Pilotphase zum Digitalen Finanzbericht

Der Digitale Finanzbericht ist ein effizientes, medienbruchfreies und sicheres Verfahren zur elektronischen Übermittlung von Abschlussdaten und -unterlagen an Banken und Sparkassen.

Auf Initiative der Deutschen Kreditwirtschaft und als Teil der Digitalen Agenda der Bundesregierung haben Banken und Sparkassen den Digitalen Finanzbericht (DiFin) als standardisiertes Übermittlungsverfahren entwickelt - zusammen mit berufsständischen Organisationen der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, mit Anbietern von Buchhaltungssoftware (u.a. DATEV) und mit weiteren Beteiligten. Das Format und das dazugehörende Verfahren sind bereits von der E-Bilanz bekannt.

Statt umfangreiche Dokumente auf Papier zu übergeben, können diese künftig elektronisch übermittelt werden: Banken und Sparkassen führen das neue Standardverfahren voraussichtlich zum 01.04.2018 ein. Es soll die Übermittlung von Jahresabschlüssen für die gesetzlich vorgeschriebene Bonitätsprüfung vereinfachen.

Als Kanzlei teilnehmen

Vom 01.06.2017 bis 31.03.2018 werden die erforderlichen fachlichen, technischen und prozessualen Maßnahmen in einer Pilotphase erprobt: Sie können die bereits in Papierform eingereichten Jahresabschlüssen 2015 und/oder 2016 zusätzlich testweise auch über den Weg des Digitalen Finanzberichts elektronisch an Banken bzw. Sparkassen übermitteln.

Grundlage für die Bonitätsprüfung bleibt in der Pilotphase ausschließlich der in der bisherigen Form eingereichte Jahresabschluss (ggf. ergänzt um weitere Unterlagen). Sie können an der Pilotphase teilnehmen:

  • ab sofort, wenn Sie Teilnehmer der Stabilisierungsphase der DATEV-Programm-DVD 11.0C sind
  • oder ab August 2017 mit Auslieferung der DATEV-Programm-DVD 11.0.

Alle Informationen zur Pilotierung stellen wir Ihnen auf dieser Seite zur Verfügung.

Mandanten für Pilot-Teilnahme gewinnen

Die Teilnahme von berichtenden Unternehmen ist unerlässlich, weil nur sie die Übermittlung der Abschlüsse beauftragen können. Es freut uns, wenn Sie Ihre Mandanten für eine Pilot-Teilnahme gewinnen:

1. Identifizieren Sie mögliche Pilot-Mandanten: Prüfen Sie, ob das Kreditinstitut Ihres Mandanten an der Pilotierung teilnimmt: vorläufige Liste teilnehmender Banken  (PDF-Datei) (Stand: 12.07.2017)
Die teilnehmenden Kreditinstitute sprechen mögliche Pilot-Kanzleien ggf. direkt bzw. über das Unternehmen an.
Wenn es sich bei dem Kreditinstitut um eine Sparkasse oder Volksbank/Raiffeisenbank handelt, die noch nicht am Digitalen Finanzbericht teilnimmt, können Sie den Assistent zur Abschlussdatenübermittlung im Programm DATEV Kanzlei-Rechnungswesen (s.u.) auch nutzen, um die Abschlussdaten über den bisherigen Weg (ohne Prüfung der "matriellen Identität") elektronisch zu übermitteln (Anleitung: Dok.-Nr. 1032006).

2. Klären Sie mit Ihrem Mandanten, ob er an der Teilnahme interessiert ist. Zur Ansprache können Sie die Vorlagen verwenden:


Daten elektronisch übermitteln

1. Vereinbaren Sie mit Ihrem Mandanten die Versendung von Jahresabschlüssen als Digitaler Finanzbericht. Hierfür empfiehlt die BStBK eine Teilnahmeerklärung zur Klärung der Haftungsfrage zwischen Unternehmer und steuerlichen Berater: Teilnahmeerklärung zur Abschlussdatenübermittlung an Banken und Sparkassen  (PDF-Datei). Diese ist bereits im Programm DATEV Kanzlei-Rechnungswesen im Assistent zur Abschlussdatenübermittlung an Banken zum Ausdrucken hinterlegt.

Die Teilnahmeerklärung bezieht sich noch auf das bisher bereits eingesetzte nicht DiFin-konforme Übermittlungsverfahren mit Sparkassen und Genossenschaftsbanken und wird derzeit an das DiFin-Verfahren angepasst.

2. Ihr Mandant erklärt gegenüber seinem Kreditinstitut mit der Teilnahme- und Verbindlichkeitserklärung (TVE)  (Word-Datei) die Verbindlichkeit der von Ihnen digital übermittelten Jahresabschlüsse. Die Wirksamkeit dieser Erklärung setzt erst nach der Pilotphase ein. Wenn Sie Abschlüsse an verschiedene Kreditinstitute verschicken wollen, dann bitten Sie Ihren Mandanten, an jedes Institut ein eigenes Exemplar der TVE zu senden.

3. Lassen Sie sich die empfangende Bank Ihres Mandanten mit Bankleitzahl und Kundennummer nennen (Empfehlung: Kopie der TVE) und hinterlegen Sie sie in den zentralen Stammdaten.

4. Aktualisieren Sie die Institutionsdaten gegebenenfalls im DATEV Arbeitsplatz (Anleitung: Dok.-Nr. 9219395). Die am DiFin-Prozess teilnehmenden Banken werden über die Institutionen in DATEV Arbeitsplatz gepflegt und mit der Bankauswahl im Assistenten automatisch abgeglichen. Die verfügbaren Banken sollten daher immer aktuell sein.

5. Wenn Sie die Abschlussauswertungen mit XML-Datensatz im Anhang erzeugen, prüft das Programm DATEV Kanzlei-Rechnungswesen automatisch, ob die über den Assistenten erzeugten XBRL-Daten und die angefügten PDF-Auswertungen übereinstimmen (so genannte „materielle Identität“): Aktivieren Sie dazu im Menü Extras | Einstellungen | Ausgeben das Kontrollkästchen PDF mit XML-Anhang (für Digitalen Finanzbericht).

6. Nutzen Sie den Assistent zur Abschlussdatenübermittlung an Banken im Programm DATEV Kanzlei-Rechnungswesen pro (Jahresabschluss | Abschließende Tätigkeiten | Abschlussdatenan Banken senden) (Anleitung  (PDF-Datei)). Er übermittelt die Jahresabschlussunterlagen und -daten über die DATEV-Cloud.

Der DiFin-Prozess unterstützt die Datenübermittlung für Jahresabschlüsse (SKR03 und SKR04) ab 2015 sowie Einnahmenüberschussrechner: Details und aktuelle Einschränkungen  (PDF-Datei)

Ziele des Digitalen Finanzberichts

  • neuer digitaler Standard zur Übermittlungen von Jahresabschlüssen voraussichtlich ab April 2018 für alle Banken und Sparkassen
  • Verwendung der bundesweit einheitlichen, um optionale Positionen erweiterten (XBRL-)HGB-Taxonomie (ab Version 5.4) sowie der jüngst veröffentlichten (XBRL-) EÜR-Taxonomie.
  • Etablierung nur eines Übertragungsverfahrens (IFP-Webservice)
  • Reduzierung aller vertraglichen Themen auf wenige, einseitige Erklärungen durch die Teilnehmer, wie oben genannte TVE sowie die sogenannte Haftungsklarstellungserklärung  (PDF-Datei) der am DiFin-Prozess teilnehmenden Banken/Sparkassen, durch die Sie als Steuerberater/Wirtschaftsprüfer bei der elektronischen Übermittlung nicht schlechter gestellt werden (Haftung), als hätten Sie den Abschluss Ihrem Mandanten zur (Papier-)Einreichung bei der Bank gegeben.
  • Erfüllung rechtlicher Anforderungen (u.a. §18 KWG – Verpflichtung von Banken und Sparkassen zur Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse von Kreditnehmern ab einer bestimmten Kredithöhe):
    - Sicherstellung der Authentizität des Jahresabschlusses
    - materielle Identität: Abschlussbestandteile wie Aktiva, Passiva, GuV zeichnen in Abschlussdaten (XBRL) und -unterlagen (PDF) im Wesentlichen das gleiche Bild über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens

Erstellt 01.06.2017
Zuletzt aktualisiert am 17.07.2017