Hintergrund für Steuerberater

So helfen die Bundesländer den Unternehmen

Viele Unternehmen geraten wegen der Corona-Krise ins Straucheln. Die einzelnen Bundesländer haben deswegen – zusätzlich zu den Maßnahmen des Bundes – Hilfsprogramme aufgelegt, die sofort greifen sollen. Ein Überblick.

Baden-Württemberg

Die Landeskreditbank (LBank) und die Bürgschaftsbank in Baden-Württemberg haben ihr Angebot angesichts der Krise ergänzt: Unter anderem wird die Bürgschaftsobergrenze auf 2,5 Millionen Euro verdoppelt und die Bürgschaftsquote für Betriebsmittel auf 80 Prozent erhöht. Die Maßnahmen unterstützen alle gewerblichen kleinen und mittleren Unternehmen sowie die Freien Berufe und werden ab sofort umgesetzt.

Bayern

Bayern hat am 16. März 2020 den landesweiten Katastrophenfall ausgerufen. Die Staatsregierung will nun unter anderem mit einem Soforthilfeprogramm kleineren Betrieben und Freiberuflern helfen, die durch die Corona-Krise in eine existenzbedrohliche Schieflage geraten. Anträge können von gewerblichen Unternehmen und selbstständigen Angehörigen der Freien Berufe (bis zu 250 Erwerbstätige) gestellt werden. Die Soforthilfe ist gestaffelt nach der Zahl der Erwerbstätigen und beträgt zwischen 5000 und 30.000 Euro.

Berlin

Auch Berlin will seine Wirtschaft mit Sondermaßnahmen unterstützen: Über die Investitionsbank Berlin (IBB) wird der Senat zum Beispiel Überbrückungskredite anbieten. Auf diese Mittel, die insgesamt ein Volumen von bis zu 100 Millionen Euro haben, können erstmals auch Betriebe aus Einzelhandel und Gastronomie zugreifen.

Brandenburg

Das Land Brandenburg wird sein Konsolidierungs- und Standortsicherungsprogramm (KoSta) für nahezu alle Branchen öffnen. Unternehmen, die aufgrund der Corona-Krise in akute wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, können sich an die Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) wenden.

Bremen

Die Förderbank für Bremen und Bremerhaven (BAB) hat ein zusätzliches Budget von 10 Millionen bereitgestellt und die Konditionen bei Bürgschaften verbessert, damit Unternehmen leichter günstige Kredite bekommen. Zudem gibt es Liquiditätshilfen, die auch Freiberufler und Kleinunternehmer beantragen können.

Hamburg

Hamburg legt ein eigenes Hilfeprogramm für Selbstständige und Kleinunternehmer auf. Ein-Mann-Betriebe sollen Zuschüsse von bis zu 2.500 Euro erhalten, Unternehmen mit 51 bis 250 Mitarbeiten bis zu 25.000 Euro. Anträge und Bewilligungen starten in der nächsten Woche (ab 23. März).

Hessen

Der Garantie- und Bürgschaftsrahmen des Landes Hessen soll um 3,5 auf 5 Milliarden Euro erhöht werden. Unternehmen können zudem einen formlosen Antrag stellen, um Sondervorauszahlungen der Umsatzsteuer kurzfristig erstattet zu bekommen. Die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) bietet im Auftrag des Landes unterschiedliche Förderkredite an.

Mecklenburg-Vorpommern

Kleinstbetriebe und Freiberufler können (rückzahlbare) Zuschüsse bis 20.000 Euro erhalten, für betriebliche Ausgaben von KMU sind Zuschüsse von bis zu 200.000 Euro möglich. Zudem soll das Verfahren für Bürgschaften für ein Kreditvolumen bis zu 250.000 Euro für KMU deutlich abgekürzt werden.

Niedersachsen

Das Land Niedersachsen erhöht seinen Bürgschaftsrahmen auf 3 Milliarden Euro. Die Niedersächsische Bürgschaftsbank (NBB) übernimmt zudem Bürgschaften bis von bis zu 2,5 Millionen Euro. Die NBank plant einen Kredit zur Liquiditätshilfe, der im ersten Schritt kleinen und mittleren Unternehmen einen Betrag bis zu 50.000 Euro zur Verfügung stellen soll. Ergänzt werde das Darlehen mit einem Zuschuss des Landes für Kleinstunternehmen (höchstens 10 Beschäftigte) in Höhe von 20.000 Euro, hieß es.

Nordrhein-Westfalen

Auch das Land Nordrhein-Westfalen erhöht massiv seine Bürgschaften für große und kleine Unternehmen. Der Rahmen für Großbürgschaften werde von 900 Millionen Euro auf 5 Milliarden Euro erhöht, sagte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP). Für kleine Unternehmen werde es „Expressbürgschaften“ in Höhe von bis zu 250.000 Euro binnen drei Tagen geben. Zudem will NRW bei Steuerstundungen über die Maßnahmen des Bundes hinausgehen.

Rheinland-Pfalz

Über die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) sowie die Bürgschaftsbank Rheinland-Pfalz stehen Betriebsmittelkredite sowie Bürgschaften zur Verfügung. Die Bürgschaftsbank hat - im Rahmen des Maßnahmenpaketes der Bundesregierung - die Bürgschaftsobergrenze auf 2,5 Millionen Euro angehoben. „Damit können Unternehmen Zeit gewinnen, um etwa Lieferketten anzupassen oder eine zeitweise geringere Nachfrage zu überbrücken“, teilt die Landesregierung mit.

Saarland

Im Saarland hat die Landesregierung ein Zuschuss-Programm in Höhe von 30 Millionen Euro vorgestellt. Unternehmer sollen dadurch Zuschüsse zwischen 3000 und 10.000 Euro beantragen können. Außerdem werde das Kreditprogramm von zehn auf 25 Millionen Euro aufgestockt, hieß es.

Sachsen

Sachsen hat ein Sonderprogramm für kleine Unternehmen und Freiberufler mit bis zu fünf Beschäftigten angekündigt, die aufgrund der Corona-Krise Umsatzrückgänge verkraften müssen. Abwickeln soll das Programm die Sächsische Aufbaubank. Geplant ist unter anderem eine zinslose Liquiditätshilfe, die bis zu 50.000 Euro, in Ausnahmefällen sogar bis zu 100.000 Euro betragen kann. Die Laufzeit soll höchstens acht Jahre betragen, in den ersten drei Jahren sollen die Tilgungen ausgesetzt werden.

Sachsen-Anhalt

„Im Ernstfall stehen für Unternehmen in Sachsen-Anhalt bis zu 400 Millionen Euro Hilfsgelder bereit, mit denen sogar bis zu 600 Millionen Euro an Liquidität gesichert werden kann“, so Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann. Unternehmen, die in Schwierigkeiten geraten, sollten sich zunächst an ihre Hausbank wenden. Im zweiten Schritt könnten sie gemeinsam auf die Investitionsbank Sachsen-Anhalt oder die Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt zugehen.

Schleswig-Holstein

Landesregierung und Förderbanken haben gegen die Folgen der Corona-Krise die "Schleswig-Holstein-Finanzierungsinitiative für Stabilität" zur Stärkung der mittelständischen Unternehmen gestartet. Zentrales Angebot an Unternehmen in Liquiditätsschwierigkeiten ist das Darlehensprogramm "IB.SH Mittelstandskredit". In diesem Rahmen übernimmt das Land Garantien für die Darlehen, die von der Investitionsbank zugesagt werden. Der vom Land garantierte Rahmen soll sich von fünf auf zehn Millionen Euro verdoppeln.

Thüringen

Auch Thüringen erweitert sein Bürgschaftsprogramm: Die Bürgschaftsbank Thüringen hebt klassische Bürgschaften etwa von 1,25 Millionen auf 2,5 Millionen Euro an. Expressbürgschaften, bei denen Unternehmen innerhalb von 24 Stunden eine Zusage erhalten, werden von 120.000 Euro auf 250.000 Euro angehoben. Zudem soll es ein Soforthilfeprogramm geben, über das Klein- und Kleinstunternehmen, aber auch Freiberufler eine Entschädigung in Form eines einmaligen, direkten Zuschusses von - je nach Unternehmensgröße - bis zu 30.000 Euro erhalten könnten.