Dok.-Nr.: 2000383

DATEV Redaktion LEXinform

Pressemitteilung vom 18.04.2016

Schwacke: Neuwagen-Zulassungen und Prognose - Neuzulassungen stagnieren


Neuwagen-Zulassungen und Prognose - Neuzulassungen stagnieren

Im dritten Monat legt der Neuwagenmarkt eine Verschnaufpause ein. Die Zulassungszahlen liegen auf Vorjahresniveau.

Einen seltenen Wert vermeldet das Kraftfahrt-Bundesamt für den März 2016: Null Prozent beträgt der Unterschied zu den Zulassungszahlen des Vorjahresmonats, 322.913 Pkw bekamen erstmals ein Nummernschild zugeteilt. Gegenüber dem Februar bedeutet das dennoch einen starken Anstieg. Getragen wird das stabile Neuzulassungswachstum, es liegt im ersten Quartal bei +4,5 Prozent, von einem weiter steigenden Wert bei den gewerblichen Zulassungen. Der Anteil privater Neuwagenkäufer geht weiter zurück und sinkt im März um -3,3 auf 34,6 Prozent. Zum Quartalsabschluss liegt die Zahl der Neuwagenzulassungen in Deutschland damit bei 791.424 Einheiten.

Den stärksten Anstieg in den Segmenten verzeichneten einmal mehr die SUV (+ 18,1%), während Vans (-15,7 %) und Kleinstwagen (-13,1 %) stark verloren. Das erste Vierteljahr 2016 kennt überwiegend Gewinner, besonders bei den Importmarken. Die stärksten Wachstumsraten erzielten im März die Marken Ssangyong (+98 %), Jaguar (+57 %) und Lexus (+41 %). Die beste Entwicklung bei den deutschen Marken nahmen Mini (+10 %), Audi (+9,8 %) und BMW (+8 %). Bei VW hingegen sind die Neuzulassungen im März mit 6,3 Prozent im Minus, der Marktanteil der Wolfsburger sank damit unter die 20-Prozent-Marke.


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Trotz des aktuellen Hypes um die Neuvorstellung des Tesla Model 3 zeigen sich die Deutschen beim Thema Elektroauto weiterhin sehr zurückhaltend. Tesla selbst konnte im März 267 Neuzulassungen verzeichnen, ein deutliches Plus, insgesamt waren die Zulassungszahlen für Pkw mit reinem Elektroantrieb jedoch stark rückläufig. Sie lagen mit 1.104 Einheiten um -13,6 Prozent niedriger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Sprunghaft angestiegen ist hingegen der Absatz von Hybridfahrzeugen. 4.045 Neuwagen mit Hybridtechnik wurden erstmals zugelassen, darunter 1.290 Plugin-Hybrid-Pkw (+46 %). Damit hängen die Teilzeitstromer ihre Kollegen mit reinem Batteriebetrieb deutlich ab.

IHS-Prognose: PKW-Neuzulassungen in Deutschland*


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Gebrauchtwagenmarkt im Februar

Nach dem verhagelten Jahresstart bringt der Februar eine Aufholjagd, die Besitzumschreibungen legen deutlich zu.

Der Januar war nicht recht nach dem Geschmack der Gebrauchtwagenprofis, mit einem Rückgang der Besitzumschreibungen wurde der positive Trend aus dem Vorjahr durchbrochen. Doch dafür ging es im Februar um so stärker bergauf. Ein Wiederzulassungs-Plus von +7,8 Prozent bügelte den Verlust sehr deutlich aus. 593.241 gebrauchte Pkw wechselten im Februar den Besitzer und erhöhen damit die Gesamtzahl aus den ersten beiden Jahresmonaten auf 1,1 Millionen Pkw.

Nach Stückzahlen waren es in erster Linie die deutschen Hersteller, welche starke Zuwächse zu verzeichnen hatten. Dies trifft besonders auf die drei meistgefragten Gebrauchtwagenmarken zu: Opel und Mercedes (Plätze zwei und drei) konnten gegenüber Februar 2015 rund 5.000 zusätzliche Besitzumschreibungen zählen, noch stärker fiel der Zuwachs bei VW aus. Die Wolfsburger bringen es bei den Wiederzulassungen auf ein Plus von ziemlich exakt 10.000 Einheiten. Mit 124.379 Wiederzulassungen kann VW damit den Marktanteil im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 21 Prozent ausbauen. Den prozentual stärksten Rückgang verzeichnen mit Citroen und Renault zwei französische Importmarken, während VW-Tochter Skoda den Vormarsch im Gebrauchtwagengeschäft fortsetzt. Der Marktanteil der Tschechen steigt um 0,2 auf 3,0 Prozent. Das genügt dennoch nur für Platz zwei der Gebrauchtwagen-Hitliste, meistgehandelte Importmarke bleibt Renault mit 28.317 Fahrzeugen.

Eine auffällige Zahl hat die Gebrauchtwagenstatistik für den Februar zu bieten: Die Zahl der weiblichen Gebrauchtwagenkäufer nahm binnen Jahresfrist merklich zu, sie liegt aktuell bei 34,4 Prozent.


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Restwert-Entwicklung - und Standzeiten - Gebrauchtwagen werden teurer und stehen länger

Mit einem großen Sprung nach vorne erreichen die Preise ein neues Rekordhoch. Doch auch die Standzeiten verlängern sich.

Die Zweijahreskurve ist beeindruckend. Monatelang dümpelten die Gebrauchtwagen-Restwerte in Deutschland um die 53-Prozent-Notierung, bevor sie im vergangenen April den Nachbrenner zündeten. Seitdem gehen die Preise für Second-Hand-Autos in der Standard-Bewertung - drei Jahre, 60.000 Kilometer - steil nach oben. Den stärksten Kick der letzten beiden Jahre bekam das Restwertniveau im aktuellen Monat, es liegt für den Gesamtmarkt mit einem Plus von 0,4 Prozentpunkten nun auf durchschnittlich 55,7 Prozent des einstigen durchschnittlichen Listenpreises. Tatsächlich gibt es lediglich ein einziges Segment, bei dem keine weitere Wertsteigerung erzielt wurde: die kleinen SUV. Doch das ist jammern auf hohem Niveau, denn mit 60,1 Prozent Durchschnittswert liegen die beliebten Kompakt-SUV weiter mit an der Spitze beim Werterhalt. Während es in den kleineren Klassen nur wenig Fortschritte zu verzeichnen gibt, sind bei den teureren Modellen diesmal große Sprünge zu beobachten. Am stärksten (um 1,2 Prozentpunkte) steigen die Restwerte in der oberen Mittelklasse. Bei den mittelgroßen SUV ging es um +0,5 Zähler nach vorne, nachdem in diesem Segment während der letzten Monate nur wenig passierte. Damit sind die Offroader klare Restwertsieger in allen Größenklassen. Zwei der drei SUV-Segmente und die Geländewagen notieren nach drei Jahren bei über 60 Prozent ihres Neupreises.


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Standtage im Überblick

Allerdings gehen die Zeiten, in denen Händlern die gebrauchten SUV buchstäblich aus den Händen gerissen wurden, momentan ihrem Ende entgegen. Stärker als in anderen Segmenten steigen die Standtage bei den grobstolligen Gebrauchtwagen an. Bei den Geländewagen geht es binnen eines Monats um volle vier Tage nach oben, die SUV legen jeweils um drei Tage zu. Noch stärker ist das Wartezeitenwachstum nur in der Oberklasse, hier dauert es aktuell mit durchschnittlich 131 Tagen fast eine Woche länger als im Vormonat, bis es zum Vertragsabschluss kommt. Bei diesen starken Zuwächsen fallen die wenigen Beschleuniger zum Beispiel bei den Kleinstwagen und in Form der Kompaktvans kaum ins Gewicht. Im Gesamtmarkt steigen die Standtage um einen auf 102 Tage.


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Segment-Entwicklung - Schwackeblickpunkt: Mittelklasse

Sie werden meist als Dienstwagen geboren und wechseln im zweiten Leben in den Familienalltag. Mittelklasse-Pkw decken ein weites Spektrum ab.

Mitte der 1990er Jahre waren es in erster Linie die Mittelklasse-Pkw, mit denen speziell die deutschen Autohersteller ihr bestes Geschäft machten. Margen und Stückzahlen waren hoch, die Strahlkraft der Oberklassemodelle veredelten Image und Auftritt zusätzlich. Auch wenn die Mittelklassemodelle aktuell noch rund 13 Prozent Marktanteil erreichen, hat sich dieses Bild inzwischen gewandelt. Die starke Zuwendung der Privatkäufer zum SUV-Segment und die allgemeine, immer weiter aufspreizende Diversifizierung der Segmente insgesamt bringen die Mittelklasse unter Druck. Und: Die Mittelklasse ist in den vergangenen Jahren endgültig zur Kombiklasse geworden. Je nach Modell liegen die Anteile der Stufenheck-Versionen bei unter zehn Prozent, mit entsprechenden Auswirkungen auf den Gebrauchtpreis. Ähnlich niedrig sind bei den meisten Modellen die Anteile an Privatkunden, insgesamt werden aktuell rund 85 Prozent des Absatzes im gewerblichen Bereich erzielt.


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Diese Fokussierung auf das Firmen- und Flottengeschäft mit der damit einhergehenden Rabattierung wirkt sich auch direkt auf die Restwerte aus. Hier liegt die Mittelklasse im Segmentvergleich am unteren Ende der Skala. Auffällig ist dabei, dass sowohl der prozentuale als auch der effektive Wertverlust bei den Modellen der Premiumhersteller zum Teil überraschend hoch ausfällt. In der Schwacke-Restwertprognose zur künftigen Preisentwicklung performt stattdessen der Skoda Superb am besten. Auch der Toyota Avensis, mit lediglich 56 Prozent gewerblichen Zulassungen kein klassischer Dienstwagen, zeigt sich erheblich wertstabiler als etwa die Mercedes C-Klasse. Am unteren Ende der Tabelle finden sich dagegen der Opel Insignia und der Ford Mondeo.

Wirtschafts-Prognose - unterschiedliche Wahrnehmung

Firmen zuversichtlicher, Verbraucherstimmung gedämpft - die Einschätzung der Wirtschaftslage in Deutschland entwickelt sich im März auseinander.

Im Gegensatz zu den Vormonaten drehen sich im März die Vorzeichen. Waren zuletzt die deutschen Verbraucher stets zuversichtlicher als das Gewerbe, bringen die Befragungen der Institute ifo und GfK für den März ein umgekehrtes Lagebild. In der deutschen Wirtschaft hellt sich die Stimmung nach drei Rückgängen in Folge leicht auf. Grund dafür ist vor allem das Tagesgeschäft. Die aktuelle Lage beurteilen die befragten Unternehmen so gut wie seit sechs Monaten nicht mehr. Zusätzlich werden die Aussichten auf künftige Geschäfte in Handel und Industrie wieder positiver eingeschätzt. Ein gutes Tagesgeschäft im Februar machte besonders den Einzelhandel zufrieden, im verarbeitenden Gewerbe sind es in erster Linie die Konsumgüterhersteller, welche die positive Stimmung treiben. Die Boombranche der letzten Monate, das Baugewerbe, verzeichnete jedoch einen leichten Rückgang im Hinblick auf das Tagesgeschäft. Die künftige Auftragslage wird hier jedoch nach wie vor positiv eingeschätzt.

Auf ganzer Linie unsicherer zeigen sich im März hingegen die deutschen Verbraucher, der GfK-Konsumklimaindex fällt um 0,1 auf 9,4 Punkte. Durch die aktuelle Schwäche deutscher Exportgüter in wichtigen Absatzmärkten wie China und den USA wird die Konjunkturerwartung gedämpft. Das nimmt sowohl die Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung der befragten Verbraucher mit auf Talfahrt. Den kräftigsten Rückgang erleidet dabei die Einschätzung der künftigen Lohnentwicklung, die überrschend stark einbricht. Allerdings ist durch einen enormen Anstieg im Vormonat das Level nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Trotz der Befürchtungen hinsichtlich der Exporterwartungen ist es in erster Linie die anhaltend stabile Arbeitsmarktlage, welche den Einkommensoptimismus der deutschen Konsumenten beflügelt. Die Zahl der Erwerbstätigen nimmt nach wie vor stetig zu. Auch die äußerst niedrige Inflationsrate unterstützt diese Einschätzung der Verbraucher.

Redaktionelle Hinweise:

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Quelle: EurotaxSchwacke (Auszug aus dem Schwacke Newsletter)

Schlagwörter:

KFZ-Bewertung, PKW-Bewertung, Automietpreise, Neuwagen, Gebrauchtwagen, Restwert, Nutzungsausfall


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