Hintergrund

Bund hilft Ideen-Schmieden: Zwei Milliarden Euro für die Start-up-Szene

Neun von zehn Start-ups sind akut von der Corona-Krise betroffen - unabhängig von Größe und Branche. Der Bund fürchtet um tausende Jobs und gute Innovationen. Zwei Milliarden Euro sollen nun denen zu Gute kommen, die sich sonst bei Banken und Geldgebern eher schwer tun - schnell und möglichst unbürokratisch. Meist fehlt den zukunftsträchtigen und innovativen Ideen-Kadern nämlich das Polster, um lange ohne Fremd-Unterstützung durchzuhalten.

80 Prozent der deutschen Gründer fühlen sich nach eigener Aussagen durch die Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht. Größe und Branche spielen dabei laut einer kürzlich durchgeführten Umfrage des Bundesverbands Deutsche Startups keine Rolle. Einzig die Bauindustrie scheint derzeit weitestgehend außen vor zu bleiben. Besonders die Tourismus-Branche fürchtet dafür zu fast 100 Prozent um ihre Zukunft.

Ein zwei Milliarden Euro starker staatlicher „Start-up-Booster“ soll nun beim Überleben helfen. Bisher lag der Fokus der Corona-Hilfen weitestgehend auf größeren Unternehmen. Deren klassische Kreditinstrumente stehen zwar grundsätzlich auch den jungen Unternehmen offen, greifen aber für diese häufig nicht, gelten sie in der Regel doch als nicht „bankable“. Durch das Sofortpaket soll nun die Wagniskapitalfinanzierung erweitert werden, sodass auch künftig noch Finanzierungsrunden stattfinden können. Arbeitsplätze und Innovationen sollen damit erst mal gesichert werden. Rund zwei Drittel alle Betroffenen planen auch, diese Hilfen auch in Anspruch zu nehmen - und zwar schnellstens.

Diese Elemente sollen den Start-ups durch die Krise helfen:

  • Öffentlichen Wagniskapitalinvestoren auf Dachfonds- und auf Fondsebene (z.B. KfW Capital, Europäischer Investitionsfonds, High-Tech Gründerfonds, coparion) sollen kurzfristig zusätzliche öffentliche Mittel zur Verfügung gestellt werden, die im Rahmen der Ko-Investition zusammen mit privaten Investoren für Finanzierungsrunden von Start-ups eingesetzt werden können.
  • Die Dachfondsinvestoren KfW Capital und Europäischer Investitionsfonds (EIF) sollen perspektivisch mit zusätzlichen öffentlichen Mitteln in die Lage versetzt werden, Anteile von ausfallenden Fondsinvestoren zu übernehmen.
  • Für junge Start-ups ohne Wagniskapitalgeber im Gesellschafterkreis und kleine Mittelständler soll die Finanzierung mit Wagniskapital und Eigenkapital-ersetzenden Finanzierungsformen erleichtert werden.
  • Parallel zur Umsetzung des Maßnahmenpakets stimmt die Bundesregierung weiter die Ausgestaltung des Zukunftsfonds für Start-ups ab, der mittelfristig den Weg aus der Krise unterstützen soll.

Start-ups in Deutschland in Zahlen

In Deutschland gab es 2019:

  • 1.933 Startups
  • 4.707 Gründerinnen und Gründer
  • 24.050 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

(Quelle: https://deutscherstartupmonitor.de ; Stand 2019)