Dok.-Nr.: 2000383

DATEV Redaktion LEXinform

Pressemitteilung vom 17.07.2017

Schwacke Newsletter Juli 2017


Ab sofort steht Ihnen die VIN-Abfrage für Jaguar & Land Rover zur Verfügung.

Restwert-Entwicklung und Standzeiten 6/2017 - Leichte Steigerung der Restwerte

Die Wertentwicklung bei den Gebrauchtwagen hat sich zuletzt leicht verbessert. Doch auch die Standtage sind gestiegen.

Nachdem bereits im vergangenen Monat eine leichte Steigerung zu beobachten war, zogen die Restwerte nun nochmals an. Mit durchschnittlich 56,4 Prozent für einen dreijährigen Gebrauchtwagen liegen sie auf dem höchsten Niveau seit zwei Jahren. Verantwortlich dafür sind vor allem Wertsteigerungen bei den großen Luxus-SUV, die sich um mehr als einen Prozentpunkt steigern konnten und derzeit mit 61,9 Prozent die Restwerttabelle anführen. Weitere spürbare Steigerungen gab es bei den Kleinwagen und in der Kompaktklasse.

Die großen SUV führen auch die Tabelle bei der absoluten Restwertentwicklung an. Während die Werte im Gesamtmarkt bezogen auf den Vergleichsmonat vor zwei Jahren durchschnittlich um 2,4 Punkte nach oben gingen, stiegen die Luxus-Offroader um 5,1 Punkte im Wert. Weitere starke Wertverbesserungen konnten außerdem Sportwagen und Oberklasse-Fahrzeuge realisieren. Bei letzteren liegt dies jedoch auch daran, dass die Luxuslimousinen 2015 auf einem besonders niedrigen Wert verharrten und als einziges Segment unter der 50-Prozent-Marke lagen. Das hat sich zwar inzwischen geändert, doch mit einem durchschnittlichen Restwert von 51,5 Prozent haben Oberklasse-Fahrzeuge auch weiterhin die schwächste Wertentwicklung.


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Standtage im Überblick

Die Erleichterung aus dem Vormonat war wie vermutet nur von kurzer Dauer. Das Absinken der Standtage von marktweit 104 auf 103 Tage war nur von kurzer Dauer. Aktuell haben die Standtage wieder um zwei auf nunmehr 105 Tage aufgestockt. Verglichen mit dem Vorjahreswert sind die Wartezeiten für die Händler damit um drei Tage gestiegen. Die Segmententwicklung ist hingegen im Jahresrückblick unterschiedlich und auch nicht von der Preisklasse abhängig. So stieg die Standtage-Zahl bei den Kleinwagen von 92 auf 95 an, während die Kleinstwagen unverändert auf 102 Tagen verharren. Sportwagen konnten sich um einen Tag verbessern, während SUV und Geländewagen zum Teil erheblich zulegten. Große und mittelgroße SUV stehen inzwischen sieben Tage länger als noch vor einem Jahr, bei den kleinen Kompakt-SUV stieg die Parkdauer sogar um acht auf insgesamt 106 Tage. Die Dauerparker-Krone teilen sich derweil Sportwagen und Oberklasse-Fahrzeuge, die jeweils 136 Tage auf dem Parkplatz warten. Einziges Segment mit einer Verkaufszeit von unter 100 Tagen bleiben die Kleinwagen.


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Landgericht hält die SchwackeListe für anwendbar

Das Landgericht Meiningen schätzt die Mietwagenkosten nach dem SchwackeListe Automietpreisspiegel - so in dem Urteil ((141) 4 S 193/16) vom 27.04.2017.

In einem Berufungsverfahren über die Höhe der ersatzfähigen Mietwagenkosten nach einem Verkehrsunfall, zieht das Landgericht die Normaltarife des SchwackeListe Automietpreisspiegels als Schätzgrundlage heran. Laut Gericht gehören die Mietwagenkosten zu den Kosten der Schadensbehebung - die Notwendigkeit ergibt sich aus der Anmietung selbst.

Der vom Geschädigten in Anspruch genommene Mietwagen lag günstiger als eine Abrechnung nach dem SchwackeListe Automietpreisspiegel und ist somit auch erstattungsfähig.

Die von der Beklagtenseite eingereichten Screenshots von Internetangebote über günstigere Tarife finden keine Berücksichtigung, da diese die Anmietsituation nicht widerspiegeln. Es handelt sich um abweichende Anmietzeiträume und es ist nicht ersichtlich, ob die Vergleichsfahrzeuge überhaupt zum Unfalltag zur Verfügung standen. Des Weiteren beinhalten die Angebote kein offenes Mietende. Laut Gericht handelt es sich hier um einen Sondermarkt, der nicht ohne weiteres mit dem allgemeinen regionalen Mietwagenmarkt vergleichbar ist.

Die im vorliegenden Fall angefallenen Nebenkosten für die Befreiung der Selbstbeteiligung, Aufschläge für Winterräder sowie Zustell- und Abholgebühren waren ebenfalls erstattungsfähig.

Der Geschädigte überbrückte die unfallbedingte Ausfallzeit durch die Anmietung eines Ersatzfahrzeuges und schonte dabei seinen eigenen Wagen. Dieser Vorteil (ersparte Eigenkosten) ist laut Landgericht mit einem Abzug von 10 % von dem Grundbetrag und nicht auf den Gesamtmietwagenkosten inklusive Nebenkosten zu würdigen.

Neuwagen-Zulassungen und Prognose 6/2017 - Durchwachsene Halbjahresbilanz

Der bisherige Jahresverlauf bei den Neuwagenverkäufen ist von großen Schwankungen betroffen. Der Juni steht symptomatisch dafür.

Das Ping-Pong-Spiel bei den Neuwagenzulassungen geht zum Ende des ersten Halbjahrs in die nächste Runde. Der bisherige Jahresverlauf macht es nicht einfach, sattelfeste Prognosen anzustellen. Monate mit starken Zuwächsen und solche mit überraschenden Verlusten wechselten sich ab, so auch im Juni. Nach einem festen Plus von fast 13 Prozent im Mai lagen die Zahlen im Juni (327.693 Neuzulassungen) wiederum um -3,5 Prozent unterhalb des Vorjahreswertes, eine enorme Bandbreite. Befeuert wird die stark schwankende Zulassungsrate auch durch die Politik, wo immer neue Fahrverbotsdiskussionen und Abgasdebatten die Planungssicherheit für Käufer nicht eben erhöhen. In der Folge sind auch die deutlichen Verschiebungen bei den Treibstoffarten offensichtlich, die sich im ersten Halbjahr abzeichnen. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2017 rund 1,79 Millionen Neuzulassungen gezählt, damit +3,1 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2016. Dabei sanken die Dieselanteile signifikant. Sie gingen um -9,1 Prozent zurück, der Selbstzünderanteil bei den Neuzulassungen beträgt damit nur noch 41 Prozent. Benziner erreichen mit einem Plus von 11,7 Prozent hingegen fast 56 Prozent Marktanteil. Besonderes Augenmerk gilt jedoch den alternativen Antrieben, die inzwischen aus der Nische herausfahren. 37.520 Hybridfahrzeuge (+81 Prozent, darunter 12.264 Plugin-Hybride) sowie 10.189 Elektro-Pkw (+134 Prozent) lassen eine allmähliche Trendwende erkennen.


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Die prozentual höchsten Steigerungsraten erzielten Nischenmarken (Alfa Romeo, Lexus, Tesla). Den Italienern tut der neue Stelvio gut, Tesla und Lexus (sowie der Muttermarke Toyota) spielt der Nachfrageschub hin zu alternativen Antrieben in die Karten. Der Volkswagenkonzern liegt mit der Mutter-Marke VW sowie Audi hinter dem Vorjahr zurück, während es für Seat und speziell Skoda sehr gut lief. Generell waren es im ersten Halbjahr ausschließlich Importmarken, die zweistellige Zuwachsraten feiern konnten. Vor diesem Hintergrund ist das Ergebnis für Honda (-25 Prozent) besonders schmerzhaft.

IHS-Prognose: PKW-Neuzulassungen in Deutschland (Datenquelle: IHS Global GmbH, http://www.ihs.com/)


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Gebrauchtwagenmarkt im Mai 2017

Wachstum im Mai sorgt für ausgeglichene Zahlen, Gebrauchtwagenmarkt stabilisiert sich.

Auch weiterhin folgt die Zahl der Besitzumschreibungen im Verhältnis den Neuzulassungen, wie der Mai einmal mehr verdeutlicht und damit auch den Einfluss von Tageszulassungen auf das Gesamtgeschäft erkennen lässt. Mit 639.262 Wiederzulassungen im Mai stieg die Zahl gegenüber dem Vorjahresmonat um +4,1 Prozent. Das sorgt für einen Ausgleich der verhaltenen April-Zahlen, die rund 3,08 Millionen Besitzumschreibungen von Januar bis Mai liegen exakt auf dem Level des Vorjahreszeitraums. Ein Blick auf die deutschen Premiummarken zeigt eine unterschiedliche Entwicklung. Während die Wiederzulassungen bei Audi und Mercedes gestiegen sind, gingen die Zahlen bei BMW und Porsche nach unten. Bei den Volumenherstellern erreicht Ford Steigerungsraten, während der Marktanteil gehandelter Opel-Modelle weiterhin rückläufig ist. VW konnte sich zwar nach Stückzahlen minimal steigern, verlor aber stark an Marktanteil - der lag im Mai bei 20,6 Prozent, ein Jahr zuvor noch bei 21,2 Prozent aller gehandelten Gebrauchtwagen. Stärkste Importmarke bleibt Renault, doch Skoda (von 2,9 auf 3,1 Prozent Marktanteil) holt hier weiter auf.


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Wie die amtliche Statistik aufweist, werden die deutschen Gebrauchtwagenkäufer immer älter. In den Altersklassen bis 55 Jahre sind die Zahlen leicht rückläufig, darüber steigen sie an. Den Hauptteil der Verkaufsabschlüsse können die Händler mit Käufern zwischen 45 und 54 Jahren erzielen, sie stellen rund 26 Prozent der Gesamtkundschaft. Der Frauenanteil ist hingegen gesunken und lag im Mai bei 35,5 Prozent. Ein Jahr zuvor erreichte dieser Wert noch 35,7 Prozent.

Segment-Entwicklung 7/2017 - SchwackeBlickpunkt: Sportwagen Coupés

Exoten unter sich: Sportwagen machen nur einen kleinen Teil bei den Gesamtzulassungen aus, dennoch lohnt ein genauerer Blick auf deren Wertentwicklung.

Sportwagen sind in jeder Hinsicht außergewöhnlich und entziehen sich dem üblichen Bewertungs- und Beurteilungsraster. Von oft bescheidenem Alltagsnutzen und mit teils bemerkenswerten Neupreisen ausgestattet, bedarf es eines gewissen Enthusiasmus beim Käufer, um sich mit einem solchen Wagen anzufreunden. Hinzu kommen nicht unerhebliche Kosten für Unterhalt und Wartung. Da kommt es manchem Fan zupass, dass die Sportwagen einen verhältnismäßig hohen Wertverlust aufweisen und deshalb als Gebrauchtwagen erschwinglich werden. Je nach Modell kann nach drei Jahren schon die Hälfte des Listenneupreises eingespart werden. Allerdings ist im Restwertverlauf bei vielen Modellen mit erheblichen Schwankungen zu rechnen, weshalb der Schwacke Restwertprognose zur künftigen Wertentwicklung in diesem Segment eine nochmals höhere Bedeutung zukommt.


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Während in anderen Fahrzeugklassen eine recht homogene Preisstruktur herrscht, sind bei den Sportwagen hohe Neupreisunterschiede zu beobachten, die sich jedoch kaum auf die Wertentwicklung auswirken. Auch ein „Neuheiten-Bonus“ für frisch vorgestellte Modelle ist nicht zwangsläufig gegeben. Auch gibt es keinen Restwertbonus für deutsche Marken, wie der aber auch schon seit 2008 erhältliche VW Scirocco als Tabellenschlusslicht beweist. Scheinbar abgekoppelt vom restlichen Markt bewegt sich hingegen der Porsche Cayman, der mit seinen rund 70 Prozent Restwert einen herausragenden Werterhalt attestiert bekommt.

Wirtschafts-Prognose 6/2017 - Rekordwerte für die Wirtschaft

Sowohl Gewerbetreibende als auch die Verbraucher sind mit der wirtschaftlichen Lage in Deutschland hochzufrieden.

Nach dem Rekordwert aus dem Vormonat ist der ifo Geschäftsklimaindex im Juni erneut gewachsen und markiert damit wieder einen Höchststand - der aktuelle Index von 115,1 Punkten wurde noch nie erreicht. Die exzellenten Werte gelten branchenübergreifend. Im verarbeitenden Gewerbe ist die aktuelle Geschäftssituation auf hohem Niveau etabliert, die Aussichten für künftige Aufträge leicht gestiegen. Die befragten Unternehmen berichten außerdem von einer gestiegenen Nachfrage und sowie von Planungen, die Produktionskapazitäten auszubauen. Im Großhandel erreicht der Geschäftsklimaindex den höchsten Wert seit Dezember 2010. Grund dafür ist die aktuelle Geschäftslage, die ein Rekordniveau erreicht hat, die Planzahlen wurden leicht nach oben korrigiert. Der Einzelhandel meldet ebenfalls glänzende Geschäfte und gestiegene Erwartungen an den künftigen Geschäftsverlauf. Einzig in der erfolgsverwöhnten Baubranche wurden sowohl Geschäftsverlauf als auch -prognose auf sehr hohem Niveau leicht nach unten korrigiert. Die bestehende gute Auftragslage wird voraussichtlich zu steigenden Preisen für Bauleistungen führen.

Auch die Konsumentenbefragung durch die GfK zeigt ein gut gelauntes Deutschland. Der Konsumklimaindex steigt um 0,2 Zähler auf 10,6 Punkte. Ein Rekord wird auch hier vermeldet: Die Einkommenserwartung (60,2 Punkte, +1,7) erreicht das höchste Niveau seit der deutschen Wiedervereinigung. Grund dafür sind die ausgezeichneten Aussichten auf dem Arbeitsmarkt, was sich mit den Daten der Bundesagentur für Arbeit deckt. Diese hatte im Mai mit 2,5 Millionen registrierten Arbeitslosen den niedrigsten Wert seit 26 Jahren gemeldet. Durch die guten Einkommenswerte steigt auch die Anschaffungsneigung der Deutschen weiter. Die geringe Angst vor einem Arbeitsplatzverlust trägt zur Planungssicherheit bei, das weiterhin niedrige Zinsniveau lässt das Sparen gegenüber dem Konsum nur mäßig attraktiv erscheinen. Das GfK Institut bestätigt seine Prognose einer Steigerung der privaten Konsumausgaben in Höhe von 1,5 Prozent für das laufende Jahr.

Datenquelle:

ifo Institut (http://www.cesifo-group.de)

GfK SE (http://www.gfk.com)

Redaktionelle Hinweise:

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Quelle: EurotaxSchwacke (Auszug aus dem Schwacke Newsletter)

Schlagwörter:

KFZ-Bewertung, PKW-Bewertung, Automietpreise, Neuwagen, Gebrauchtwagen, Restwert, Nutzungsausfall


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