicklung 11/2017 - SchwackeBlickpunkt: Kompakt-SUV

Die „Golfklasse“ bei den SUV ist aktuell bei den Käufern heißbegehrt. Wie sich die Restwerte der kompakten SUV rund um den Marktführer VW Tiguan entwickeln, hat Schwacke analysiert.

Zwar ist in der Automobilbranche derzeit ein großer Run auf neue Modelle bei den Sub-Kompakt-SUV zu verzeichnen, doch die wahren Stückzahlenkönige sind eine Klasse höher angesiedelt und gehören teils zu den Top 10 der meistverkauften SUV in Deutschland. Und auch hier wird kräftig weiterentwickelt, etliche Modelle sind erst seit wenigen Monaten ganz neu oder von Grund auf modernisiert auf dem Markt. So zeigen beispielsweise die Importmodelle Seat Ateca und Skoda Karoq, dass für neue Player durchaus noch Platz in diesem Marktsegment ist. Und Opel als deutscher Hersteller geht gerade mit dem Grandland X auf Verfolgungsjagd, der in seinem zweiten Verkaufsmonat bereits etliche Mitbewerber hinter sich gelassen hat.


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Gerade im VW-Markenverbund sind dabei die besonders wertbeständigen Modelle zu finden, haben die Marktspezialisten von Schwacke berechnet. So wird der Seat Ateca als dreijähriger Gebrauchtwagen noch einen Restwert von 63,1 Prozent aufweisen, Spitzenwert im Segment. Mit 0,1 Prozentpunkten Abstand folgt nur ganz knapp dahinter der Skoda Karoq. Das meistverkaufte SUV Deutschlands, der 2016 in der zweiten Generation vorgestellte VW Tiguan, landet auf dem vierten Platz. Dazwischen hat sich Mazda mit dem neuen CX-5 gedrängelt, der für die Japaner auch bei den Neuzulassungszahlen ein echter Coup ist, er verkauft sich ausgezeichnet. Die Schlusslichter der Tabelle sind ebenfalls Konzernkollegen: Nissan Qashqai und Renault Kadjar weisen den höchsten Wertverlust auf.

Schwacke Newcomer November 2017

Neue Modelle im Forecast - Kleine und mittlere SUVs bekommen Zuwachs - Hersteller erweitern weiter ihre Modellpaletten

Im November haben wir wieder für eine Reihe von interessanten Fahrzeugneuerscheinungen die ersten Restwertprognosen in unsere Datenbank aufgenommen:

Die Oktober-Neuzugänge an kleinen und mittleren SUVs erhalten auch im November weitere Gesellschaft von Modellen, die ihren Herstellern potenziellen Volumenzuwachs in Aussicht stellen. Seat und Volvo runden mit Arona und XC40 ihre Paletten nach unten ab und VW forciert nun seinen modellseitigen Neuaufbau im volumenträchtigen Segment. Ganz anders dagegen das vermutlich älteste „Crossover“-Segment der Branche, die Gran Turismos, also reise- und alltagstaugliche Sportwagen. Hier sind neue Modelle eher rar gesät, wie beispielsweise der nun bei uns neu aufgenommene BMW 6er GT. Das liegt sicher nicht zuletzt an den geringen und tendenziell sinkenden Stückzahlen der vergangenen Jahre. Mit der neuen Einordnung in die 6er-Reihe vollzieht BMW hier einen wichtigen Schritt in Richtung Aufwertung. Wichtig, angesichts der ebenfalls bald folgenden Wettbewerber Audi A7 und Mercedes CLS und wohl auch mit einem Seitenblick auf den Erfolg des Panamera, auch wenn sich dieser eher am oberen Rand des Segments bewegt. Eine vergleichsweise umfangreiche Basis-Serienausstattung wird für attraktive und wertstabile Gebrauchtwagen sorgen. Bauartbedingt wird er aber restwerttechnisch auf Basis unserer derzeitigen Prognosen eher hinter SUVs und verwandten Crossovern liegen.


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Restwertanpassung über alle Antriebsarten

Gebrauchte mit hoher Laufleistung stärker unter Druck

Restwertanpassung betrifft sowohl Diesel wie auch Benziner

Ab November in allen Schwacke-Datensystemen

Seit sechzig Jahren beobachten wir als unabhängiger Marktbeobachter den automobilen Markt und bilden das Marktgeschehen in unseren Restwerten stetig ab. In dieser Zeit hat sich der Markt stark verändert und wird es auch zukünftig - wenn nicht noch stärker - tun. Diese Veränderungen führen natürlich auch zu sich kontinuierlich verändernden Restwerten bei den verschiedenen Fahrzeugtypen. Aber auch für alle Fahrzeuge gleichermaßen gültige Veränderungen oder Trends müssen berücksichtigt werden, um unseren Kunden die bekannte Schwacke-Qualität liefern zu können.

Eine dieser allgemeingültigen Veränderungen nimmt zunehmend Einfluss auf die Marktpreise gebrauchter Fahrzeuge. Und natürlich werden auch wir diese Veränderungen in unseren Werten reflektieren. Konkret stellen wir derzeit fest, dass die Preise von Fahrzeugen mit relativ hohen Laufleistungen nachgeben. Dies führt dazu, dass wir unsere Restwerte dieser Fahrzeuge gleichermaßen per November anpassen werden. Diese Anpassung wird je nach Segment, Alter und Laufleistung unterschiedlich stark ausfallen. Allen gemein ist aber die höchstmögliche Genauigkeit in Bezug auf das aktuelle Marktgeschehen.

Unsere Anpassung ist dabei nicht nur auf Diesel-Fahrzeuge beschränkt, sondern gilt gleichermaßen für Benziner. „Wie so oft lohnt es sich bei den Restwerten genau hinzusehen. Einzig und allein den Diesel schlecht zu reden wäre zu einfach. Darum analysieren wir auf Basis unseres umfassenden Datenbestandes deutlich tiefer als es anderen möglich ist. Nur so sind fundierte Aussagen zu treffen und Maßnahmen umzusetzen.“ fügt Thorsten Barg, Geschäftsführer Schwacke hinzu.

Schwacke MarkenMonitor 2017: Händlerzufriedenheit auf Rekordniveau

SchwackeMarkenMonitor

Untersuchung zum Verhältnis zwischen Handel und Herstellern

Trotz schwierigem Umfeld gesteigerte Werte

Mercedes als Gesamtsieger, Importeure stark

Maintal. Zum 20. Mal wurde in diesem Jahr die Studie SchwackeMarkenMonitor durchgeführt. Das wissenschaftlich geleitete Projekt im Auftrag von Schwacke untersucht das Verhältnis zwischen dem Markenhandel und den Automobilherstellern und -importeuren. Auf der Grundlage von rund 1.000 Telefoninterviews mit Entscheidern aus Autohäusern aller Marken nimmt die Studie aktuelle Beziehungsfelder unter die Lupe und erkundet Optimierungsansätze. Die Aufteilung der Untersuchungsaufgaben auf verschiedene Projektpartner gewährleistet dabei ein Höchstmaß an Transparenz und Objektivität.

Mit einem Schulnotensystem von 1 bis 6 konnten die befragten Händler dabei in einer Vielzahl abgefragter Themenfelder die Zufriedenheit mit ihren Marken bewerten, die Auswertung erfolgte auch in diesem Jahr wieder durch das Geislinger Institut für Automobilwirtschaft unter Leitung von Prof. Dr. Stefan Reindl.

Schwieriges Marktumfeld

Der SchwackeMarkenMonitor 2017 zeigt trotz eines schwierigen Marktumfelds, Stichwort Dieseldebatte, dass die Händler Geschäftsentwicklung und Markenzusammenarbeit besser beurteilen als je zuvor, der Wert für die Gesamtzufriedenheit stieg auf ein Rekordniveau. Dazu hat nicht nur das weitere Wachstum bei den Neuwagenzulassungen, sondern auch ein durch gute Werte des Vorjahres weitgehend stabiles Gebrauchtwagengeschäft beigetragen.

Die im Zeitraum vom 23. Mai bis 07. August 2017 erhobenen Werte zur Händlerzufriedenheit sind vor dem Hintergrund dieser betriebswirtschaftlichen Situation zu reflektieren. Sie zeigen, dass der aktuelle Händlerzufriedenheitswert mit der Durchschnittsnote von 2,56 zwar nur geringfügig über dem Vorjahreswert (2,62) liegt. Diese Veränderung reicht aber aus, um alle ermittelten SchwackeMarkenMonitor-Werte seit 1998 zu übertreffen. Die Zufriedenheit der Händler mit der Umsatzrendite legt in diesem Jahr sogar um rund 0,2 Notenpunkte auf 2,75 zu.

Hinsichtlich der relevanten Beziehungsfelder steigern sich im Vorjahresvergleich die Durchschnittswerte vor allem bei der Zufriedenheit mit der „Vertriebspolitik“ (+0,14) sowie hinsichtlich des Bereichs „Netzpolitik und allgemeine Zusammenarbeit“ (+0,10). Hierzu erklärt Prof. Dr. Reindl: „Die Steigerung in diesen Bereichen ist ein Beleg dafür, dass die Bemühungen zu professionelleren und integrierten Prozessen in der Neuwagenvermarktung sowie zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit der Handelsorganisation einiger Hersteller- und Importeursorganisationen von den Vertragshändlern positiv aufgefasst werden“. In den Beziehungsfeldern „Produkt und Marke“ (-0,05) sowie „Aftersales“ (-0,03) zeigten die Vertragspartner geringfügige Rückgänge der Zufriedenheit im Vergleich zum Vorjahr, so Reindl weiter.

Mercedes mit starkem Zuwachs

Bei der Gesamtbeurteilung schnitt Mercedes-Benz in diesem Jahr als insgesamt beste Marke ab. Mit einer Durchschnittsnote von 1,94 konnten sich die Stuttgarter im Vergleich zum Vorjahr stark verbessern und verwiesen außerdem bei den Premium-Anbietern BMW (2,32) sowie Audi (2,46) klar auf die Ränge. Die Führung bei den Volumenherstellern eroberte in diesem Jahr Ford (2,54) von Vorjahressieger VW (2,57). Unter den Importmarken machte Toyota den größten Sprung. Der japanische Hersteller verbesserte sich mit einer Durchschnittsnote von 2,25 um zwei Ränge auf den ersten Platz bei den großen Importmarken, mit deutlichem Abstand vor der zweitplatzierten Marke Skoda. Bei den kleineren Importeuren gelang Volvo der Sieg, bei den Nischenfabrikaten war Porsche erfolgreich und als „Nachhaltigkeitssieger“ wurde Mitsubishi ermittelt. Die Kategorie „Nachhaltigkeit“ belohnt neben einem guten Ergebnis zudem eine stetige Verbesserung über die vergangenen Jahre.

Neben der Ermittlung der Händlerzufriedenheit in verschiedensten Aspekten ermittelt die Studie SchwackeMarkenMonitor auch ausführlich die Wünsche der Vertriebspartner im Hinblick auf Verbesserungspotential in den Händler-Hersteller-Beziehungen. Der Ausweis der Top Handlungsfelder zu den wesentlichen Stellhebeln belegen, dass erneut der stärkere Einbezug der Händler bei vertriebsseitigen Entscheidungen gefordert wird. Zwar hat sich dieses Handlungsfeld am Ende der Tabelle positioniert. Dagegen finden sich auf den oberen Rängen marketinglastige Themen wie die Unterstützung im Handelsmarketing und bei der Kundenbindung. So wünschen sich beispielsweise vor allem die Händler kleinerer Importmarken Maßnahmen zur Verbesserung des Markenimages, generell wird mehr Engagement seitens der Hersteller im Bereich Handelsmarketing und Kundenbindung gefordert.

Verbesserungspotential wird ermittelt

Den zweiten Rang der Handlungsfelder nimmt in diesem Jahr „die Unterstützung bei der Digitalisierung“ des Point of Sale ein - ein Themenkomplex, der in der Branche teils kontrovers diskutiert wird. Der dritte Rang ist schließlich der Qualität und dem Umfang von Schulungen gewidmet, denn Mitarbeitertrainings gelten als verhältnismäßig kostenintensiv. „Die Analysen zeigen aber auch, dass die Absicherung der betriebswirtschaftlichen Tragfähigkeit, die viele Händler auf Basis der geforderten Vertriebs- und Servicestandards und heute etablierten Margensysteme gefährdet sehen, stärker in das Blickfeld der Vertriebsverantwortlichen rücken muss“, so Prof. Dr. Reindl vom Institut für Automobilwirtschaft. Der vierte Rang der Top Handlungsfelder belegt dies eindrücklich - nämlich, dass der Druck auf das Werkstattgeschäft steigt. Vor diesem Hintergrund drängen die Händler über alle Marken hinweg darauf, das Servicegeschäft als betriebswirtschaftliche Tragsäule langfristig abzusichern.

Für Schwacke als Auftraggeber belegen die Ergebnisse eine insgesamt kontinuierliche Verbesserung in den Geschäftsbeziehungen zwischen Handel und Herstellern/Importeuren, die auch durch die Untersuchungen zum SchwackeMarkenMonitor angestoßen wurden. „Der SchwackeMarkenMonitor hat als neutrale und objektive Analyse eine hohe Relevanz für die Branche. Verbesserungen in einzelnen Bereichen belegen den positiven Einfluss der Studie auf professionellere, integrierte Prozesse“, erklärt Thorsten Barg, Geschäftsführer von Schwacke.

Abbildungen zur Pressemeldung:

Entwicklung Gesamt- und Rendite-Zufriedenheit 2001 - 2017


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Zufriedenheit in den Beziehungsfeldern


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Gesamtübersicht zu den strategischen Gruppen 2017


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Redaktionelle Hinweise:

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Quelle: EurotaxSchwacke (Auszug aus dem Schwacke Newsletter)

Schlagwörter:

KFZ-Bewertung, PKW-Bewertung, Automietpreise, Neuwagen, Gebrauchtwagen, Restwert, Nutzungsausfall


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