Hintergrund

Diese Steuern können jetzt gestundet werden

Steuerstundungen sollen Unternehmen in der Corona-Krise dabei helfen, liquide zu bleiben und sich die kommenden Monate über Wasser zu halten. Das gilt auch für einige bundesgesetzlich geregelte Steuern wie die Bier- oder Energiesteuer. Ein Überblick.

Man könnte meinen, um Monate im Homeoffice zu überstehen, bräuchten die Deutschen gerade besonders viel Bier. Aber die Brauereien leiden ebenso unter der Corona-Krise wie die meisten anderen Unternehmen: Ihre Exporte gehen zurück, Veranstaltungen werden abgesagt, Kneipen sind geschlossen. Um also auch den Brauereien mehr finanziellen Spielraum zu verschaffen, können sie neuerdings die Biersteuer stunden lassen. Diese Steuer erheben die Länder; laut Bundesfinanzministerium betrug sie 2019 rund 650 Millionen Euro.

Entgegenkommen für die Steuerpflichtigen

Die Brauer sind allerdings nicht die Einzigen, denen von steuerlichen Sonderregelungen profitieren sollen. „Bei den bundesgesetzlich geregelten Steuern, die von der Zollverwaltung verwaltet werden, sind die Hauptzollämter angewiesen worden, den Steuerpflichtigen angemessen entgegenzukommen“, teilt die Generalzolldirektion mit. Konkret heißt das: Bis zum 31. Dezember 2020 können Unternehmen für Steuern, die bis zu diesem Zeitpunkt bereits fällig waren oder fällig werden, Anträge auf Stundung bei den zuständigen Hauptzollämtern stellen. Hierunter fallen folgende Verbrauch- und Verkehrsteuern:

  • Einfuhrumsatzsteuer
  • Luftverkehrsteuer
  • Energiesteuer
  • Stromsteuer
  • Tabaksteuer
  • Kaffeesteuer
  • Biersteuer
  • Alkoholsteuer
  • Alkopopsteuer
  • Schaumweinsteuer
  • Zwischenerzeugnissteuer
  • Kraftfahrzeugsteuer

Auf die Erhebung von Stundungszinsen und auf Vollstreckungsmaßnahmen wie Kontopfändungen soll verzichtet werden, wenn der Schuldner unmittelbar von der Corona-Krise betroffen ist. Allerdings bedeutet eine Stundung, dass die Steuern zu einem späteren Zeitpunkt gezahlt werden müssen. Erlassen werden sie nicht. Und: Anträge auf Stundung von Steuern, die erst nach dem 31. Dezember 2020 fällig werden, müssen Unternehmen besonders begründen. Auch Anträge auf die Herabsetzung von Vorauszahlungen und auf Vollstreckungsaufschub von Steuern sind möglich.