Dok.-Nr.: 2000383

DATEV Redaktion LEXinform

Pressemitteilung vom 15.08.2017

Schwacke Newsletter August 2017


Wirtschafts-Prognose 7/2017 - Gute-Laune-Rallye geht weiter

Nicht nur wettertechnisch herrscht dieser Tage größtenteils Sonnenschein im Land. Auch die Wirtschaftsinstitute überbieten sich in ihren Analysen.

Von Allzeithoch zu Allzeithoch, so lässt sich derzeit die Stimmung in den deutschen Chefetagen umschreiben. Mit 116 Punkten (Vormonat: 115,2) erreicht der ifo Geschäftsklimaindex den dritten Rekordwert in Folge. Als „euphorisch“ bezeichnen die Wirtschaftsforscher die Reaktionen der befragten Unternehmen. Im verarbeitenden Gewerbe wurden bei der aktuellen Geschäftslage neue Rekordzahlen erreicht, die Kapazitätsauslastung der Betriebe stieg deutlich um 0,7 Prozentpunkte auf jetzt 86,7 Prozent. Gleichzeitig steigerte sich die Erwartung künftiger Auftragseingänge erneut, nachdem diese bereits in den Vormonaten stetig zunahm. Gleiches gilt für das Baugewerbe, das im Vormonat noch eine leichte Delle aufwies. Lediglich im Handel sind verhaltene Stimmen zu hören. Während Großhändler die Geschäftsaussichten positiv einschätzen, ist beim aktuellen Geschäftsverlauf ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Die Einzelhändler berichten sogar von einem deutlichen Rückgang im Tagesgeschäft und stuften auch ihre Zukunftsprognosen herab, dennoch ist in beiden Handelssparten nach wie vor ein sehr hohes Level zu beobachten.

Mit ähnlichem Optimismus reagieren derzeit die Verbraucher in Deutschland auf die Wirtschaftslage. Auch in der GfK-Konsumklimastudie werden Bestwerte vermeldet. In den einzelnen Kategorien werden zum Teil neue Rekorde ermittelt. So steigen die Konjunkturaussichten mit einem Plus von 6,5 Zählern auf insgesamt 41,3 Punkte und damit den höchsten Wert seit drei Jahren. Von drohenden Handelssanktionen seitens der USA oder den bevorstehenden Brexit-Verhandlungen lassen sich die Verbraucher dabei derzeit nicht beeindrucken. Gleichzeitig steigt die Einkommenswertwartung von Arbeitern und Angestellten auf einen laut der Gesellschaft für Konsumforschung „historischen Höchststand“. Mit dem Plus von 1,7 auf 60,2 Punkte falle der aktuelle Zuwachs zwar relativ moderat aus, dennoch liege der Wert so hoch wie noch nie seit der deutschen Wiedervereinigung. Damit einher geht außerdem die Verbesserung der Anschaffungsneigung, die Deutschen zeigen sich laut GfK in bester Konsumlaune. Für den darauffolgenden Monat erwarten die Experten des Instituts weiter wachsende Werte.

Neuwagen-Zulassungen und Prognose 7/2017 - Diesel unter Druck

Ein leichtes Zulassungsplus treibt die Zahl der Neuwagen-Absätze im Juli über die Zweimillionenmarke. Doch der Diesel-Absatz stockt.

Mit einem Zuwachs um +1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat wurden im Juli 283.080 Neuwagen erstmals in Deutschland zugelassen, von Januar bis Juli stieg die Zahl entsprechend auf nun 2,07 Millionen. Damit bleibt die Statistik im Plus, in den Monaten Januar bis Juli wurden +2,9 Prozent mehr Erstzulassungen gezählt als im Vergleichszeitraum 2016. Die stärksten Zuwachsraten verzeichnen dabei einige Importmarken. Tesla (+102%), Alfa Romeo (+76%) und Mitsubishi (+54%) führen hier die Rangliste der Gewinner an. Bei den deutschen Marken ist die Statistik eher durchwachsen. Den stärksten Gewinner stellt Mercedes (+18 Prozent), während es für VW um -13,2 Prozent bergab ging. Der Marktanteil der Wolfsburger nahm dadurch signifikant ab, er lag im Juli bei nur noch 17,5 Prozent. Zum Vergleich: Vor drei Jahren erreichte VW noch rund 23 Prozent. Im Segmentüberblick standen die obere Mittelklasse (+39 Prozent) und einmal mehr die SUV (+24 Prozent) im Fokus. Mit Ausnahme der Oberklasse gingen in allen anderen Fahrzeugklassen die Zulassungszahlen zurück.


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Die jüngsten Entwicklungen in der Diesel-Debatte bringen den Selbstzünder immer mehr unter Druck. Im Juli sind diese Änderungen so stark wie nie zu beobachten, mit einem Anteil von 56 Prozent legten die Benzinmodelle um +11,2 Prozent zu. Gleichzeitig verloren die Diesel um -12,7 Prozent, ihr Marktanteil sank im Juli auf 40 Prozent. Der von einigen Herstellern propagierte Schwenk zur Erdgastechnik als Alternative zum Diesel kommt indes bei den Käufern kaum an, mit 265 erstmals zugelassenen Erdgasfahrzeugen ist von einer Trendwende nichts in Sicht. Ein bislang wenig beachteter Nebeneffekt der rückläufigen Dieselzahlen: Zum ersten Mal seit Jahren steigen die Werte für den durchschnittlichen CO2-Ausstoß wieder an, auf aktuell 128,4g/km im Mittel um +0,4 Prozent.

IHS-Prognose: PKW-Neuzulassungen in Deutschland (Datenquelle: IHS Global GmbH,http://www.ihs.com/)


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Gebrauchtwagenmarkt im Juni 2017

Ein deutlicher Rückgang im Juni bringt die Halbjahresbilanz bei den Gebrauchtwagen ins Minus.

Die Gebrauchtwagenzahlen bilden erneut den Zickzackkurs der Neuwagenzulassungen ab. Entsprechend verzeichnete das KBA im Juni einen deutlichen Rückgang bei den Besitzumschreibungen, das Minus lag im Vergleich zum Vorjahresmonat bei -4,4 Prozent. Diese rückläufigen Zahlen bescheren der Halbjahresbilanz einen leichten Verlust. Mit 3,71 Millionen Gebrauchtwagenverkäufen gibt es hier einen Rückgang um -0,8 Prozent gegenüber 2016. Unter den großen Marktteilnehmern mit Halbjahreszahlen im sechsstelligen Bereich gab es eine unterschiedliche Entwicklung. So konnte Audi zulegen, während BMW an Stückzahlen verlor. Rückläufige Zahlen melden außerdem bei den Hauptakteuren die Marken Ford, Opel und vor allem VW, dort ging der Marktanteil am Gebrauchtwagengeschäft binnen eines Jahres von 21,0 auf 20,8 Prozent zurück.


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Der Dieselanteil bei den Besitzumschreibungen ist im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund -6 Prozent zurückgegangen, aber verglichen mit Mai dieses Jahres stabil geblieben. Benzinmodelle haben im Vergleich zum letzten Juni um rund -3,7 Prozent schwächer abgeschnitten. Aber im Gegensatz zu den Dieseln knapp -2 Prozent verloren zum Vormonat. Die Prozentwerte zu den alternativen Antrieben lesen sich zunächst spektakulär: Hybrid-Gebrauchte plus 54 Prozent, Elektroautos plus 65 Prozent. Doch mit 16.417 Hybriden und 5.327 Stromern, die in sechs Monaten den Besitzer wechselten, bleibt der tatsächliche Marktanteil nach wie vor gering. In der Halbjahresstatistik werfen wir diesmal außerdem einen Blick auf die beliebtesten Hubraumklassen. Am besten verkauften sich hier Modelle mit Motoren im Bereich von 1,8 bis 2,0 Liter (rund 862.000 im ersten Halbjahr). Mit je rund 686.000 Modellen gleichermaßen beliebt waren außerdem die Motorgrößen von 1,2 bis 1,4 sowie von 1,4 bis 1,6 Liter.

Restwert-Entwicklung und Standzeiten 7/2017 - Leichte Steigerung der Restwerte

Die Parkzeiten für Gebrauchtwagen sind in Bewegung geraten, die Standtage sanken zuletzt. Bei den Restwerten ist nach wie vor ein hohes Level zu beobachten.

Die Restwerte für Gebrauchtwagen verharren weiterhin auf hohem Niveau. Schon seit inzwischen 18 Monaten verharrt der Restwertindex für dreijährige Gebrauchte auf einem Level jenseits der 55 Prozent, schwankt seit einem Jahr sogar um die 56-Prozent-Marke. Der bisherige Höchststand aus dem Vormonat bleibt im August unverändert. Zulegen konnten besonders die ohnehin wertstabilen Klassen, den einzigen spürbaren Restwertrückgang muss die Oberklasse verkraften.

Die Zweijahreswertung in der Restwertentwicklung wird derzeit von den Sportwagen angeführt, die in diesem Monat an den großen SUV vorbeizogen. Mit einer Steigerung von +5,2 Prozentpunkten binnen zwei Jahren haben hier die Restwerte besonders stark gewonnen, auch der relative Zuwachs um +9,4 Prozent liegt im Segmentumfeld an der Spitze. Bei der prozentualen Steigerung fallen außerdem die Kleinwagen im Marktumfeld auf, bei denen die durchschnittlichen Restwerte binnen zwei Jahren um fast neun Prozent anstiegen. Die geringste Bewegung gab es bei den Geländewagen und den Kleinstwagen.


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Standtage im Überblick

Bei den Wartezeiten für Gebrauchtwagenverkäufer kommt etwas Bewegung ins Spiel. Von Mai bis Juli wurden zweimal in Folge sinkende Werte beobachtet, so gingen die Zahlen im Gesamtmarkt von 105 im Mai auf 103 im Juni und zuletzt im Juli nochmals auf 102 Tage zurück. Dabei waren es eher die mittelgroßen Modelle, bei denen besonders viele Veränderungen auftraten. In der Kompaktklasse gingen die Standtage binnen zwei Monaten von 109 auf 104 Tage zurück, in der Mittelklasse sank dieser Wert von ebenfalls 109 auf 106 Tage. Praktisch unverändert präsentieren sich die Pkw-Klassen darüber und darunter. Große Fortschritte verzeichnen hingegen die kompakten Vans, die innerhalb von zwei Monaten gleich sechs Standtage abbauten. Bei den SUV herrscht hingegen Stillstand, hier ist keine Entwicklung erkennbar. Den letzten Platz der Dauerparker teilen sich im Juli zwei Fahrzeugkategorien: Sportwagen und Oberklassemodelle warten 136 Tage darauf, dass sich ein neuer Besitzer findet.


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Segment-Entwicklung 8/2017 - SchwackeBlickpunkt: Cabrios

Auch wenn der Sommer in diesem Jahr durchaus ansprechende Temperaturen bot, bleiben Cabrios ein Nischenprodukt. Jedoch eines mit unterschiedlichen Vorzeichen beim Werterhalt.

Noch mehr als ein Sportwagen dient ein Cabrio vor allem dem Fahrgenuss, während der Praxis- und Alltagsnutzen im Lastenheft ganz hinten angeordnet wird. Dabei sind die modernen Modelle weit von den Stoffdachvarianten entfernt, die noch vor 20 Jahren angeboten wurden. Viel verwindungssteifere Karosserien, ganzjahrestaugliche Dachkonstruktionen und autobahntauglicher Geräuschkomfort können durchaus dazu führen, ein Cabrio auch als Erst- und Alltagsauto einzusetzen. Doch in der Praxis sind die Fahrzeuge zumeist nur saisonal unterwegs und werden als gepflegter Zweitwagen gehalten.


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Dabei ist Cabrio natürlich nicht Cabrio, denn auf die Basis kommt es an. In der Schwacke-Untersuchung der Restwertentwicklung traten dabei vom kompakten The Beetle über die gediegene Mercedes E-Klasse bis zum sportlichen Muskelprotz Ford Mustang eine große Bandbreite an Kandidaten an, die eine ebenso große Varianz bei den zu erwartenden Restwerten aufweisen. Offensichtlich ist es in diesem speziellen, von Liebhabern der Fahrzeuggattung dominierten Markt weniger wichtig, wie lange ein Modell bereits auf dem Markt oder wie leistungsstark sein Antrieb ist. Ein gutes Beispiel ist der zweitplatzierte und bereits seit 2013 gebaute BMW 4er, der dem nagelneuen E-Klasse-Cabrio beim Werterhalt voraus sein wird. Ebenso rangiert der seit fünf Jahren verfügbare VW The Beetle vor dem relativ neuen und bei den Sportwagen durchaus verkaufsstarken Ford Mustang.

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Quelle: EurotaxSchwacke (Auszug aus dem Schwacke Newsletter)

Schlagwörter:

KFZ-Bewertung, PKW-Bewertung, Automietpreise, Neuwagen, Gebrauchtwagen, Restwert, Nutzungsausfall


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