Dok.-Nr.: 2000383

DATEV Redaktion LEXinform

Pressemitteilung vom 15.02.2017

Schwacke: Schätzung der Mietwagenkosten nach SchwackeListe


Schätzung der Mietwagenkosten nach Schwackeliste

Die vom Amtsgericht vorgenommene Schätzung der erforderlichen Mietwagenkosten anhand des SchwackeListe Automietpreisspiegels ist nicht zu beanstanden, so das Landgericht Koblenz in seinem Urteil vom 25.11.2016 (5 S 45/16).

Das Landgericht greift in einem Berufungsverfahren im Einklang mit der amtsgerichtlichen Entscheidung auf die SchwackeListe zurück.

Die von der Beklagtenseite vorgelegten Angebote waren nicht geeignet, die SchwackeListe als Schätzgrundlage zu erschüttern. Die eingereichten Online-Angebote waren mit den von den Geschädigten abgeschlossenen Mietverträgen nicht vergleichbar, da es sich hierbei um abweichende Anmietzeiträume und feste Rückgabezeiten handelt. Des Weiteren beinhalten die Angebote keine Details hinsichtlich der Mietbedingungen wie beispielsweise Zustellung/Abholung, Winterreifen und Haftungsreduzierung.

Laut der ständigen Rechtsprechung des Landgerichts kann ein pauschaler Aufschlag wegen erforderlicher unfallbedingter Mehrleistungen von 20% auf den Normaltarif erstattungsfähig sein. Der Mehrpreis war im vorliegenden Fall gerechtfertigt, da zum Zeitpunkt der Anmietung die Haftungsfrage und die Mietdauer noch offen waren - unabhängig davon, ob, wie in einem Fall, die Anmietung erst nach mehreren Tagen erfolgte und unfallspezifische Leistungen erbracht wurden.

Die Beklagtenseite vertrat die Auffassung, dass die Geschädigte gegen ihre Schadenminderungspflicht verstoßen hätte, weil sie auf ein Vermittlungsangebot eines Mietwagens zu einem günstigeren Tarif nicht einging. Laut Landgericht war die Geschädigte jedoch nicht gehalten, das günstige Vermittlungsangebot der Beklagten wahrzunehmen, da es sich hierbei nicht um ein allgemein zugängliches Angebot handelte, sondern um einen Tarif mit ausgehandelten Sonderkonditionen zwischen Versicherung und Autovermieter.

Neuwagenzulassungen und -prognose - das neue Jahr fängt gut an

Mit einem erheblichen Sprung nach vorn rüsten sich die Hersteller für das neue Zulassungsjahr. Der Januar verläuft für fast alle Marken sehr erfreulich.

Ein Wachstum um stattliche +10,5 Prozent kommt trotz der guten Vorgaben aus den letzten Monaten des abgelaufenen Jahres etwas überraschend. Doch der Jahresbeginn 2017 bringt dem Großteil der Hersteller weiter steigende Zulassungszahlen. Mit 241.399 Erstzulassungen ist es der stärkste Januar seit vielen Jahren, auch wenn die Zahl der gewerblichen Neuzulassungen im Jahresvergleich um 9,2 Prozent auf einen Gesamt-Anteil von 68,5 Prozent gestiegen sind.

Bei den deutschen Herstellern profitieren mit Ausnahme von Audi (-0,3%) alle Marken vom besseren Geschäft, am stärksten ging es bei Mercedes (+20,1%), BMW (+18,8%) und Smart (+18,4%) voran. Bei den Importeuren sind zwei Nischenmarken im Januar besonders erfolgreich. Lexus profitiert von einem Nachfrageboom für den NX und kann sich über einen Zuwachs von 148 Prozent freuen, noch drastischer fällt der Gewinn bei Tesla aus - 151 verkaufte Model S und Model X bedeuten ein Wachstum um 287 Prozent. Zweistellige Verluste gab es in den Reihen der Importeure ebenfalls, neben Citroens Ableger DS (-55,4%) waren hiervon auch Honda (-27,3%) und Land Rover (-14,9%) betroffen.


d2000383_1.jpg

Weiterhin treiben die SUV (Zuwachs im Januar +39,4 Prozent) den Markt vor sich her, doch auch die obere Mittelklasse zeigte zum Jahresbeginn ein kräftiges Plus von 21,6 Prozent. Die Quote für Benziner und Diesel driftete weiter auseinander, allerdings mit gebremstem Tempo. Aktuell liegen bei den Neuwagenzulassungen die Benziner (52,2 Prozent Anteil) vor den Dieselfahrzeugen (45,2%), die jedoch gegenüber dem Januar 2016 immer noch eine leichte Absatzsteigerung verzeichnen. Die Differenz zu den vollen 100 Prozent legt nahe, dass sich auch bei den alternativen Antrieben einiges getan hat. Tatsächlich gab es bei den Elektroautos einen gehörigen Schub, 1.323 Erstzulassungen bedeuten ein Plus von 177 Prozent und einen Marktanteil von aktuell immerhin 0,5 Prozent.

Erheblich stärker performen inzwischen Hybrid-Autos (1,9 Prozent Marktanteil, +66 Prozent Absatzsteigerung). Nochmals aufgesplittet zeigt sich, dass die „klassischen“ Hybride stärker gefragt sind als die teuren Plug-in-Varianten, die nur rund ein Drittel der Hybrid-Neuzulassungen stellen.


d2000383_2.JPG

Gebrauchtwarenmarkt im Dezember

Ein kleines Plus zum Jahresende rettet die Statistik. 2016 stiegen die Besitzumschreibungen um ein Prozent, dies jedoch vor allem dank taktischer Zulassungen.

Ein neuerliches, wenn auch zaghaftes Plus von 2,4 Prozent hat die im zweiten Halbjahr recht durchwachsenen Zahlen auf dem Gebrauchtwagenmarkt letztendlich ausgebügelt. Die abschließenden Zahlen vom Kraftfahrtbundesamt melden 555.689 Einträge im Dezember und damit eine Gesamtzahl von 7,4 Millionen Wiederzulassungen für das Gesamtjahr 2016. Damit liegen die Besitzumschreibungen um exakt ein Prozent über denen des Vorjahres 2015. Dies ist allerdings nicht zuletzt den Eigenzulassungen der Hersteller und Händler zu verdanken, die den höchsten Wert seit 2010 erreichten und 2016 bei einer Gesamtzahl von knapp unter einer Million lagen.

Marktführer VW konnte mit insgesamt 1,57 Millionen Besitzumschreibungen in 2016 den Marktanteil auf 21,2 Prozent ausbauen und liegt damit mehr als deutlich vor Opel. Die Rüsselsheimer mit dem zweitstärksten Wiederzulassungsanteil verzeichneten 821.000 Gebrauchtwagenverkäufe und damit 11,1 Prozent Marktanteil. Der dritte Platz geht, wenig überraschend, an Mercedes (697.000/9,4%). Bei den Importmarken konnte Skoda den Vorsprung von Renault von im Vorjahr 152.000 Einheiten auf 126.000 abbauen, entsprechend entwickelten sich auch die Marktanteile (Skoda 3,0%, Renault 4,7%). Drittstärkste Importmarke 2016 wurde Peugeot mit 205.000 Fahrzeugen.


d2000383_3.JPG

Klare Worte sprechen erneut die Abgasklassen der umgeschriebenen Gebrauchtwagen. 2016 hat sich die Zahl der praktisch neuwertigen Modelle mit Euro-6-Einstufung mehr als verdoppelt, 1,3 der 7,4 Millionen Wiederzulassungen hatte die neueste Abgastechnik an Bord. Hingegen wurden Euro-2-Diesel, mit denen Umweltzonen tabu sind, zum absoluten Auslaufmodell. Nur noch 34.317 Fahrzeuge wurden im vergangenen Jahr gehandelt, ein sicherlich deutlich größerer Teil ging in den Export oder die Verwertung. Im Jahr Eins nach Dieselgate hat sich das Verhältnis zwischen Benzinern und Selbstzündern noch kaum gewandelt, die zuletzt ungünstigeren Absatzmöglichkeiten für Selbstzünder haben sich in der 12-Monats-Statistik noch nicht bemerkbar machen können. Einen klaren Trend zeigen hingegen die alternativen Antriebe. Während auch vor dem Hintergrund der auslaufenden Steuernachlässe auf Autogas die Flüssiggas-Fahrzeuge bei Gebrauchtkäufern immer weniger gefragt sind, arbeiten sich die Hybride allmählich aus dem Status als automobile Randgruppe heraus. Um immerhin 34 Prozent auf insgesamt 23.424 Einheiten stieg bei ihnen das Handelsvolumen, während die Elektroautos weiterhin Spätzünder bleiben: 4.013 Wiederzulassungen, plus 19 Prozent.

Restwertentwicklung und Standzeiten - Wertstabil mit längerer Wartezeit

Die Standtage legen in einigen Fahrzeugsegmenten etwas zu, doch bei den Restwerten tut sich aktuell so gut wie nichts.

Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss - so der Titel eines Filmklassikers aus dem Jahr 1988. Im Falle der Gebrauchtwagen-Restwerte wird die Assoziation hierzu deutlich, wenn man sich die Kurve der Restwertentwicklung betrachtet. Diese ist in den letzten Monaten von der Kurve zur Geraden geworden und zieht einen gleichmäßigen Strich an der 56,3-Prozent-Marke. Dem Handel kann das recht sein, stabile Preise bedeuten Planungssicherheit. Und auch beim genauen Blick in die einzelnen Segmente wird deutlich: Da tut sich derzeit nicht viel, allenfalls im Nachkomma-Bereich. Die absolute Restwertentwicklung führen entsprechend und wenig überraschend die großen SUV an, welche sich mit 5,7 Prozent Wertzuwachs deutlich von den Durchschnittswerten absetzen können. Allerdings zeigen in der Zweijahresstatistik die bereits damals anziehenden Preise inzwischen Wirkung: Schafften es vor einem Monat noch sieben Segmente über das durchschnittliche Wertewachstum, sind es aktuell nur noch fünf. Die Restwertsteigerung in den vergangenen 24 Monaten liegt bezogen auf den Gesamtmarkt bei 3,2 Prozentpunkten.


d2000383_4.jpg

Standtage im Überblick

Die gute Nachricht zuerst: Die Wartezeiten sind nicht noch weiter gestiegen. Wie im Vormonat verharren die Standtage marktübergreifend bei 103 Tagen, während sie in den Monaten zuvor immer weiter angestiegen waren. Im Zweijahresvergleich bringt das den Händlern dennoch keinen Grund zur Freude, damals fand sich schon nach durchschnittlich 90 Tagen ein Kunde. Der Zweijahresvergleich macht auch klar, wo im Handel derzeit die Reise hingeht, denn vor allem in zwei Segmenten stechen die Zahlen ins Auge. Mit einem Negativrekord von 29 Tagen haben sich die großen SUV drastisch verschlechtert, sie stehen nun durchschnittlich 117 Tage auf dem Hof, bis es zur Unterschrift kommt. Demgegenüber halten sich die Kleinwagen (Steigerung um zehn auf 96 Tage) vergleichsweise wacker, sie stellen das letzte Segment, in dem der Wiederverkauf im Schnitt weniger als 100 Tage dauert. Spitzenreiter bei den Standuhren bleiben Modelle der Oberklasse, gefolgt von den Sportwagen. Doch die erwähnten großen Luxus-SUV sind drauf und dran, die sportlichen Pkw hinter sich zu lassen, nur noch ein Tag trennt die beiden Segmente. Das liegt an einer spektakulären Vollbremsung der großen Offroader, die innerhalb von zwei Monaten stattliche 13 Standtage zulegten.


d2000383_5.jpg

Segmententwicklung - Schwackeblickpunkt: Kleinwagen

Die Bezeichnung Kleinwagen ist heute kein Makel mehr. Die angebotenen Modelle sind pfiffig, geräumig und wertstabil.

Was heute Kleinwagen heißt, war früher Familien-Limousine. Ein aktueller VW Polo streckt sich auf vier Meter Länge, der erste Golf von 1974 war 30 Zentimeter kürzer. Nicht umsonst haben die Hersteller unterhalb der ständig schwellenden Kleinwagen noch eine weitere Klasse installiert, die sogenannten Kleinstwagen. Moderne Kleinwagen beherrschen vom gedrängelten City-Einsatz bis zum großen Trip in den Urlaub alle Spielarten der Mobilität. Dabei ist die Bandbreite des Angebots beachtlich, sie reicht vom sehr preisgünstigen Einsteiger-Auto bis zum luxuriösen und bei Bedarf auch potent motorisierten Edel-Mini.


d2000383_6.jpg

Nahezu allen Modellen gemein ist ein ungewöhnlich stabiler Restwertverlauf, der keine auffälligen Einbrüche aufweist und Händlern wie Haltern eine zuverlässige Planung erlaubt. Das bedeutet jedoch nicht, dass die einzelnen Modelle auch gleichermaßen hohe Restwerte erzielen, denn in diesem Punkt sind deutliche Unterschiede feststellbar. Das bildet auch die Schwacke-Berechnung zur künftigen Restwert-Entwicklung deutlich ab, in der zwischen dem bestbewerteten Modell und dem Kleinwagen mit dem größten Wertverlust eine erhebliche Lücke klafft. Als echte Bank erweist sich dabei der Mini, dem die Datenexperten einen herausragenden Restwert von fast 63 Prozent für ein dreijähriges Modell attestieren. Neben den vermutbaren Fahrzeugen mit hohem Werterhalt (Audi A1, VW Polo) sticht außerdem der Renault Clio hervor.

Wirtschaftsprognose - Das Gewerbe bremst ab, die Verbraucher nicht

Ein merklich abkühlendes Klima macht sich in Deutschlands Chefetagen breit. Der Verbraucherstimmung tut das keinen Abbruch.

Die deutsche Wirtschaft legt auf hohem Niveau den Rückwärtsgang ein. Im Januar 2017 hat sich der Geschäftsklimaindex des ifo Instituts leicht verschnupft gezeigt, er sank von 111,0 auf 109,8 Punkte. Ausschlaggebend hierfür sind in erster Linie zurückgenommene Erwartungen an das künftige Geschäft. Davon betroffen sind ausnahmslos alle Branchen. Im verarbeitenden Gewerbe ist die aktuelle Lage dennoch blendend, die Kapazitätsauslastung ist weiter auf nun 86 Prozent gestiegen. Außerdem erwarten die Unternehmen in naher Zukunft steigende Produktpreise, was sich entsprechend auf die Inflationsrate auswirken würde. Rückläufige Werte sowohl beim Tagesgeschäft als auch bei den Zukunftsaussichten vermelden sowohl Groß- wie auch Einzelhandel. Allerdings bemerken die Wirtschaftsforscher, dass beim Einkaufsverhalten der Großhändler weiterhin auf Expansion gesetzt wird. Ungewöhnlich nach dem gewaltigen Höhenflug im Vorjahr: Selbst im Baugewerbe macht sich aktuell leichter Pessimismus beim Blick in die Zukunft breit. Dessen ungeachtet stieg jedoch die aktuelle Auftragslage der Baufirmen auf einen neuerlichen Höchststand.

Währenddessen attestieren die Forscher des GfK-Instituts den deutschen Verbrauchern einen glänzenden Start ins neue Jahr. Der Konsumklimaindex für den Februar stieg von 9,9 auf jetzt 10,2 Punkte. Die gute Stimmung betrifft alle Facetten der abgefragten Werte. So stieg die Konjunkturerwartung zum vierten Mal in Folge auf nun 21,6 Punkte, der höchste Wert seit Juni 2015. Gleichermaßen sind die Verbraucher überzeugt von der stabilen Wirtschaftslage und erhalten dabei Unterstützung durch die jüngsten Daten zum Bruttoinlandsprodukt. Dieses stieg 2016 preisbereinigt um 1,9 Prozent an, die größte Steigerung seit 2011.Die ohnehin bereits hohe Einkommenserwartung hat sich erneut verbessert. Die Gründe hierfür sind in der hohen Beschäftigungsquote zu finden, welche einen entsprechend großzügigen Spielraum für Lohn- und Gehaltszuwächse eröffnet. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass durch die zuletzt spürbar anziehende Inflationsrate ein Gegentrend für die Realeinkommen erwächst. Ungebrochen hoch bleibt dennoch die Anschaffungsneigung der Deutschen.

Redaktionelle Hinweise:

------

Quelle: EurotaxSchwacke (Auszug aus dem Schwacke Newsletter)

Schlagwörter:

KFZ-Bewertung, PKW-Bewertung, Automietpreise, Neuwagen, Gebrauchtwagen, Restwert, Nutzungsausfall


Dieses Dokument mit weiteren Informationen und Angeboten zu diesem Thema in (gesicherter Bereich) LEXinform online öffnen


WeiterempfehlenDokument diskutieren oder weiterempfehlen