Dok.-Nr.: 2000383

DATEV Redaktion LEXinform

Pressemitteilung vom 13.07.2016

Schwacke: Neuwagen-Zulassungen und Prognose - Starker Markt


Schwacke: Neuwagen-Zulassungen und Prognose - Starker Markt

Die Halbjahresbilanz fällt positiv aus. Mit einem weiteren Anstieg der Neuzulassungszahlen im Juni gibt es einen beachtlichen Aufschwung.

Mit diesen Zahlen sind die Hersteller sicher zufrieden. Um +8,3 Prozent stiegen die Zulassungszahlen im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat. Nachdem bereits der Jahresanfang ähnlich stark performte, steht unter dem Strich ein sattes Plus vor den Neuzulassungszahlen des ersten Halbjahres. Die 339.563 Neuwagenzulassungen im Juni addieren sich zu einer Gesamtzahl von 1.733.839 Pkw, die erstmals in Deutschland in den Verkehr gebracht wurden. Das macht einen Anstieg um +7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.


d2000383-1.jpg

Offensichtlich völlig unbeeindruckt von der Dieseldiskussion greifen die deutschen Käufer weiter zum Selbstzünder. Mit einem Plus von +4,3 Prozent ist bei dieser Antriebsart kein Zeichen von Zurückhaltung zu erkennen. Im Vergleich dazu stieg die Anzahl der verkauften Benzinfahrzeuge jedoch noch stärker, sie steigerten sich im ersten Halbjahr um +9,8 Prozent. Aktuell beziffert sich der Anteil der Dieselmotoren bei den Neuzulassungen auf einen Wert von 46,9 Prozent. Der Durchbruch alternativer Antriebsarten lässt hingegen weiter auf sich warten. 20.635 Hybrid- und Plugin-Hybridfahrzeuge binnen sechs Monaten, daneben 4.357 neue Elektroautos, das ist nach wie vor ein verschwindend geringer Anteil an den 1,7 Millionen Neuzulassungen.

In der Halbjahresbilanz gibt es fast ausschließlich Gewinner, wobei besonders die kleineren Marken sehr stark wachsen konnten. Auf der Verliererseite finden sich neben Citroens Luxusableger DS die Marken Jeep, Seat, Smart, Suzuki und VW. Besonders beim Branchenprimus war man gespannt auf die Entwicklung, das Minus im ersten Halbjahr fällt jedoch mit -1,4 Prozent verhältnismäßig moderat aus. Im Juni konnte VW sogar wieder leicht zulegen.

IHS-Prognose: PKW-Neuzulassungen in Deutschland*


d2000383-2.jpg

Gebrauchtwagenmarkt im Mai

Für Gebrauchtwagenhändler brachte der Mai den erhofften Aufschwung, die Ausblicke bleiben freundlich.

Zwei Monate in Folge gingen die Verkaufszahlen von Second-Hand-Autos zurück. Ein spürbares Plus von +5,5 Prozent gegenüber Mai 2015 verzeichnet nun das Kraftfahrt-Bundesamt bei den Pkw-Besitzumschreibungen. Die steigen damit um 614.342 Einheiten auf rund 3,08 Millionen, was von Januar bis Mai einen Zuwachs um +1,3 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum bedeutet.

Die Gewinne der einzelnen Marken fallen dabei unterschiedlich aus. Und nicht bei allen Herstellern liegt die Zahl der Besitzumschreibungen im Einjahresvergleich im positiven Bereich. Allerdings sind die Verlierer klar in der Unterzahl und auf stückzahlenmäßig geringe Einbußen begrenzt. In großer Mehrheit haben die Marken zugelegt. Das gilt auch für den von Marktbeobachtern besonders genau betrachteten VW-Konzern. Den prozentual größten Schritt voran machte dabei Skoda, nach Stückzahlen legten Audi und die Stammmarke VW am stärksten zu. Wegen der insgesamt gestiegenen Handelszahlen büßte VW dennoch Marktanteile ein: Obwohl über 3.500 VW-Fahrzeuge mehr den Besitzer wechselten, als dies im Mai 2015 der Fall war, sank der VW-Marktanteil von 21,8 auf 21,2 Prozent. Erhebliche Steigerungen verzeichnen die beiden nachfolgenden Marken auf dem Podium, Opel und Mercedes. Meistgehandelte Importmarke bleibt Renault mit 27.898 Besitzumschreibungen im Mai.


d2000383-3.jpg

Eine Verschiebung weg von den Dieselmodellen ist trotz der aktuellen Debatte um Innenstadt-Fahrverbote nicht feststellbar, im Gegenteil: Dieselmodelle steigerten ihren Anteil an den Gebrauchtwagen-Ummeldungen gegenüber Mai 2015 um 0,2 auf 32,9 Prozent. Einen prozentual sehr starken Zuwachs verzeichneten die gehandelten Hybridmodelle, von denen +44 Prozent mehr an die Kundschaft gebracht wurden. Sogar um +50 Prozent stieg die Zahl der Gebraucht-Stromer im Vergleich zum Vorjahres-Mai. Angesichts der homöopathischen Gesamtanzahl bleiben die genannten Fahrzeuge allerdings weiterhin klare Exoten.

Restwert-Entwicklung - und Standzeiten - Schnelles Geschäft

Während es bei den Restwerten nur eine leichte Verbesserung zu beobachten gibt, beschleunigen sich die Verkaufszeiten stark.

Recht freundlich zeigen sich im Juli die Vorzeichen zur Restwertentwicklung. In der Schwacke-Analyse können diese leicht zulegen, der Zuwachs gegenüber dem Vergleichszeitraum 2014 erhöht sich moderat auf +2,8 Prozent. Dabei sind die Restwertgewinne jedoch stark unterschiedlich zwischen den Sparten verteilt. Großraumlimousinen sowie Geländewagen und Kompakt-SUV können ihre Restwertperformance nur leicht steigern. Bei den beiden letztgenannten liegt das Restwertniveau aber ohnehin auf einem hohen Level, sodass starke Zuwächse schwieriger werden. Zu den klaren Gewinnern in der Entwicklung des Werterhalts zählen erwartbar die großen SUV, allerdings mit den Sportwagen sowie den Kleinst- und Kleinwagen auch drei Segmente, welche nicht so stark boomen wie die Offroader. Analysiert werden die Restwerte von Fahrzeugen mit 60.000 Kilometer Laufleistung und einem Alter von drei Jahren.


d2000383-4.jpg

Standtage im Überblick

Die trüben Tage in der Standzeit-Statistik scheinen vorerst vorbei. Schon im Vormonat sank die Verkaufsdauer im deutschen Gebrauchtwagenmarkt spürbar, im aktuellen Berichtsmonat ist es jedoch ein außergewöhnlich großer Schritt. Um gleich drei Tage reduzierte sich die durchschnittliche Standzeit im gewerblichen Gebrauchtwagenhandel binnen nur eines Monats. Aktuell liegen die Standtage aller Segmente zusammengerechnet bei 99 Tagen. Dabei haben die ausgesprochenen Dauerparker sogar noch zugelegt, in der Oberklasse steigen die Standtage von 135 auf 137 Tage. Bei den Sportwagen sieht es noch ernüchternder aus, durchschnittlich 141 Tage hat ein Händler ein solches Modell auf dem Hof zu Gast. Zum Teil starke Verbesserungen gab es hingegen von der Kompaktklasse aufwärts bis zur oberen Mittelklasse sowie in allen SUV-Kategorien. Kleinwagen und Kompakt-SUV bleiben Händlers Liebling, sie lassen sich am schnellsten weiterveräußern.


d2000383-5.jpg

Segment-Entwicklung - Schwackeblickpunkt: Luxus-SUV

Bei den großen SUV müssen nicht nur Neuwagenkäufer tief in die Tasche greifen. Auch bei den Gebrauchten sind die Preise deftig.

Hochbeinige Multitalente bleiben im Trend. Nicht nur die Verkaufszahlen der SUV steigen seit Jahren überwiegend zweistellig, auch die Nachfrage nach Zweithand-Modellen ist groß. Entsprechend gute Preise können die Händler für solche Modelle verlangen, die großen Luxus-SUV machen da keine Ausnahme. Diese bildeten eigentlich den Ursprung zum heutigen Boom. Modelle wie der BMW X5 oder die Mercedes M-Klasse (der heutige GLE) bereiteten zur Jahrtausendwende den Boden für den seitdem anhaltenden Hype und vermehrten sich jeweils zu einer kompletten Modellfamilie. So lösten die komfortablen Luxuskreuzer die bis dahin im Markt dominierenden großen Geländewagen ab, ein Ende scheint nicht in Sicht.


d2000383-6.jpg

In der Schwacke Restwertprognose gilt bei den untersuchten Modellen größtenteils „60 plus x“. In der Nähe des Segmentdurchschnitts wird sich von den berechneten Modellen lediglich der VW Touareg bewegen, bei anderen Marken sind zum Teil erheblich höhere Restwerte zu erwarten. Wie auch in anderen Segmenten gibt Zuffenhausen den Ton an, die fast 71 Prozent Restwert beim Porsche Cayenne für ein dreijähriges Gebrauchtfahrzeug mit 60.000 Kilometer Laufleistung sind bemerkenswert. Bewertet wurden jeweils die Diesel-Motorisierungen der Modellreihen.

Wirtschafts-Prognose - Der Optimismus hält an

Starker Zuwachs im Gewerbe, gut gelaunte Verbraucher, auf diesem kurzen Nenner lässt sich die Wirtschaftssituation im Juni bringen.

Es wirkt durchaus etwas ungewöhnlich. Brexit-Gefahr, Flüchtlingskrise, Handelsembargos, extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa - an Herausforderungen mangelt es der europäischen Wirtschaft zweifellos nicht. Doch sowohl das Gewerbe als auch die deutschen Konsumenten blicken äußert zuversichtlich auf die Gesamtsituation. Der ifo Geschäftsklimaindex konnte im Juni um knapp einen auf 108,7 Punkte steigen, unter positiver Beteiligung aller befragten Branchen. In der deutschen Industrie sind die Auftragsbücher voll, die aktuelle Geschäftslage überzeugend und auch die Ausblicke mehrheitlich gut. Im Handel jedoch scheiden sich die Geister: Einzelhändler melden rückläufige Werte für Tagesgeschäft und künftige Umsätze, der Großhandel hingegen zeigt sich zufrieden - beste Bewertung des aktuellen Geschäfts seit vier Jahren. Am meisten feiert allerdings das Bauhauptgewerbe. Noch nie seit der Wiedervereinigung zeigten sich die Baufirmen so zufrieden mit ihrer aktuellen Auftragslage, der Blick in die Zukunft trübte sich im Vergleich zum Vormonat nur minimal ein.

Dieser Gesamteinschätzung folgen auch die deutschen Privathaushalte. In der Verbraucherbefragung vermeldet die Gesellschaft für Konsumforschung einen stabilen Trend für die Konjunkturerwartung der Deutschen, der Gesamtindikator stieg im Juni von 9,8 auf 10,1 Punkte. Stark entwickelt hat sich dabei vor allem die Zuversicht in die künftige Entwicklung, die Verbraucher erwarten sowohl im Hinblick auf die Konjunktur als auch auf ihr eigenes Einkommen einen kräftigen Aufwärtstrend. Besonders die Entwicklung von Löhnen und Gehältern wird dabei so gut wie noch nie während der vergangenen 25 Jahre eingeschätzt. Nur leicht davon abgekoppelt ist die Konsumeinstellung der Deutschen: Die Anschaffungsneigung ging leicht zurück, liegt aber im Langfristtrend weiterhin klar im positiven Bereich.

Schätzung der Mietwagenkosten nach Schwackeliste

Das Amtsgericht Kaiserslautern schätzt die Mietwagenkosten nach dem SchwackeListe Automietspiegel - so in dem Urteil 11 C 753/15 vom 29.03.2016

In einem Rechtsstreit über die Höhe der ersatzfähigen Mietwagenkosten nach einem Verkehrsunfall, zieht das Amtsgericht in Fortsetzung seiner ständigen Rechtsprechung und in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Landgerichts Kaiserslautern die Normaltarife des SchwackeListe Automietpreisspiegels als Schätzgrundlage heran.

Die Beklagtenseite konnte keine konkreten Mängel an der Schwacke-Erhebungsmethode aufzeigen. Allgemeine Angriffe, wie die abweichenden Untersuchungsmethoden der Fraunhofer-Erhebung, reichten dem Amtsgericht im konkreten Fall nicht aus, die SchwackeListe in Frage zu stellen.

Auch die von der Beklagtenseite eingereichten Internetangebote führten zu dem Ergebnis, dass gegenüber dem Schwacke Automietpreisspiegel keine durchgreifenden Bedenken entgegenstehen. Die vorgelegten Internetbuchungen von Großanbietern setzen eine Verfügungsmöglichkeit über einen Internetanschluss voraus, so dass es sich laut Gericht nicht um allgemein zugängliche Angebote handelt. Des weiteren spiegeln die Tarife die Anbietersituation der Autovermieter vor Ort nicht wider, es handelt sich um abweichende Anmietzeiträume, es ist nicht ersichtlich, ob es sich um Endpreise handelt und die Zahlungsbedingungen sind ebenfalls nicht erkennbar.

Die im vorliegenden Fall angefallenen Nebenkosten für die Befreiung der Selbstbeteiligung im Schadenfall waren ebenfalls erstattungsfähig.

Der Geschädigte überbrückte die unfallbedingte Ausfallzeit durch die Anmietung eines Ersatzfahrzeuges und schonte dabei seinen eigenen Wagen.

Diesen Vorteil (ersparte Eigenkosten) würdigt das Amtsgericht bei Anmietung eines klassenentsprechenden Mietwagens mit einem Abzug von 10 % der ersatzfähigen Mietwagenkosten.

Redaktionelle Hinweise:

------

Quelle: EurotaxSchwacke (Auszug aus dem Schwacke Newsletter)

Schlagwörter:

KFZ-Bewertung, PKW-Bewertung, Automietpreise, Neuwagen, Gebrauchtwagen, Restwert, Nutzungsausfall


Dieses Dokument mit weiteren Informationen und Angeboten zu diesem Thema in (gesicherter Bereich) LEXinform online öffnen


WeiterempfehlenDokument diskutieren oder weiterempfehlen