Treffen der Comic-Kunstszene

Stellen Sie sich vor, es ist Internationaler Comic-Salon – und alle wollen hin. Vom 31.5.-3.6. werden in der Innenstadt Erlangens die Zelte für die großen Künstler, Verlage und Agenturen der Graphic-Novel-Szene aufgeschlagen. Für Liebhaber moderner Kunst ist das Festival ein Muss!

Im Zentrum des größten und wichtigsten Festivals für grafische Literatur und Comic-Kunst im deutschsprachigen Raum steht natürlich die Messe mit rund 150 Ausstellern aus den Bereichen Comic, Graphic Novel, Cartoon, Manga, Illustration und Animation. Da das Erlanger Kongresszentrum 2018 wegen Sanierungsarbeiten nicht zur Verfügung steht, wird die Messe in Zelthallen auf dem Erlanger Schlossplatz und auf anderen Innenstadt-Plätzen durchgeführt .

Werden Sie Kunstkenner

Der Internationale Comic-Salon in Erlangen ist eines der wichtigsten Festivals der Szene und ist Treffpunkt der Graphic-Novel-Kunstszene. Hier geht es um Kunst und – also um ganz viel Kultur! Denn der Comic von heute hat inhaltlich und auch grafisch wesentlich mehr zu bieten als die bunten Bildergeschichten der Anfangszeit. Tiefgang, große Emotionen und auch komplexe Themen werden in den Graphic Novels verarbeitet. Eine neue Kunstgattung ist entstanden – werden Sie Fan!

Hier mal ein paar Beispiele der letztjährigen Gewinner des Max und Moritz-Preises:

Comic_Salon_Plakat

Barbara Yelin (beste deutschsprachige Comic-Künstlerin):
Seit zwölf Jahren schon zeichnet Barbara Yelin Comics, ihr erstes Buch erschien 2004 in Frankreich. Sechs Jahre später erst überraschte sie das Publikum auch in Deutschland mit ihrer Graphic Novel „Gift", der Geschichte der Bremer Massenmörderin Gesche Gottfried nach einem Szenario von Peer Meter, erzählt mit düsteren Bleistift-Zeichnungen von bleierner Schwere, die sich eingeprägt haben – Bilder, die hängengeblieben sind.

Birgit Weyhe (bester deutschsprachiger Comic): „Madgermanes"
Madgermanes? So nennen sich in Mosambik diejenigen, die Ende der Siebziger als Vertragsarbeiter ins sozialistische Bruderland DDR kamen, wohl um die 20.000 Menschen. Mit dem Zusammenbruch der DDR erlosch ihre Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis. Die meisten gingen zurück in die Armut des inzwischen vom Bürgerkrieg verwüsteten Mosambik, wo ihnen ihre Berufe nichts nützen und sie bis heute auf einen Teil ihrer Löhne warten. Denn ausbezahlt bekamen sie damals nämlich nur die Hälfte, die andere sollte später in Mosambik folgen. Birgit Weyhe, selbst in Uganda und Kenia aufgewachsen, hat über Jahre hinweg mit Madgermanes gesprochen und dieses Kapitel auch unserer Geschichte jetzt in ihrem neuen Buch fulminant ausgeleuchtet.

Mariko Tamaki / Jillian Tamaki (bester internationaler Comic): "Ein Sommer am See"
Roses Mutter kann es kaum erwarten, das vollgepackte Auto in die Einfahrt zu steuern, und auch Rose kostet das Gefühl der Ankunft am See mit allen Sinnen aus. Die sommerwarme Luft, das Haus, das Zimmer: Alles scheint wie immer zu sein. Vieles aber wird sich für Rose neu und anders anfühlen. Vor allem das Verhältnis zu ihrer etwas jüngeren Sommerfreundin Windy, die ebenfalls – und wie jedes Jahr – ihre Ferien in dieser Idylle verbringt.
Zwei Mädchen an der Schwelle zur Pubertät, doch auf unterschiedlichen Stufen – das ist die klassische Coming-of-Age-Geschichte, wie sie auch vor Mariko und Jillian Tamaki schon tausendfach erzählt worden ist. Doch die kanadischen Cousinen haben etwas ganz Besonderes geschaffen. Sie erwecken ihre beiden Hauptdarstellerinnen mit einer unübertrefflichen Beobachtungsgabe für Mimik und Körpersprache zum Leben.

Ein Überblick:

Neben der großen Messe, bietet der Salon ein buntes Potpourri an Veranstaltungen, die sehr empfehlenswert sind:

Comic-Podium:
Inhaltliche Schwerpunkte des Internationalen Comic-Salons und aktuelle Themen des Comic-Markts werden vier Tage lang in zahlreichen Vorträgen, Präsentationen und Gesprächsrunden vertieft.

Junges Forum:
Das Junge Forum bietet sowohl Hochschulen und Universitäten mit Ausbildungsschwerpunkten in den Bereichen Comic, Design, Grafik und Animation als auch jungen Künstlerinitiativen aus dem studentischen Umfeld eine Bühne zur Präsentation ihrer Arbeiten und Projekte.

Comic-Börse:
Am Samstag findet traditionell die Comic-Börse statt; dabei werden Raritäten wie heißbegehrte Sammlerware gehandelt.

Comic Film Fest:
Ein abwechslungsreiches Programm mit Animationsfilmen, Comic-Verfilmungen und Dokumentationen zu den Themen Comic-Salons bereichern vier Tage das Rahmenprogramm des Festivals.

Workshops:
Zeichen-, Manga-, Disney- und Cosplay-Workshops für alle Altersgruppen – vom Anfänger bis zum angehenden Profi.

Familien-Sonntag:
Der Familien-Sonntag am 3. Juni bietet zahlreiche Attraktionen und Überraschungen für Kinder, Jugendliche und Familien. In Zusammenarbeit mit den Messe-Ausstellern finden kostenlose Workshops, Lesungen und vielfältige Spiel-, Mal- und Bastelaktionen für alle Altersgruppen statt.

Max und Moritz-Preis:
Der Max und Moritz-Preis ist die wichtigste Auszeichnung für grafische Literatur im deutschsprachigen Raum. Er wird durch eine unabhängige Fachjury alle zwei Jahre im Rahmen des Internationalen Comic-Salons vergeben. Mit der Verleihung, im Rahmen der Max und Moritz-Gala im Erlanger Markgrafentheater, wird die Arbeit herausragender Künstler gewürdigt, verdienstvolle Verlagsarbeit bestärkt und die Auseinandersetzung über grafische Literatur intensiviert. Albert Uderzo, Jacques Tardi, Alan Moore, Pierre Christin, Lorenzo Mattotti, Ralf König und Claire Bretécher wurden in den letzten Jahren für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Tagestickets gibt’s jetzt schon online für 9,- Euro (erm. 6.- Euro)

Das ausführliche Programm finden Sie in Kürze auf der Seite des Comic-Salons: https://www.comic-salon.de/de