Hintergrund

Zurück in den Alltag?

In der DATEV-Community haben wir die Frage gestellt: „Lockdown wird zurückgefahren – Welche Auswirkungen hat das auf Ihre Kanzlei“. Eine Übersicht über die ersten Antworten.

Innerhalb einer Woche haben wir elf Antworten auf den Community-Thread bekommen, bei über 1.800 Aufrufen. Wir bekamen mündlich die Rückmeldung, dass der Fragenkatalog sich gut als Checkliste eigne, was die hohe Aufrufquote im Gegensatz zu relativ wenigen Antworten erklären würde. Folgende Themen wurden bislang diskutiert.

Arbeitsorganisation in der Kanzlei

Platzprobleme, um alle Mitarbeiter unter Wahrung der Sicherheitsstandards wieder in die Kanzlei zu holen, sind aufgrund der Kanzleigröße für gut die Hälfte der antwortenden Kanzleien kein Problem. Alle anderen behelfen sich weiter mit der Homeoffice-Lösung. Die Organisation von Wechselschichten sprach nur ein Feedback-Geber an. Ganz generell wurde die Organisation der Arbeitszeit sehr großzügig gehandhabt, die Spanne reicht von völlig selbstbestimmter Arbeitszeit bis hin zur Freistellung von Mitarbeitern, die zur Risikogruppe zählen. Man bemüht sich um individuelle Lösungen, auch was die Mehrbelastung von Mitarbeitern mit Kindern im Homeoffice betrifft.

Technischer Ansatz

Etwa die Hälfte sprach die Nutzung von Videokonferenzsystemen an (Zoom, Teams, BlueJeans), wobei im Fall MS-Teams nicht nur in der Kommunikation, sondern auch bei der Organisation arbeitsteiliger Prozesse unterstützt. Andere verlassen sich bei der Prozessunterstützung eher auf E-Mail, Telefonate bzw. auch den persönlichen Austausch. Etwa ein Viertel der Antwortenden gaben konkret an, die Digitalisierung von Prozessen weiter voranzutreiben, allerdings gewinnt man den Eindruck, dass sich die Ausgangssituationen der Antwortgeber sehr unterscheiden.

So beschäftigt sich eine Kanzlei bereits mit der Umstellung ihrer bereits digitalen Prozesse auf die digitale Unterschrift. Ein weiterer hat die Absicht verstärkt, "Meine Steuern" einzusetzen und ein dritter stellt fest, dass die Mandanten jetzt verstärkt auf digitale Prozesse umstellen möchten.

Umgang mit der erhöhten physischen Anwesenheit

Was die steigende persönliche Präsenz in den Kanzleien von Mandanten und Mitarbeitern betrifft, waren Lieferschwierigkeiten bei Desinfektionsmitteln zwar ein Thema, die meisten der elf Kanzleien haben sich hier offensichtlich aber schon rechtzeitig mit Masken und Desinfektionsmitteln inkl. Spendern eingedeckt. Häufig wurde angegeben, dass externe Kontakte zu Mandanten noch minimiert und ggf. mit Online-Beratungen über Videokonferenz kompensiert werden.

Veränderte Anforderungen der Mandanten

Betriebswirtschaftliche Beratung wird gerade in der Pandemie durchaus als wachsendes Geschäftsfeld gesehen. Etwa ein Viertel der Antwortenden gab an, die Beratungskomponente bereits vorher etabliert zu haben und hier noch weiter an Lösungsansätzen zu arbeiten. Die Zertifizierung bei der BAFA ist, wenn man hier aktiv werden möchte, entscheidend. Informationsquellen für den Wissensaufbau sind weit verzweigt. Es wurden folgende genannt: NWB. Haufe LEXinform, StoTax, Online-Medien, DATEV.de - hier wurde die Corona-Seite ausdrücklich gelobt - sowie Pressekonferenzen der Regierung. Ein Austausch unter Kollegen wurde durchaus als hilfreich beurteilt.

Was tun mit Härtefällen in der Kanzlei

Härtefälle in der Mandantschaft gibt es laut der bisherigen Antworten nur vereinzelt. Man ist um einen kulanten Umgang bemüht und ist im entsprechenden Fall zu Honoraraufschüben bereit. Ein schönes Zitat aus den bisherigen Antworten fasst die Situation in den Kanzleien wunderbar zusammen: „Emotionen und persönliches Engagement gehören gerade in der Krise zu unserem Alltag.“

Sie möchten mehr Infos oder mitdiskutieren?

In der DATEV-Community finden Sie die vollständigen Antworten Ihrer Berufskollegen - und können gerne in die Diskussion einsteigen.