Dok.-Nr.: 2000383

DATEV Redaktion LEXinform

Pressemitteilung vom 15.09.2016

Schwacke: Neuwagen-Zulassungen und Prognose - Keine Sommerpause


Neuwagen-Zulassungen und Prognose - Keine Sommerpause

Mit einem überraschend starken Zuwachs im August kann sich die Branche vom Vormonat erholen.

Die rückläufigen Zahlen aus dem Juli haben keinen Trend ausgelöst. Stattdessen holten die Fahrzeughersteller das Minus im August wieder auf. Acht Prozent Zuwachs im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnete das KBA bei den Neuzulassungen, was im bisherigen Jahresverlauf ein beruhigendes Polster für den Rest des Jahres schafft: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum liegt die Steigerung nun bei +5,7 Prozent. Die 245.076 Neuzulassungen (Januar bis August: 2.257.781) haben noch eine weitere erfreuliche Nebenerscheinung. Denn der Anteil privater Käufer stieg um +18,7% so stark wie lange nicht. Dennoch überwiegt weiterhin der gewerbliche Anteil bei den Neuzulassungen, im August lag er bei 61,9 Prozent.


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Deutlich zweistellige Zuwachsraten verzeichneten Mercedes, Mini, Porsche und VW, bei Smart, BMW und Opel waren die Zulassungszahlen jedoch rückläufig. Die erhebliche Absatzsteigerung bei VW hat dafür gesorgt, dass der Jahresdurchschnitt etwas aufpoliert wurde, von Januar bis August erreicht die Marke einen Verlust von nun nur noch -1,4 Prozent. Auf Importeurseite gibt Jaguar weiter die Pace vor, doch auch für die japanischen Importeure läuft es derzeit gut, sie liegen alle im Plus. In den Nischen gibt es aufgrund der geringen Stückzahlen naturgemäß die stärksten Ausschläge, dennoch sind die hohen Gewinne der Modelle von Alfa Romeo (+60%), Lexus (+60%) und Tesla (+31%) bemerkenswert. Der Elektro-Pionier aus den USA trug damit auch zur Steigerung bei den alternativen Antrieben bei: 84 Prozent Zuwachs für Hybridfahrzeuge (3.927 Pkw); acht Prozent mehr Elektroautos (895 Pkw) kamen im August auf die Straßen.

IHS-Prognose: PKW-Neuzulassungen in Deutschland*


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*(Datenquelle: IHS Global GmbH, http://www.ihs.com/)

Gebrauchtwagenmarkt im Juli

Im Hochsommer verloren Gebrauchtwagenkunden die Kauflust, die Zahlen gingen stark zurück.

Am Badewetter kann es kaum gelegen haben, denn der Juli glänzte bekanntlich eher mit ausdauerndem Nass von oben. Jedenfalls hielten sich die Käufer merklich zurück und bescherten den Händlern einen ruhigen Monat. Die Zahl der Besitzumschreibungen ging im Vergleich zum Vorjahresmonat erheblich nach unten, mit -8,9 Prozent Rückgang kann die Branche nicht zufrieden sein. 609.756 Besitzumschreibungen wurden im Juli verzeichnet. Damit waren die Wiederzulassungen (4.352.838 Pkw) im Vergleich zu den ersten sieben Monaten des Vorjahres um -0,2 Prozent rückläufig. Einen kleinen Trost gibt es für die Hersteller: Es traf nahezu alle gleich, die Kaufzurückhaltung war markenübergreifend. Kleine Felsen in der Brandung: Smart und Kia schafften als einzige Marken eine Steigerung - um vier beziehungsweise sechs Autos. Allerdings verloren einige Marken überproportional und damit auch Marktanteile, allen voran Fiat und Opel. Audi, Mercedes und VW hingegen verloren weniger als der Durchschnitt, konnten damit ihren Marktanteil ausbauen. So stieg er bei VW von 21,1 auf 21,5 Prozent.


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Betagte Fahrzeuge sind im aktuellen Handel kaum noch präsent. Das gilt ganz besonders für die Diesel. Eine nur noch verschwindend geringe Anzahl (2.798 Fahrzeuge) erfüllt lediglich die vor 15 Jahren eingeführte Euro-2-Norm. Eine Verjüngung des Bestands über die Kfz-Steuer, wie die weniger vom Fiskus belasteten Besitzer von Euro-2-Benzinern beweisen. Hier gab es im Juli mit über 30.000 Besitzumschreibungen immerhin elf Mal so viele Wiederzulassungen. Die Zahl der gehandelten Elektro-Gebrauchtwagen hat sich im Vergleich zum Vorjahres-Monat verdoppelt, wirklich relevant ist sie weiterhin nicht: 306 Pkw im Juli.

Restwert-Entwicklung und Standzeiten - Schnelle Geschäfte, steigende Werte

Zum Jahresendspurt tritt der Gebrauchtwagenmarkt mit gefestigten Eckdaten an. Die Preise steigen, die Standzeiten sinken.

Die positive Restwertentwicklung setzt sich fort. In einigen Segmenten scheint der Zenit erreicht, hier wird in den letzten Monaten eher um den Höchstwert gependelt als nennenswerte Bewegung erzielt. Insgesamt stieg der durchschnittliche Restwert eines dreijährigen Gebrauchten um 0,1 auf 56,2 Prozent. In der Zweijahresbetrachtung hat sich damit der Restwert um beachtliche 3,1 Prozentpunkte gesteigert. Getrieben wird dieser Zuwachs einmal mehr von den großen SUV, die mit einem Restwertzuwachs von sechs Prozent vorauseilen. Die nur marginale Verbesserung bei den Geländewagen als Tabellenschlusslicht darf dabei nicht täuschen - mit einem durchschnittlichen Restwert von 61,6 Prozent führen sie den Markt an, dicht gefolgt von den Kompakt- und den Luxus-SUV. Dementsprechend nähern sich die Restwerte der einzelnen Segmente weiter an, da sie zum Beispiel bei den Kleinstwagen oder in der Kompaktklasse schneller steigen als in den ohnehin bereits werthaltigen Klassen. Analysiert werden die Restwerte von Fahrzeugen mit 60.000 Kilometer Laufleistung und einem Alter von drei Jahren.


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Standtage im Überblick
Die Stagnation des vergangenen Monats hat sich nicht fortgesetzt, die Verkaufszeiten im Gebrauchtwagenmarkt haben sich wieder verkürzt. Aktuell müssen Händler durchschnittlich 97 Tage Geduld haben, bis sich ein Käufer findet, zwei Tage weniger als im vergangenen Monat. Allerdings sind die Standtage nicht in allen Klassen gesunken. So gab es in der oberen Mittelklasse und bei den Kleinwagen keine Bewegung, die Kleinstwagen stehen statistisch sogar einen Tag länger als im Vormonat. Die rote Laterne wird jedoch weitergereicht, mit einem Zuwachs der Standtage um vier auf 136 Tage sind es nun die Oberklasse-Pkw, die am längsten nach einem neuen Besitzer Ausschau halten. Demgegenüber beschleunigte sich die Verkaufsdauer bei den bisherigen Standuhr-Spitzenreitern um immerhin acht Tage. Was allerdings nichts an der innigen Beziehung zu ihren Händlern ändert: Auch nach der Beschleunigung dauert es immer noch durchschnittlich 131 Tage, um einen Sportwagenfan vom Kauf zu überzeugen.


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Segment-Entwicklung - SchwackeBlickpunkt: Kompakt-SUV II

Im zweiten Teil der Marktbeobachtung bei den Kompakt-SUV ermitteln wir die Restwertprognose der "volkstümlicheren" Varianten.

Nachdem im Vormonat die Premium-Vertreter in der Kompakt-SUV-Klasse unter die Lupe kamen, sind diesmal die erschwinglicheren Varianten an der Reihe. Zwar sind auch sie von der Kompaktklasse des Pkw-Segments etliche Zentimeter Außenlänge entfernt, entsprechen diesem aber eher als beispielsweise ein Porsche Macan. Bei den Verkaufszahlen ist der VW Tiguan seit Jahren unangefochtener König, doch in dieser Kategorie sind auch die Anbieter aus Fernost stark. So erzielt Mazda mit dem CX-5 Verkaufsrekorde, der Sportage hat der koreanischen Marke Kia zu einem großen Image- und Umsatzschub verholfen. Und mit dem Honda CR-V tritt das weltweit meistverkaufte SUV mit entsprechendem Selbstbewusstsein an.


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In der künftigen Restwertentwicklung nimmt der Mitsubishi Outlander die Rolle als Tabellenletzter ein, wobei es sich hier um ein in die Jahre gekommenes Modell handelt, denn schon seit 2007 wird der Outlander gebaut. Gerade startete die zweite Generation des VW Tiguan, die Schwacke-Analysten bescheinigen dem Marktführer einen überdurchschnittlichen Werterhalt, an den die nächstplatzierten Verfolger bei weitem nicht heranreichen. Bewertet wurden jeweils die Diesel-Motorisierungen der Modellreihen.

Wirtschafts-Prognose - Verbraucher zufrieden, Wirtschaft verunsichert

Im August driften die Empfindungen auseinander. Trotz des Brexits bei den Verbrauchern, wegen des Brexits bei den Unternehmen, so bewerten es die Marktforscher.

„Deutlich eingetrübt“ bezeichnet das ifo-Institut das Geschäftsklima im August und spricht von einem Sommerloch. Tatsächlich sank die Bewertung durch die Unternehmen ungewohnt stark um -2,1 auf 106,2 Punkte. Zurückzuführen ist das in erster Linie auf die Industrie. Dort sind nicht nur die aktuellen Geschäfte betroffen. Bei der Erwartung künftiger Aufträge fiel das Level unter den langfristigen Durchschnitt, der Auftragseingang war rückläufig. Am deutlichsten gab der Geschäftsklimaindex in der Chemie- und Elektroindustrie nach. Groß- und Einzelhändler reihen sich ein. Die Beurteilung des Tagesgeschäfts trübte sich leicht ein, die Skepsis gegenüber der künftigen Entwicklung stieg, in erster Linie im Nahrungs- und Genussmittelbereich. Um eine Branche zu entdecken, die eigentlich rundum zufrieden ist, muss man sich in Deutschland nur umsehen: Es wird gebaut. Viel. Entsprechend bleibt der Geschäftsklimaindex im Bauhauptgewerbe unverändert auf Rekordniveau.

Gute Laune haben offenbar auch die Verbraucher und ließen sich diese nicht dauerhaft vom Austritts-Votum der Briten verderben. Der Konsumklimaindex stieg im August von 10,0 auf 10,2 Zähler. Das liegt an der spürbar verbesserten Einkommenserwartung, die sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich erheblich gestiegen ist. Demzufolge geben sich die Deutschen weiterhin kauffreudig, bei der Anschaffungsneigung verzeichnet die Gesellschaft für Konsumforschung ebenfalls stark steigende Werte. Eintrübungen gibt es jedoch in der Vorausschau der Verbraucher. Die Wirtschaftsforscher stellen hier auch einen Zusammenhang zu den Terroranschlägen in Bayern her, der zum Rückgang für die Konjunkturerwartungen der Deutschen führte.

Datenquelle:
ifo Institut (http://www.cesifo-group.de)
GfK SE (http://www.gfk.com)

Sachverständigengutachten bestätigt Schwackeliste

Das Amtsgericht Frankfurt am Main spricht nach Einholung eines schriftlichen Sachverständigengutachtens über die Höhe der angemessenen Mietwagenkosten nach einem Verkehrsunfall offene Restforderungen zu - Urteil 30 C 1574/14 (47) vom 08.07.2016

Nach ständiger Rechtsprechung des BGH kann der sogenannte Normaltarif vom Tatrichter auf Basis des SchwackeListe Automietpreisspiegels als auch der Fraunhofer-Liste geschätzt werden. Da sich das Amtsgericht nicht in der Lage sah zu beurteilen, welche der Schätzgrundlagen in dem vorliegenden Fall geeignet ist, hat das Gericht über die Frage, ob die abgerechneten Mietwagenkosten im entsprechenden Postleitzahlgebiet üblich und angemessen waren, ein Sachverständigengutachten in Auftrag gegeben. In dem eingeholten Gutachten werden die abgerechneten Mietwagenkosten der Klägerin als angemessen angesehen. Zudem bestätigt der gerichtlich bestellte Sachverständige inzident auch die größere Aussagekraft des SchwackeListe Automietpreisspiegels, auf deren Anwendung auch die streitgegenständliche Mietwagenrechnung fußt.

Die Beklagtenseite konnte nicht darlegen, dass dem Unfallgeschädigten zum Anmietzeitpunkt ein anderer günstigerer Miettarif ohne weiteres zugänglich war. Bei dem eingereichten Internetangebot handelte es sich um einen abweichenden Anmietzeitpunkt und eine mögliche Verfügbarkeit des Angebotes bei offener Mietdauer war nicht ersichtlich.

Redaktionelle Hinweise:

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Quelle: EurotaxSchwacke (Auszug aus dem Schwacke Newsletter)

Schlagwörter:

KFZ-Bewertung, PKW-Bewertung, Automietpreise, Neuwagen, Gebrauchtwagen, Restwert, Nutzungsausfall


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