Digitalisierung

OECD-SME and Entrepreneurship Outlook: KMU müssen Vorteile bei Digitalisierung und Globalisierung besser nutzen

Die OECD hat ihren SME and Entrepreneurship Outlook für 2019 veröffentlicht, der einen Überblick über die Geschäftsbedingungen und den politischen Rahmen für KMU bietet.

Im OECD-Raum entfallen rund 60 % der Beschäftigung und 50-60 % der Wertschöpfung auf KMU. Die Zahl der Unternehmensgründungen ist gestiegen, insb. im Dienstleistungsbereich. Jedoch wurden die meisten neuen Stellen im Niedriglohnsektor geschaffen, so z. B. in Frankreich (zwischen 2010 und 2016 knapp 90 % der neuen Stellen) in Deutschland betrifft es 2/3 der neu geschaffenen Stellen.

Die Marktbedingungen für KMU haben sich verbessert, jedoch gibt es Anzeichen, dass das Wachstum seinen Höhepunkt erreicht hat. Insbesondere Handelsspannungen können ihr globales agieren einschränken. In der Vergangenheit haben KMU von der Fragmentierung der weltweiten Produktion profitiert, um sich in spezialisierten Segmenten der globalen Wertschöpfungsketten dem Wettbewerb zu stellen und ihre Aktivitäten auf ausländische Märkten auszuweiten. Laut OECD haben die globale Wertschöpfungsketten an Dynamik verloren, ausländische Direktinvestitionen haben das niedrigste Niveau seit 2013 erreicht. Automatisierung und neue Technologien können dazu führen, dass multinationale Unternehmen ihre Produktionsprozesse weniger stark fragmentieren.

Digitalisierung

Es wird festgestellt, dass KMU bei der Digitalisierung Aufholbedarf haben, v. a. kleinen Unternehmen. Sie investieren z. B. weniger in Schlüsseltechnologien wie Cloud-Computing-Dienste, was u. a. auch mit dem Breitbandausbau begründet wird. Zudem wird KMU ein weniger proaktiver Ansatz beim Schutz ihrer Daten attestiert und sie sind anfälliger für Cyberbedrohungen. Als weiteres Problem wird der Fachkräftemangel identifiziert. Häufig fehlen die für die Bewältigung der digitalen Transformation benötigte Kompetenzen, nur wenige bieten IKT-Fortbildungen für ihre Beschäftigte an.

Im Gegensatz dazu stellt der Bericht fest, dass KMU, die im ITK-Bereich aktiv sind, besonders von der Digitalisierung profitieren. Laut OECD ist ihr Anteil an der Wertschöpfung in dem Zeitraum von 2010 -2016 in fast allen OECD-Ländern gestiegen (z. B. 10 % in Finnland bei der Computerprogrammierung). Spezialisierte, hochqualifizierte KMU sind sogar produktiver als große Unternehmen, z. B. in Frankreich, Schweden oder dem Vereinigten Königreich im Bereich der Unternehmens- oder technischen Dienstleistungen.

Die Politikansätze der OECD-Länder sind sehr unterschiedlich. Einige Länder sind bemüht, KMU-bezogene Gesichtspunkte systematisch in andere Politikbereiche zu integrieren, wohingegen andere Länder maßgeschneiderte Politikinstrumente für KMU entwickeln, die oft mit verschiedenen standort- oder sektorspezifischen Maßnahmen kombiniert werden. Innovationsfördernde Maßnahmen wurden überarbeitet, so z. B. bei der FuE-Förderung, die in den meisten OECD-Ländern im Verhältnis höher ist als ihre tatsächliche FuE-Aufwendungen. In einigen Ländern wurde die KMU-Förderung in der nationalen Exportstrategie (z. B. in Norwegen) oder Industriepolitik (z. B. in Italien) verankert, um global agierende KMU zu unterstützen.

Quelle: DATEV eG Informationsbüro Brüssel