GoBD

Besser gleich

Die neuen Regelungen der GoBD gelten bereits seit dem 1. Januar 2015. Sie müssen von allen Buchführungs- bzw. Aufzeichnungspflichtigen beachtet werden. Höchste Zeit, sich damit zu beschäftigen, meint auch Dipl.-Finanzwirt (FH) Horst Bergander von der Steuerkanzlei Bergander & Partner in Freising.

Wie haben Sie sich auf die durch die GoBD resultierenden Änderungen vorbereitet?Horst Bergander:

Wir haben die Informationen der DATEV unter anderem auf www.datev.de/gobdund das BMF-Schreiben gelesen.

Dreh- und Angelpunkt bei Anwendung der GoBD ist das Thema Festschreiben. Wie handhaben Sie das in Ihrer Kanzlei?Horst Bergander:

Wir schreiben im Rahmen der Umsatzsteuer-Voranmeldung fest. Bei einerJahresbuchhaltung wird mit der Fertigstellung des Jahresabschlusses festgeschrieben.

Worin liegen die Vorteile für Sie bei der Festschreibung von Buchungsstapeln?Horst Bergander:

Es ist jederzeit zweifelsfrei erkennbar, was der Mandant und was die Kanzlei gebucht hat: Buchungen können nachträglich nicht geändert werden, ohne dass nachvollziehbar ist, was wann wo und wie geändert wurde und von wem. Das ist nicht nur sinnvoll, sondern auch sehr nützlich bei der Zusammenarbeit mit unseren Mandanten. Kommen Stapel von Mandanten, zeigen wir ihnen anhand unserer Buchungsstapel die Änderungen in den Buchungen auf. Unsere Mandanten wissen dadurch, wie sie die einzelnen Sachverhalte das nächste Mal buchen sollen.

Empfehlen Sie auch Ihren Mandanten, die Buchungsstapel festzuschreiben?

Horst Bergander: Ja, da sonst evtl. notwendige Änderungen nicht mehr nachvollzogen werden können.

Zum Jahreswechsel werden die DATEV-Programme eine Festschreibungskennung beim Export bzw. beim Import von Buchungsdaten mitgeben. Wie sehen Sie das?

Horst Bergander: Dies ist sehr sinnvoll! Bei uns in der Kanzlei muss dann - auch in Einzelfällen - nicht mehr manuell festgeschrieben werden.

Für begründete Ausnahmefälle wird es ab den Jahreswechselversionen der DATEV-Programme möglich sein die erforderliche Festschreibung bei der Abgabe einer UStVA bzw. dem Import festgeschriebener Buchungsstapel über die Nutzungskontrolle aufzuheben. Wie gehen Sie damit um?

Horst Bergander: So wie wir derzeit mit unseren Mandanten zusammenarbeiten, sehe ich keine Notwendigkeit dazu. Trotzdem werden wir uns diese Funktion ansehen, um im Einzelfall darauf vorbereitet zu sein, sollte so ein Fall auch mal bei uns eintreten.

Was empfehlen Sie Ihren Kollegen?

Horst Bergander: Bereits vor dem Jahreswechsel alle Mitarbeiter und Mandanten über die Änderungen bezüglich GoBD zu informieren, keine Angst vor dem Festschreiben zu haben und um Probleme mit der Betriebsprüfung hinsichtlich mangelnder Festschreibung zu vermeiden, keine Ausnahmen zuzulassen. Bei den selbstbuchenden Mandanten hat es sich in unserer Kanzlei bewährt, ihnen die Änderungen in einem persönlichen Gespräch zu erläutern.