Dok.-Nr.: 2000383

DATEV Redaktion LEXinform

Pressemitteilung vom 13.06.2016

Schwacke: Neuwagen-Zulassungen und Prognose - Der Boom hält an


Schwacke: Neuwagen-Zulassungen und Prognose - Der Boom hält an

Mit zweistelligen Zuwachsraten im Mai setzt der Neuwagenmarkt seinen kraftvollen Aufschwung fort.

Ein Plus von 11,9 Prozent, im Vergleich zum Vorjahresmonat, das ist durchaus außergewöhnlich. Nochmals stärker als im Vormonat konnten die Neuzulassungen in Deutschland für den Mai ein neues Zweijahreshoch erklimmen. 286.931 Pkw erhielten erstmals eine Zulassung und heben die Gesamtzahl von Januar bis Mai auf 1,39 Millionen Neuwagenzulassungen. Es sind nur ganz wenige Hersteller, die dabei nicht auf der Sonnenseite der Statistik stehen. Rückläufig lief das Geschäft im Mai ausschließlich für Elektropionier Tesla (-42,4%) und Marktführer VW (-0,6%). Ausnahmslos alle anderen Hersteller, ob Importeur oder heimischer Anbieter, können hingegen - zum Teil drastische - Zuwächse vermelden. Dabei sind es nicht nur kleinere Marken, die zweistellig wachsen. Auch bei Audi (+27%), Opel (+25,9%) und Renault (+37,9%) feiert man deutlich zweistellige Zuwachsraten. Shooting Star des Jahres ist allerdings ein Anbieter aus Großbritannien. Edelmarke Jaguar kann mit einem Plus von +155,9% die Absatzzahlen mehr als verdoppeln. Der Hauptverantwortliche dafür ist schnell ausgemacht. Das neue Jaguar-SUV F-Pace schickt sich an, meistverkauftes Modell der Marke zu werden. Generell zeigen sich erneut die SUV als Treiber des Marktes, mit einem Zuwachs um +39,7 Prozent waren die Offroader im Mai einmal mehr das wachstumsstärkste Segment.


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Eine echte Trendwende weg vom Dieselmotor ist auch nach den jüngeren Debatten um die Selbstzünder nicht klar zu erkennen. Zwar legten die Benziner im Neuwagenbereich besonders stark zu, doch auch die Dieselmodelle hatten steigende Verkaufszahlen. Rückläufig waren die Verkaufszahlen für Hybridmodelle, während Autos mit Elektromotor im Jahresvergleich leicht steigende Zulassungszahlen verzeichnen. Stark unter Druck zeigen sich dagegen die bivalenten Antriebe. Flüssig- und Erdgasautos haben massiv verloren, so ging die Zahl der ab Werk für LPG umgerüsteten Modelle unter den Neuwagen um -49,8 Prozent zurück.

IHS-Prognose: PKW-Neuzulassungen in Deutschland*


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Gebrauchtwagenmarkt im April

Weiterhin stehen die Gebrauchtwagenzahlen im Minus. Der April bringt keine Verbesserung.

Nach dem rückläufigen Trend im März verloren die Besitzumschreibungen auch im April an Fahrt. Das Minus gegenüber dem Vorjahresmonat lag bei -2,1 Prozent, die Gesamtzahl der Wiederzulassungen bei 656.427 Fahrzeugen. Im bisherigen Jahresverlauf von Januar bis April wurden 2,47 Millionen Umschreibungen gezählt, was ein nur noch knappes Plus von +0,3% gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet. Die Zahl der gehandelten Fahrzeuge stieg im Vergleich zum April 2015 vor allem bei Audi, Ford und Kia, außerdem ging es bei den VW-Konzernmarken Seat und Skoda stark nach vorne. Die Kernmarke jedoch realisierte einen deutlichen Rückgang um fast 3.000 Fahrzeuge, was den Marktanteil von VW von 21,4 Prozent im Vorjahr auf 21,0 Prozent reduziert. Die nach Stückzahlen höchsten Verluste im Gebrauchtwagenmarkt auf Importeursseite gab es im April bei Renault.


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Im Jahresvergleich haben die Damen leicht aufgeholt, der Anteil weiblicher Halter bei den Besitzumschreibungen stieg um rund 1.500. Damit wurden im April 34,5 Prozent aller Gebrauchtwagen auf Frauen zugelassen. Im Kraftstoffvergleich haben sich die Zahlen leicht zu den Dieselmodellen verschoben, dennoch bleibt es weiterhin beim Verhältnis von 2:1 für Benzinmotoren. Hier sind es vor allem die kleinvolumigen Antriebe, die zulegen, Maschinen unter 1,4 Liter Hubraum haben bei den Benzinern im Gebrauchtwagenmarkt den höchsten Anteil.

Die weitere Verjüngung des Gebrauchtwagenbestands, die sich an den Abgasnormen ablesen lässt, ist auch im Monatsvergleich sichtbar. Gegenüber März 2016 nahm die Zahl der gehandelten Euro-6-Fahrzeuge zu, obwohl die Gebrauchtwagen-Wiederzulassungen insgesamt rückläufig waren. 107.014 der gehandelten Gebrauchtwagen im April erfüllten die neueste Abgasnorm. Das sind Werte, die Fahrzeuge mit alternativen Antrieben bei Weitem nicht erreichen, dennoch stiegen hier die Zahlen zumindest prozentual sehr deutlich. Die Besitzumschreibungen bei Elektrofahrzeugen stiegen im Jahresvergleich von 487 auf 588 Modelle, bei den Hybrid-Autos gab es einen Zuwachs von 5.722 auf 6.733 Einheiten.

Restwert-Entwicklung - und Standzeiten - Verbesserte Bedingungen

Nach der kurzen Pause im Vormonat geht es nun wieder bergauf. Die Restwerte steigen, die Verkaufszeiten sinken.

Es ist ein deutlicher Schritt nach vorne, den die Restwerte zum Juni hin nehmen. Im Zweijahresrückblick legen die durchschnittlichen Gebrauchtwagenpreise um 2,7 Prozent zu, vergangenen Monat lag dieser Wert noch bei +2,3 Prozent. Nicht jedes Segment partizipiert gleich stark von diesem Zuwachs, der in erster Linie von starken Restwertsteigerungen bei den großen SUV geprägt ist. Immerhin gibt es in keinem Segment eine Verschlechterung im 24-Monatsverlauf zu beobachten, in allen Klassen sind die Preise seitdem gestiegen, wenn auch unterschiedlich stark. Sechs der 13 von Schwacke analysierten Fahrzeugklassen performen bei der Restwertentwicklung besser als der Gesamtdurchschnitt. Analysiert werden die Restwerte von Fahrzeugen mit 60.000 Kilometer Laufleistung und einem Alter von drei Jahren.


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Standtage im Überblick

Nachdem in den Vormonaten die Parkdauer immer länger wurde, gibt es bei der Standtageanalyse im Mai positive Vorzeichen. Für den Gesamtmarkt geht die Verkaufsdauer von 103 auf 102 Tage zurück. In nahezu jedem Fahrzeugsegment ist diese Verbesserung um einen Tag zu beobachten. Doch es gibt auch Verlierer im Vergleich. In der Oberklasse legen die Standtage um einen auf 135 Tage zu, auch bei den Geländewagen verlängert sich der Aufenthalt auf dem Händlerhof. Besonders geduldig müssen derzeit die Verkäufer von Sportwagen sein.. In diesem Monat ging es um gleich drei Tage mit den Standtagen rauf. Das Sportwagensegment holt sich damit die Krone als Dauerparker aus der Oberklasse ab.


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Segment-Entwicklung - Schwackeblickpunkt: Oberklasse

Die prestigeträchtigen Flaggschiffe der Automobilbauer sind auf dem Gebrauchtwagenmarkt ein Fall für Profis.

Die klassischen Luxus-Limousinen haben im Handel ihre Besonderheiten. Gerade bei jüngeren Modellen ist es nicht ganz einfach, einen - zumeist privaten - Käufer für die exklusiven High-Tech-Modelle zu finden. Unterhaltskosten und das bei Ersthand-Modellen immer noch stattliche Preisniveau lassen die Kunden nicht unbedingt Schlange stehen. Entsprechend sind die Eckdaten für Standzeiten und Wertverlust bei Oberklasse-Fahrzeugen am unteren Ende der Statistik zu finden.

Der Markt ist bei den Neufahrzeugen fest in deutscher Hand, die vier süddeutschen Premiumhersteller haben in der Oberklasse über 92 Prozent Marktanteil bei den Neuwagen. Allerdings gibt es in jüngster Zeit einige Importmodelle mit Achtungserfolgen, ganz vorne dabei ist hier das Tesla Model S mit starken Zuwachsraten.


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Die Schwacke Restwertprognose weist eine beachtliche Bandbreite für die Restwertentwicklung gebrauchter Oberklasse-Limousinen aus. Gewinner im künftigen Preisverlauf werden demnach die BMW 7er-Reihe und der Porsche Panamera sein. In der Analyse der Datenexperten liegen hingegen der Audi A8 und der Jaguar XJ auf den hintersten Rängen. Zum Teil lassen sich diese Abstände mit der Generationsgeschichte erklären. Jaguar und Audi sind die am längsten gebauten Oberklasse-Modelle, der BMW 7er aus der Baureihe G11 wurde erst in diesem Jahr zu den Händlern gestellt. Keine Regel ohne Ausnahme: Der ebenfalls überdurchschnittlich wertbeständige Porsche Panamera ist bereits sieben Jahre auf dem Markt, die Nachfolgegeneration steht in den Startlöchern.

Wirtschafts-Prognose - Freundlicher Frühsommer für Verbraucher und Gewerbe

Handel und Industrie sind zufrieden, die deutschen Kunden optimistisch. Die wirtschaftliche Großwetterlage bleibt positiv.

Beim ifo-Geschäftsklimaindex wird wie im Vormonat ein minimales Minus von -0,1 Punkten auf einen aktuellen Index von 106,6 verzeichnet. Geschuldet ist das in erster Linie den leichte Einbußen bei der aktuellen Geschäftslage. So ist im verarbeitenden Gewerbe die Lagebeurteilung moderat schwächer als im Vormonat, die Produktionspläne wurden hingegen deutlich nach oben angepasst. Den größten Schritt nach vorne machten dabei die Nahrungsmittelproduzenten. Umgekehrte Zeichen dagegen im Baugewerbe. Die befragten Firmen vermelden eine verbesserte aktuelle Auftragslage, korrigieren ihre Pläne für die kommenden Monate jedoch nach unten. Währenddessen vermeldet der Handel insgesamt sinkende Zahlen. Im Groß- wie im Einzelhandel ging der ifo-Index zwar spürbar zurück, liegt jedoch nach wie vor über dem langjährigen Mittel. Groß- und Einzelhändler vermelden aktuell sinkende Umsätze und blicken weniger optimistisch in die Zukunft.

Um 0,1 auf 9,8 Zähler hinauf ging es im Mai für das GfK-Konsumklima. Nach wie vor sind die Deutschen guter Dinge, was die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage betrifft. Die Verbraucher erwarten auch weiterhin eine Fortsetzung des leichten Aufschwungs der Wirtschaft in den kommenden Monaten. Diese Steigerung der Konjunkturerwartung fällt jedoch moderat aus. Das wird von Daten aus dem Statistischen Bundesamt untermauert, aus dem für das erste Quartal 2016 eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um 0,7 Prozent gemeldet wird. Verantwortlich für die gute Konjunkturentwicklung ist dabei in erster Linie der Binnenmarkt. Sowohl die staatlichen als auch die Konsumausgaben der Privathaushalte haben sich demnach erhöht. Allerdings nahm die Einkommenserwartung der befragten Konsumenten den entgegengesetzten Weg. Sie fiel um 5,7 auf 51,8 Zähler, ein im langfristigen Vergleich jedoch nach wie vor überdurchschnittlicher Wert. Die jüngsten Tariferhöhungen in der Metall- und Elektroindustrie sowie die spürbare Steigerung der gesetzlichen Rentenbezüge werden bei der weiteren Entwicklung sicher eine Rolle spielen.

Redaktionelle Hinweise:

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Quelle: EurotaxSchwacke (Auszug aus dem Schwacke Newsletter)

Schlagwörter:

KFZ-Bewertung, PKW-Bewertung, Automietpreise, Neuwagen, Gebrauchtwagen, Restwert, Nutzungsausfall


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