Dok.-Nr.: 2000383

DATEV Redaktion LEXinform

Pressemitteilung vom 14.11.2016

Schwacke: SchwackeListe Automietpreisspiegel als Schätzgrundlage geeignet


SchwackeListe Automietpreisspiegel als Schätzgrundlage geeignet

Bei der Bemessung der Höhe der erforderlichen Kosten für die Anmietung eines Ersatzfahrzeuges nach einem unverschuldeten Unfall zieht das Landgericht Zwickau den SchwackeListe Automietpreisspiegel heran (6 S 5/16 vom 23.09.2016).

In einem Berufungsverfahren legt das Gericht zur Bestimmung des ersatzfähigen Normaltarifs die SchwackeListe zu Grunde. Die Beklagtenseite verwies in dem Verfahren erfolglos auf die Fraunhofer-Liste. Laut Gericht reicht es jedoch nicht aus sich auf die Fraunhofer-Liste zu beziehen um den Schwacke-Automietpreisspiegel als ungeeignete Schätzgrundlage anzusehen. Zudem merkt das Landgericht an, dass den Ergebnissen der Fraunhofer-Liste unter anderem eine Vorreservierungszeit von einer Woche zugrunde liegt. In dem vorliegen Fall erfolgte die Anmietung des Mietwagens bereits am Tag nach dem Unfall.

Auch die von der Beklagtenseite vorgelegten Internetangebote und das Beweisangebot der damaligen Verfügbarkeit der Fahrzeuge zum Unfallzeitpunkt waren nicht geeignet, die SchwackeListe zu bemängeln, da es sich bei den Internettarifen um einen Sondermarkt handelt, der mit dem allgemeinen Mietwagenmarkt nicht ohne weiteres vergleichbar ist. Eine Internetanmietung setzt regelmäßig eine Vorabreservierung voraus und das Mietende ist ebenfalls vorzugeben. Dies ist dem Geschädigten bei einer Anmietung jedoch nicht bekannt.

Durch die von der Beklagtenseite zusätzlich eingereichten Sachverständigengutachten konnten keine konkreten Tatsachen darüber aufgezeigt werden, dass etwaige Mängel an der SchwackeListe vorliegen, die sich in erheblichem Umfang auf den Fall auswirken, da sich die Gutachten nicht auf den streitgegenständlichen Anmietzeitraum bezogen.

Neuwagenzulassungen und -prognose - Trüber Herbstbeginn

Im Oktober fielen die Zulassungszahlen überraschend stark unter den Vorjahreswert. Nur in einem Segment gab es eine Steigerung.

Verwöhnt von den guten Ergebnissen der beiden Vormonate, gab es im Oktober für die meisten Hersteller nur wenig zu feiern. Um immerhin -5,6% lagen die Zulassungszahlen hinter denen des letztjährigen Oktober zurück, mit 262.724 Neuzulassungen ging es, verglichen mit dem September, sogar um fast -12 Prozent nach unten. Das trübt das bisherige Jahresergebnis etwas ein und lässt das Plus von zuletzt 6,1 Prozent auf nun noch 4,9 Prozent zusammenschmelzen.


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Betrachtet nach Segmenten, ging es vor allem für die Luxuslimousinen auf Talfahrt, die Oberklasse schrumpfte um -33,5 Prozent. Aber auch in den umsatzträchtigen Segmenten der Kleinstwagen (-9,3%) und der Kompaktklasse (-12,9%) gingen die Verkäufe spürbar zurück. Darunter musste speziell der bis zur Mittelklasse stark involvierte Marktführer VW leiden, wo vor allem die Zulassungszahlen von Golf und Passat drastisch eingebrochen sind. So stehen die Wolfsburger im Oktober mit einem Minus von -19,7% gegenüber dem Vorjahresmonat an der Spitze der Zulassungs-Verlierer. Gut lief es in erster Linie bei den Nischenmarken mit bescheidenen Gesamtzahlen, Alfa Romeo, Jaguar und Lexus steigerten sich um Werte zwischen 61 und 116 Prozent und sind damit auch über den bisherigen Jahresverlauf die Marken mit dem höchsten prozentualen Zuwachs. Frei von Sorgen sind die Vertriebsmitarbeiter lediglich bei SUV und Geländewagen, die auch im Oktober dem allgemeinen Trend trotzten und kräftige Steigerungsraten verzeichnen. Hierzu tragen auch attraktive Neuzugänge wie der Seat Ateca bei, die dem ohnehin beliebten Segment weiteren Schub geben.

Während Fahrzeuge mit Hybridantrieb weiter an Fahrt aufnehmen (5.011 Neuzulassungen, +67,5 Prozent), stottert der Elektromotor. Mit 1.167 neu zugelassenen Elektro-Autos beträgt der Verlust dieser Antriebstechnologie gegenüber dem vergangenen Oktober -31 Prozent. Zurückgegangen ist auch der Dieselanteil bei den Neuzulassungen, er sank um -12,6 Prozent. So fuhren im Oktober nur noch 44,2 Prozent der erstmals zugelassenen Pkw mit einem Dieselmotor vom Hof.

IHS-Prognose: PKW-Neuzulassungen in Deutschland*


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Gebrauchtwarenmarkt im September

Mit Wiederverkäufen fast auf dem Level des August schließt das dritte Quartal für Gebrauchtwagenhändler positiv.

Im September nahm der Gebrauchtwagenmarkt den Schwung des Vormonats mit. Bei insgesamt 637.624 Stück lag die Zahl der Besitzumschreibungen nahezu auf dem selben Level wie bereits im August. Im Vergleich zum Vorjahres-September bedeutet dies eine Steigerung um +3,2 Prozent. Gleichzeitig stabilisieren diese Zahlen den Gesamtjahrestrend. Von Januar bis September wurden 1,2 Prozent mehr Gebrauchtwagen umgeschrieben als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die einzelnen Marken unterscheiden sich in der Teilhabe an den guten Zahlen, wofür auch eine entsprechende Variierung der taktischen Verkäufe je nach Marke verantwortlich sein dürfte. So steigerte Audi binnen eines Jahres den Anteil an den Wiederzulassungen von 7,2 auf 7,4 Prozent des Gesamtmarkts, während es bei BMW um exakt diese 0,2 Prozentpunkte auf 7,7 Prozent Marktanteil zurückging. Auch Mercedes und VW bauen im Vergleich zum Vorjahresmonat ihren Anteil am Gebrauchtwagenverkauf um jeweils 0,2 Prozent aus. Diese Stückzahlensteigerungen gehen zu Lasten einiger Volumenmarken und Importeure, so musste Opel ebenso wie Citroen und Peugeot Marktanteile abgeben. Am stärksten sank die prozentuale Teilhabe bei Renault, wo es im September nach Stückzahlen einen vierstelligen Rückgang bei den Besitzumschreibungen zu verzeichnen gibt.


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Wie sehr diese Zahlen und die insgesamt positiven Werte bei den Wiederzulassungen auf sehr junge Gebrauchte, Vorführer und Tageszulassungen zurück geht, zeigt einmal mehr ein Blick in die Aufschlüsselung der Gebrauchtwagen-Schadstoffklassen. Hier stieg die Zahl der Euro-6-Modelle um mehr als das Doppelte an, während alle anderen Emissionsklassen, selbst Euro-5-Modelle, rückläufige Zahlen aufweisen. Mit 117.710 Besitzumschreibungen war im September bereits mehr als jeder sechste erneut zugelassene Gebrauchtwagen ein sehr junges Euro-6-Modell.

Restwertentwicklung und Standzeitenwertentwicklung uneinheitlich

Mit nur leichten Zuwächsen bei den Restwerten geht es in Richtung Jahresende. Doch der Rückblick offenbart deutlichere Unterschiede.

Ruhige Zeiten statt Preispoker, die Restwerte entwickeln sich momentan kaum. Insgesamt stieg der durchschnittliche Restwert für einen dreijährigen Gebrauchten nun um 0,1 auf 56,3 Prozent, was allerdings immerhin das Zweijahreshoch markiert. Kurskorrekturen gab es nach beiden Seiten im November: Einen Rückgang um 0,4 Prozentpunkte verzeichnen die Geländewagen, einen stärkeren Zuwachs um 1 Prozentpunkt gab es bei den großen Vans. Das Bild ändert sich jedoch, wenn man von der Momentaufnahme zum Jahresvergleich schwenkt, der die Restwertentwicklung pro Segment in absoluten Zahlen abbildet. Hier ist eine leichte Nivellierung bemerkbar, die Segmente nähern sich dem Gesamtdurchschnitt an. Dafür sorgt in erster Linie die geringere Zuwachsrate bei den Sportwagen sowie den Kleinstwagen. Unverändert stark halten sich dabei lediglich die großen Luxus-SUV. Sie konnten im Zweijahresvergleich sechs Prozentpunkte Wertzuwachs verzeichnen, während an der entgegengesetzten Stelle der Tabelle ebenfalls SUV parken, in diesem Fall die kleinen SUV. Hier sind es lediglich 1,5 Prozentpunkte Zuwachs, bei insgesamt 3,1 Prozentpunkten Restwertwachstum im Gesamtmarkt. Wobei das heutige Restwertniveau der kleinen SUV allerdings im Durchschnitt bei 60,5% liegt, damit reihen sie sich hinter den Geländewagen und den großen Luxus-SUV auf dem dritten Rang ein.


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Standtage im Überblick

Bei den Wartezeiten für Händler hat sich im abgelaufenen Monat einiges getan, und das nicht zum Guten. Bereits die Steigerung von durchschnittlich 98 auf 100 Standtage im Blick auf den Gesamtmarkt macht deutlich, dass einiges in Bewegung geraten ist. Davon betroffen sind besonders die bisherigen Schnelldreher, deren Absatzzeiten sich zum Teil sehr deutlich verlangsamten. Die kleinen SUV verschlechterten sich um gleich fünf Tage, Kompakt-SUV um drei und die großen Offroader um zwei Tage. Nur die Geländewagen trotzen dem Trend und bleiben unverändert auf einem aber ohnehin bereits hohen Wert.

Doch nicht nur die beliebten SUV, auch die übrigen Klassen zeigen sich im Berichtsmonat spürbar ermattet im Bestreben, den Händlerhof zu verlassen. Kleinwagen plus drei, Kompakt- und Mittelklasse plus zwei, Vans plus drei - so lautet das trübe Ergebnis in Tagen. Und ausgerechnet die bisherigen Parkkönige werden in diesem Umfeld munter. Sportwagen verkaufen sich aktuell fünf Tage schneller als im Vormonat, in der Oberklasse geht es drei Tage schneller mit dem Vertragsabschluss.


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Segmententwicklung - Schwackeblickpunkt: Kleine SUV

Schick, aber nicht protzig, praktisch, aber nicht ruppig. Kleine SUV sind bei der Kundschaft voll im Trend. Ob das so bleibt, klärt die Schwacke Restwertprognose.

Die Auswahl ist bei den kleinen SUV ähnlich groß wie die Preisspanne in diesem Segment, das sowohl von Herstellern wie Dacia als auch von den deutschen Premiummarken besetzt ist. Und: In kaum einer anderen Klasse geht es bei den Verkaufszahlen so ausgewogen zu, sind die Importeure so erfolgreich. Ein Paradebeispiel ist der noch junge Renault Captur, der für die Franzosen ein Volltreffer ist. Aber auch Mazda hat dank des CX-3 bei den SUV-Zulassungszahlen zur Tabellenspitze aufgeschlossen.


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Mit einem durchschnittlichen prognostizierten Restwert von 56,9 Prozent des ursprünglichen Listenpreises für ein drei Jahre altes Modell bewegt sich diese Fahrzeugklasse zukünftig in der Nähe des derzeitigen Gesamtmarkt-Durchschnitts. Der Spitzenreiter in der künftigen Wertentwicklung kommt aus dem Lager der Edelmarken, der BMW X1. Sehr wertstabil zeigen sich die Importmarken Renault und Dacia.

Wirtschafts-Prognose - Die Kluft wird größer

Die schon im Vormonat beobachtete unterschiedliche Beurteilung der wirtschaftlichen Verhältnisse hat sich weiter vergrößert. Die Verbraucher sind skeptisch, die Wirtschaft nicht.

Das vom ifo-Institut ermittelte Geschäftsklima hat im Oktober abermals zugelegt, mit jetzt 110,5 Punkten ist ein neuer Zweijahreshöchstwert erreicht. Lediglich im Handel gaben die Beurteilungen der befragten Unternehmen etwas nach. Großhändler korrigierten die Geschäftsprognosen und die Einschätzung des aktuellen Tagesgeschäfts, jedoch liegt hier der Index nach wie vor über dem langjährigen Durchschnitt. Im Einzelhandel blieb die Bewertung unverändert, bei leicht gestiegenen Erwartungen wurden die aktuellen Geschäftsdaten nach unten korrigiert. Dafür zogen die Werte im verarbeitenden Gewerbe stark an. Die Zukunftsaussichten befinden sich auf dem höchsten Wert seit zwei Jahren, auch die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage verbesserten sich. Das geht mit einer Steigerung der Kapazitätsauslastung um 0,9 auf nun 85,7 Prozent einher. Ohnehin von der regulären Entwicklung abgekoppelt zeigt sich das Baugewerbe. Es eilt weiterhin von Rekord zu Rekord, so das ifo-Institut. Der Geschäftsklimaindex im Baugewerbe stieg zum siebten Mal in Folge, auch die Geschäftsaussichten erreichen ein neues Rekordhoch.

Anders beurteilen die Verbraucher ihre aktuelle Lage und ihre Aussichten für die Zukunft. Der Gesamtindex für das Konsumklima ist mit 9,7 Punkten erstmals seit Juni wieder unter die 10-Punkte-Marke gesunken. Allerdings sind sich die Konsumenten in der Lagebeurteilung etwas uneins. Denn die gesamtwirtschaftlichen Aussichten beurteilen die Befragten erstmals seit vier Monaten wieder positiver. Dafür sehen die Deutschen ihre Aussichten im Hinblick auf ihr künftiges Einkommen pessimistischer, und dies nun zum zweiten Mal in Folge. Damit ist der wechselweise ins positive schwankende Trend zum Stoppen gekommen. Nahende Probleme sehen die Verbraucher vor allem im Hinblick auf steigende Energiepreise und eine anziehende Inflationsrate. Diese war zuletzt im September auf 0,7 Prozent angestiegen. Gleichzeitig geht die Anschaffungsneigung zurück, der Index für die Kauflust sank um 3,4 auf 49,9 Zähler. Parallel dazu steigt die Sparneigung an, obwohl die Zinssituation für Kleinsparer nach wie vor unbefriedigend ist.

Datenquelle:
ifo Institut (http://www.cesifo-group.de)
GfK SE (http://www.gfk.com)

Schwackenet spricht nun KOSYFA

Mehrwert für den Kunden bei Gebrauchtwagenfinanzierung.

Maintal. Ohne die Möglichkeit einer Fahrzeugfinanzierung geht im deutschen Automobilmarkt kaum noch etwas. Laut einer Erhebung des Marktforschungsinstitutes Statista GmbH werden 1/3 aller Gebrauchtwagen (Stand: Jan 2016) durch eine Finanzierung bezahlt - Tendenz steigend.

Um unsere Kunden hierbei zu unterstützen, haben wir gemeinsam mit der Santander Consumer Bank eine Anbindung zwischen der Händlermanagementsoftware Kosyfa der Santander und unserem Gebrauchtwagenmanagementsystem SchwackeNet entwickelt.

„Unsere Kunden sind vermehrt mit dem Wunsch einer Anbindung an Kosyfa an uns herangetreten. Wir haben diesen Wunsch mit unserem langjährigen Partner der Santander Consumer Bank diskutiert und konnten gemeinsam innerhalb kurzer Zeit eine Schnittstelle definieren und die Anbindung gewährleisten. Dies stellt für unsere gemeinsame Kunden einen deutlichen Mehrwert dar“, erklärt Roy Winkler, Produktmanager SchwackeNet.

Einfach. Schnell. Sicher. Dies ist kurz und knapp der Mehrwert für Händler im Hinblick auf die Anbindung der Händlermanagementsoftware Kosyfa der Santander in SchwackeNet. Der Datenaustausch zwischen den beiden Systemen erfolgt einfach per Mausklick. Dadurch entfällt eine erneute Eingabe der Daten und die Fehlerhäufigkeit wird ebenfalls reduziert. Das verringert insgesamt den Arbeitsaufwand, denn die Daten stehen unmittelbar für den weiteren Verkaufsprozess zur Verfügung. Dies ermöglicht eine effektivere Arbeitsweise und eine deutliche Zeitersparnis für die Fahrzeughändler, da ein direkter Abschluss einer Finanzierung im SchwackeNet möglich ist.

Maik Kynast, Bereichsleiter Vertrieb und Versicherungen Kfz bei der Santander Consumer Bank: „Uns ist es sehr wichtig, unseren Händlerpartnern das tägliche Geschäft so komfortabel wie möglich zu gestalten. Darum sind wir froh, dass es uns gemeinsam mit SCHWACKE so schnell gelungen ist, unsere beiden Systeme miteinander zu verbinden. Damit werden wir dem wachsenden Anteil der Fahrzeugfinanzierungen bei Gebrauchtwagen gerecht.“

Belegexemplar erbeten.

Ihr Schwacke Presse-Team

Über Schwacke GmbH

Die Schwacke GmbH ist ein Unternehmen der EurotaxGlass’s Gruppe. 1957 von Hanns W. Schwacke als Verlag gegründet konnte Schwacke bald darauf den Klassiker SchwackeListe für Pkw als Standard bei der Ermittlung von Gebrauchtwagenpreisen etablieren. Heute bietet die EurotaxGlass’s Gruppe als unabhängiger Dienstleister automobile Marktdaten, Analysen und Softwarelösungen mit den Schwerpunkten Restwertermittlung und -management sowie Schadenkalkulation an. Die Gruppe ist mit 800 Mitarbeitern in 30 Ländern tätig.

Redaktionelle Hinweise:

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Quelle: EurotaxSchwacke (Auszug aus dem Schwacke Newsletter)

Schlagwörter:

KFZ-Bewertung, PKW-Bewertung, Automietpreise, Neuwagen, Gebrauchtwagen, Restwert, Nutzungsausfall


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