Hintergrund

Corona: Was jetzt bei der Lohnabrechnung wichtig ist

Derzeit ist auch beim Lohn nichts so, wie es vorher war: Je nachdem, ob Arbeitnehmer etwa in Quarantäne geschickt werden oder Kurzarbeitergeld bekommen, hat das unterschiedliche Auswirkungen auf den Lohnzettel. Drei Szenarien und ihre Folgen.

Szenario 1: Der Arbeitnehmer ist an Covid-19 erkrankt

Ist der Arbeitnehmer erkrankt, kann er sich ganz normal krankschreiben lassen. Erkrankung bedeutet in diesem Zusammenhang den Ausbruch der Krankheit Covid-19 mit Symptomen, nicht alleine schon die – möglicherweise symptomfreie und unbemerkte – Infektion. Er hat damit – für maximal sechs Wochen – Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Grundsätzlich haben diesen Anspruch alle Arbeitnehmer, die unverschuldet krank und deswegen arbeitsunfähig sind – auch Minijobber und Werkstudenten. Nur eine Voraussetzung gibt es: Sie müssen vor ihrer Arbeitsunfähigkeit länger als vier Wochen im Unternehmen angestellt gewesen sein. Der Arbeitgeber muss das volle Gehalt weiterzahlen, inklusive möglicher Zuschläge etwa für Nachtarbeit. Erst, wenn der Mitarbeiter nach sechs Wochen noch nicht wieder gesund ist, übernimmt die Krankenkasse und zahlt Krankengeld. Eine Entgeltfortzahlung ist allerdings ausgeschlossen, wenn der Arbeitnehmer ein Verschulden trägt. Nach Angaben von Arbeitsrechtlern könnte dies derzeit beispielsweise der Fall sein, wenn der Angestellte wissentlich in ein Risikogebiet gereist ist. Allerdings dürfte der konkrete Nachweis einer Ansteckung an einem bestimmten Ort in der Praxis inzwischen schwierig sein, da die Infektionsketten häufig nicht mehr nachzuvollziehen sind.

Szenario 2: Der Arbeitnehmer wird in Quarantäne geschickt

Nach dem Infektionsschutzgesetz können Beschäftigungsverbote ausgesprochen werden, und zwar dann, wenn der Arbeitnehmer als Überträger des Virus eine Gefahr für andere Menschen darstellt. Das ist beispielsweise der Fall, wenn ein Arbeitnehmer nicht selbst erkrankt ist, aber Kontakt zu einem Infizierten hatte. Das Gesundheitsamt verhängt eine Quarantäne, der betroffene Arbeitnehmer darf dann auch nicht arbeiten. In diesen Fällen besteht für Arbeitgeber keine Verpflichtung zur Entgeltfortzahlung, weil die Angestellten nicht erkrankt sind. Stattdessen wird – ebenfalls für sechs Wochen – eine Entschädigung gezahlt. Diese kompensiert das Gehalt, das dem Arbeitnehmer entgeht, und ist steuerfrei. Der Betrag muss in Zeile 15 der Lohnsteuerbescheinigung eingetragen werden. Der Arbeitgeber muss die Entschädigung zwar zunächst überweisen, er kann sich die Kosten aber von der zuständigen Behörde erstatten lassen. Der Arbeitnehmer benötigt eine Bestätigung des Gesundheitsamts über die Quarantäne-Anordnung, damit der Arbeitgeber die Zahlung veranlassen kann.

Szenario 3: Der Arbeitnehmer erhält Kurzarbeitergeld

Der Arbeitnehmer bekommt 60 Prozent des Teils des Nettolohns, der ihm durch die Kurzarbeit entgeht. Wenn ein Kind mit im Haushalt lebt, sind es 67 Prozent. Das heißt: Wer zu 100 Prozent in Kurzarbeit geschickt wird, also gar nicht mehr arbeitet, erhält 60 bzw. 67 Prozent seines bisherigen gesamten Nettolohns. Die Sozialversicherungsbeiträge übernimmt nach der aktuellen, neu beschlossenen Regelung komplett die Bundesagentur für Arbeit. Außerdem ist das Kurzarbeitergeld selbst steuerfrei. Es unterliegt aber dem sogenannten Progressionsvorbehalt, wird also – wie Eltern- oder Arbeitslosengeld – zur Berechnung des Steuersatzes herangezogen. Wird der Arbeitnehmer gemeinsam mit dem Partner veranlagt, wird das Kurzarbeitergeld zum Beispiel dem Einkommen des Partners hinzugerechnet. Es muss, wie die Entschädigungszahlung, in Zeile 15 der Lohnsteuerbescheinigung gesondert eingetragen werden. Anders sieht es aus, wenn der Arbeitgeber – freiwillig oder aufgrund von Vereinbarungen in Einzel- oder Tarifverträgen – einen Zuschuss zum Kurzarbeitergeld zahlt. Der Zuschuss gilt dann als Arbeitslohn und ist steuerpflichtig.