Im Juli 2016 verstarb der Gründer und langjährige Vorstandsvorsitzende der DATEV. Dr. Heinz Sebiger konnte vor seinem Tod die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der DATEV im Februar und März 2016 miterleben und damit eine Würdigung seines außerordentlichen Wirkens im Dienste des Berufsstandes erfahren. Der Aufsichtsrat dankt Dr. Heinz Sebiger für das außerordentliche Lebenswerk.

Im Geschäftsjahr 2016 verzeichnete DATEV erneut eine sehr erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung. Anknüpfend an die Vorjahre erzielte die Genossenschaft mit 928,3 Mio. Euro gegenüber 885,2 Mio. Euro im Vorjahr erneut ein deutliches Umsatzwachstum von 43,1 Mio. Euro oder 4,9%.

Aufgaben des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat die ihm durch Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung zugewiesenen Rechte und Pflichten. Er hat insbesondere die Geschäftsführung des Vorstands zu überwachen und jederzeit das Recht, zur Erfüllung seiner Aufgaben Bericht und Aufklärung vom Vorstand zu verlangen.

Regelmäßige Beratungen des Aufsichtsrats stellen das wichtigste Element seiner Überwachungs- und Kontrollfunktion dar. Im Berichtsjahr hat der Aufsichtsrat fünf ordentliche Aufsichtsratssitzungen einberufen, die jeweils mit einem internen Teil und einem gemeinsamen Teil mit dem Vorstand abgehalten wurden.

Eine im Regelfall alle zwei Jahre durchgeführte zweitägige Klausurtagung des Aufsichtsrats fand im Februar 2017 teilweise gemeinsam mit dem Vorstand statt.

Im Rahmen der ordentlichen Sitzungen hat der Vorstand durch schriftlichen und ergänzenden mündlichen Bericht den Aufsichtsrat über die zentralen Ereignisse aus den Vorstandsbereichen informiert. Erwünschte Auskünfte wurden seitens des Vorstands erteilt. Die jeweiligen Tagesordnungspunkte wurden inhaltsabhängig aufsichtsratsintern oder gemeinsam mit dem Vorstand diskutiert. Bei zustimmungsbedürftigen Sachverhalten wurden nach eingehender Prüfung und Beratung die satzungsgemäß erforderlichen Beschlüsse gefasst.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat zur Wahrnehmung seiner Aufgaben, insbesondere zur Vorbereitung und Überwachung seiner Beschlüsse, ständige oder im Einzelfall gebildete Ausschüsse eingerichtet. Darüber hinaus stellen die Tätigkeiten in den Ausschüssen neben den Sitzungen des Gesamtgremiums einen wichtigen Bestandteil seiner Überwachungs- und Kontrollfunktion dar. Der Aufsichtsrat hat insgesamt drei ständige Ausschüsse eingerichtet, dies sind der Prüfungsausschuss, der Personalausschuss und der Vermittlungsausschuss. Im Bedarfsfall werden Sonderausschüsse eingerichtet. Im Berichtsjahr fand im September 2016 eine Sitzung des Sonderausschusses Klausurtagung zur Vorbereitung dieser und künftiger Tagungen statt.

Der Personalausschuss trat im Berichtsjahr insgesamt zu drei Sitzungen zusammen. Im Rahmen seiner Sitzungen hat sich der Ausschuss gemäß der ihm durch die Geschäftsordnung vorgegebenen Aufgaben mit sämtlichen Vorstandsangelegenheiten befasst. Er bereitet insoweit sämtliche, den Vorstand betreffenden Entscheidungen vor, die ausschließlich vom Gesamtgremium getroffen werden.

Sitzungen des Vermittlungsausschusses fanden im Berichtszeitraum nicht statt.

Der Prüfungsausschuss trifft im Rahmen der Überwachungstätigkeit des Aufsichtsrats (gem. §38 Abs. 1a GenG) an dessen Stelle Feststellungen zu den vom Gesamtgremium definierten prüfungsrelevanten Sachverhalten. Er hat im Berichtszeitraum zwei jeweils zweitägige Sitzungen (Frühjahrs- und Herbstprü- fung) durchgeführt.

Während seiner Frühjahrsprüfung hat der Ausschuss insbesondere gesetzlich vorgeschriebene Prüfungsgebiete wie den Jahresabschluss 2015, den Lagebericht sowie den Gewinnverwendungsvorschlag für das Geschäftsjahr 2015 geprüft. Weitere dauerhaft angelegte Prüfungsfelder waren das interne Kontrollsystem, das Risikomanagement, die interne Revision sowie das Thema Compliance.

Gegenstand der Herbstprüfung waren neben den satzungsgemäß vorgeschriebenen überwachungspflichtigen Geschäftsfeldern gemäß §2 Abs. 2, 4 und 6 der Satzung weitere Themengebiete, deren Prüfung sich an einem mehrjährigen Prüfungsplan orientiert.

Über die Ergebnisse wurde das Gesamtgremium ausführlich unterrichtet. Insgesamt ergaben sich aus den umfangreichen Prüfungshandlungen keine Feststellungen.

Vorstandsangelegenheiten

Nachdem Prof. Dieter Kempf am 31. März 2016 in den Ruhestand getreten ist, übernahm Dr. Robert Mayr am 1. April 2016 den Vorstandsvorsitz. Ebenfalls zum 1. April 2016 hat der Aufsichtsrat Diana Windmeißer in den Vorstand berufen.

Aufsichtsratswahl

Im Rahmen der 47. ordentlichen Vertreterversammlung wurden in geheimer Abstimmung drei Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseigner für die Amtszeit in den Jahren 2016 bis 2020 gewählt. Wiedergewählt wurde StB Andreas Bauer und StB Markus Gutenberg, neugewählt wurde StB Nicolas Hofmann.

Nach zweijähriger Amtszeit als Vorsitzender ist StB / vBP Dirk Schmale ausgeschieden. Dirk Schmale, der seit 2004 dem Gremium angehörte, hatte seit 2014 den Vorsitz inne und konnte satzungsgemäß nicht mehr wiedergewählt werden. Zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden wurde StB/WP Joachim M. Clostermann gewählt. Er gehört bereits seit 2006 dem Aufsichtsrat der Genossenschaft und zuvor dem Vertreterrat und der Vertreterversammlung der DATEV an.

Als Ersatzmitglied für StB Per Baumgarten, der im Geschäftsjahr als Aufsichtsratsmitglied ausgeschieden ist, rückte StBin Sabine Wirsching nach.

Risikomanagement und Compliance

Der Aufsichtsrat befasste sich, wie auch in den Vorjahren, im Rahmen seiner Frühjahrsprüfung als auch seiner Sitzungen mit dem Risikomanagement der DATEV. Er konnte sich davon überzeugen, dass neue und bestehende Risiken adäquat identifiziert und dokumentiert sowie angemessen bewertet wurden. Die insgesamt unkritische Gesamteinschätzung der Geschäftsrisiken und Risikolage wurde erneut bestätigt. In diesem Zusammenhang wird mit dem nach DIN ISO 27001 zertifizierten Informationssicherheits-Managementsystem für das Rechenzentrum und das Druck-, Logistik- und Servicezentrum das Risikomanagementsystem nach KonTraG ergänzt und die zentrale Bedeutung der IT-Sicherheit für DATEV, ihre Mitglieder und Mandanten unterstrichen.

Darüber hinaus hat sich das Gremium auf Grundlage der regelmäßigen Unterrichtung durch den Vorstand von der Angemessenheit und Wirksamkeit der bei DATEV ergriffenen Maßnahmen und eingeführten Prozesse zum Compliance-Management der Genossenschaft überzeugen können.

Gremienübergreifende Zusammenarbeit und weitere Tätigkeitsfelder

Der Aufsichtsrat ist davon überzeugt, dass für seine erfolgreiche Tätigkeit eine vertrauensvolle und kooperative gremienübergreifende Zusammenarbeit von großer Bedeutung ist. Dazu gehören insbesondere die regelmäßig stattfindenden Besprechungen des Aufsichtsratsvorsitzenden mit dem Vorstandsvorsitzenden, die Teilnahme von Mitgliedern des Aufsichtsrats an Sitzungen von Vertreterrat und Beirat, die Teilnahme an den regionalen Informationsgesprächen und Messen sowie an anderen Veranstaltungen der DATEV. In diesem Zusammenhang fand im Berichtsjahr wieder ein Gespräch mit allen Gremiumsvorsitzenden statt. Die eingerichteten Patenschaften für die Vertreterratsausschüsse bestehen weiterhin. Weitere Aktivitäten stellten die satzungsgemäßen Erörterungen mit dem Vertreterrat zu personellen Veränderungen im Vorstand dar.

Überwachungspflichtige Geschäftsfelder gemäß §2 Abs. 2, 4 und 6 der Satzung

Gemäß §23 Abs. 1 S. 2 i.V.m. §2 Abs. 2, 4 und 6 der Satzung obliegt dem Aufsichtsrat eine besondere Überwachungs- und Kontrollfunktion für die Geschäftsbereiche mitgliedsgebundenes Mandantengeschäft, öffentliche Verwaltung sowie Dienstleistungen mit Nichtmitgliedern.

In diesem Zusammenhang lässt sich der Aufsichtsrat regelmäßig durch den Vorstand über diesbezügliche Entwicklungen umfassend informieren. In der Herbstsitzung des Prüfungsausschusses stand dieses Thema auf der Tagesordnung. Dabei wurde die ordnungsgemäße Abwicklung dieser Geschäftsbereiche festgestellt.

Auslandsentwicklung

Der Aufsichtsrat hat sich wie in den Vorjahren intensiv und kritisch mit den Auslandsaktivitäten der DATEV sowie den dort bestehenden Chancen und Risiken befasst und sich in jeder Aufsichtsratssitzung über die Auslandsentwicklung und der Entwicklung der internationalen Geschäftsfelder informiert; die diesbezügliche Strategie des Vorstands, die auch Gegenstand der Klausurtagung 2017 war, wird nach wie vor unterstützt.

Digitale Transformation und Strategie DATEV 2025

Der Aufsichtsrat sieht die Entwicklungen im steuerberatenden Berufsstand im Zusammenhang mit den von der Bundessteuerberaterkammer aufgestellten Thesen zur „Steuerberatung 2020“ als sehr wichtiges, strategisches Thema. Gemeinsam mit dem Vorstand hat sich der Aufsichtsrat intensiv mit der zu erwartenden Entwicklung des Berufsstandes und der optimalen Unterstützung durch DATEV auseinander gesetzt. Aufgrund der rechtlichen, politischen, demografischen und technologischen Entwicklungen bieten sich neue Möglichkeiten und Herausforderungen für DATEV als der Dienstleister des steuerberatenden Berufsstandes und im Rahmen der Interaktion mit Unternehmen und Verwaltung.

Der Aufsichtsrat begrüßt die diesbezüglich von DATEV aufgestellten strategischen Eckpfeiler zur Umsetzung der Strategie DATEV 2025, um aktiv an der Gestaltung der Zukunftsthemen mitzuwirken. Mit DATEV 2025 verfolgt DATEV insbesondere das Ziel, die digitale Transformation betriebswirtschaftlicher Prozesse voranzutreiben, um die Genossenschaft, ihre Mitglieder und deren Mandanten auf den Wandel vorzubereiten und zu unterstützen.

Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat über die aktuellen Produktentwicklungen regelmäßig in den Aufsichtsratssitzungen und im Rahmen des schriftlichen Vorstandsberichts umfassend informieren lassen. Das Gremium unterstützt auch weiterhin die Priorisierung von Qualität, Stabilität, Aktualität, Performance und der Verbesserung des Services und wird sich auch zukünftig mit der weiteren Produktentwicklung beschäftigen.

Weitere Schwerpunktthemen

Neben den genannten Schwerpunktthemen hat sich das Gremium mit weiteren Einzelthemen beschäftigt.

Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat monatlich durch schriftlichen Bericht des Vorstands über die wirtschaftliche Entwicklung der DATEV informiert.

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat hat sich auch im Berichtsjahr mit der Umsetzung des Corporate Governance Kodex für Genossenschaften beschäftigt.

Um die Besonderheiten der Genossenschaft angemessen abzubilden, befürwortet das Gremium die Umsetzung des vom Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V. (DGRV) empfohlenen Kodex für Genossenschaften. Vorstand und Aufsichtsrat haben die Entsprechenserklärung zum Kodex für Genossenschaften abgegeben. DATEV eG entspricht den KodexEmpfehlungen mit einer Ausnahme, die der Erklärung entnommen werden kann.

Obwohl weder das Gesetz noch der DGRV-Kodex eine Informationspflicht über Höhe, Zusammensetzung und Entwicklung der Gesamtvergütung des Vorstands verlangen, wird jährlich im Rahmen der Vertreterversammlung darüber Auskunft erteilt.

Um eine unabhängige Beratung und Überwachung des Vorstands zu gewährleisten, hat sich der Aufsichtsrat selbst dazu verpflichtet, alle Haupt- und Nebentätigkeiten sowie Ehrenämter und sonstige Interessenkollisionen gegenüber DATEV offen zu legen.

Rückvergütung 2016

Vorstand und Aufsichtsrat haben aufgrund des positiven Geschäftsergebnisses für das Geschäftsjahr 2016 eine genossenschaftliche Rückvergütung in Höhe von 39,6 Mio. Euro beschlossen. Dies entspricht einer Rückvergütungsquote von 5,0% des rückvergütungsfähigen Umsatzes.

Jahresabschluss 2016

Der vorliegende Jahresabschluss der Genossenschaft zum 31. Dezember 2016, der Lagebericht, die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung wurden vom Genossenschaftsverband Bayern e.V., München, geprüft. Aufsichtsrat und Vorstand wurden unmittelbar nach Beendigung der Prüfung mündlich über das Ergebnis der Prüfung unterrichtet. Die Prüfung hat keinen Anlass zu Beanstandungen oder wesentlichen Feststellungen ergeben. Für den Jahresabschluss 2016 wurde der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt.

Pflichtgemäß hat auch der Aufsichtsrat den Jahresabschluss 2016, den Lagebericht sowie den Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses der Genossenschaft geprüft und darüber umfassend beraten. Es ergaben sich keine Beanstandungen. Im Rahmen seiner Prüfungstätigkeit hat der Aufsichtsrat gemeinsam mit den Prüfern des Genossenschaftsverbandes eine Reihe von Fragestellungen, einzelne Prüfungsergebnisse und das abschließende Gesamtergebnis ausführlich erörtert.

Der Aufsichtsrat hat dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Jahresüberschusses zugestimmt.

Der Aufsichtsrat bedankt sich an dieser Stelle beim Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die im vergangenen Geschäftsjahr geleistete Arbeit und das Engagement.

 

DATEV eG
Aufsichtsrat

Dipl.-Kfm. Joachim M. Clostermann
Vorsitzender des Aufsichtsrats

Nürnberg, den 7. April 2017