Verbraucherrechte

Weihnachtsgeschenke richtig umtauschen

Bundesregierung, Mitteilung vom 27.12.2017

Wer kennt das nicht: An Heiligabend werden die Geschenke ausgepackt und zum Vorschein kommt eine Sache, die nicht gefällt oder die sogar defekt ist. Dann stellt sich die Frage nach dem Umtausch oder der Reparatur. Gut, wenn man als Verbraucher dann die eigenen Rechte kennt.

Für die Kundenrechte spielt es eine Rolle, ob ein Geschenk im Laden oder beispielsweise im Internet gekauft wurde. Darüber hinaus kommt es aber auch auf die Kulanz des Händlers an.

Kauf im Laden

Wurde das ungeliebte Präsent im Laden gekauft, kann es der Beschenkte es nicht ohne weiteres zurückgeben. Denn bei einwandfreier Ware haben Kunden grundsätzlich keinen Anspruch auf Umtausch. Grundsätzlich gilt hier: Gekauft ist gekauft.

Manche Händler gewähren ihren Kunden allerdings aus Kulanz die Möglichkeit zum Umtausch. Am besten sollte man bereits beim Kauf fragen, wie es damit aussieht. Der Käufer sollte sich die ausgehandelten Konditionen unbedingt aufschreiben lassen. Manchmal stehen die Bedingungen für einen Umtausch auch auf der Quittung - wie etwa die Rückgabefrist. Oder aber an der Kasse hängt ein entsprechender Aushang mit den Umtauschregeln.

Händler gibt Bedingungen vor

In jedem Fall bestimmt der Händler die Konditionen für den Umtausch. Er entscheidet auch, innerhalb welchen Zeitraums er die einwandfreie Ware zurücknimmt. Der Verbraucher hat auch keinen Anspruch darauf, den Warenwert in Bargeld zu erhalten. Viele Händler stellen stattdessen einen Gutschein über die Höhe des Kaufpreises aus.

Im Fall eines Umtauschs ist es hilfreich, den Kassenzettel vorzulegen. So kann man leichter nachweisen, wann die Ware gekauft wurde. Wurde per Lastschrifteneinzug bezahlt, reicht der Kontoauszug. Zudem empfiehlt es sich, dass sich das Preisetikett an der noch unbenutzten Ware befindet.

Kauf im Internet und Katalog

Andere Vorgaben gelten für Geschenke, die im Internet oder per E-Mail, SMS, Telefon, Brief oder Fax bestellt worden sind. Im Online- und Versandhandel gilt seit Mitte Juni 2014 europaweit grundsätzlich eine Widerrufsfrist von 14 Tagen. Bestellkunden sollen - wie Ladenkunden - die Möglichkeit haben, das Produkt in den Händen zu halten. Wenn es ihnen dann nicht gefällt, können sie es zurücksenden. Das Widerrufsrecht gilt allerdings nicht bei verderblicher oder maßgefertigter Ware und entsiegelten CDs.

Wichtig: Die Frist für den Widerruf beginnt erst ab dem Datum der Lieferung, nicht dem der Rechnung. Und: Sie müssen den Widerruf eindeutig erklären, etwa per E-Mail. Die Ware einfach nur zurückzuschicken zählt nicht als Widerruf.

Ware innerhalb von 14 Tagen zurückschicken

Nach dem Widerruf muss der Käufer die Ware innerhalb von 14 Tagen zurückschicken. Sobald der Verkäufer die Ware erhalten hat oder der Käufer nachweisen kann, dass die Ware ordnungsgemäß zurückgeschickt wurde, ist er verpflichtet, den Kaufpreis zurückzuerstatten.

Seit Juni 2014 müssen Verbraucher grundsätzlich die Rücksendekosten tragen. Vorausgesetzt, der Händler hat darüber - etwa auf seiner Webseite - vorab informiert. Allerdings übernehmen viele Händler die Rücksendekosten nach wie vor auf freiwilliger Basis.

Regeln bei mangelhafter Ware

Ganz andere Regeln gelten bei mangelhafter Ware: Der Verbraucher kann defekte Neuware innerhalb von zwei Jahren zurückgeben. Bei gebrauchter Ware ist es mindestens ein Jahr. Das gilt auch bei reduzierter Ware oder bei Sonderangeboten.

Dabei muss der Käufer in den ersten sechs Monaten nach dem Kauf nicht beweisen, dass der Mangel von Anfang an bestanden hat. Hier wird zu seinen Gunsten davon ausgegangen, dass die Sache von Anfang fehlerhaft war. Es sei denn, der Verkäufer beweist das Gegenteil. Anderes gilt nach Ablauf dieser Zeit. In dem Fall muss der Kunde belegen, dass die gekaufte Ware von Anfang an mangelhaft war. Erst dann kann er das sogenannte Gewährleistungsrecht in Anspruch nehmen.

Der Verkäufer kann die mangelhafte Ware zunächst reparieren. Danach muss er sie umtauschen oder das Geld zurückgeben. Am besten sollte eine Reklamation schriftlich erfolgen.

Gewährleistung und Garantie sind nicht dasselbe

Garantien sind freiwillige Zusatzleistungen, meist vom Hersteller, nicht vom Händler. Oft enthalten sie das Versprechen, dass die Ware oder Einzelteile eine Zeit lang halten. Bei einer guten Hersteller- oder Zusatzgarantie muss man nicht beweisen, dass man den Mangel nicht verursacht hat.

Geht die Ware innerhalb der gewährten Frist kaputt, hat man die Rechte, wie sie in der Garantie vom Händler versprochen wurden. Käufern steht üblicherweise Reparatur oder Umtausch zu.

Wichtig: Der Käufer kann frei wählen, ob er die Gewährleistung oder die Garantie in Anspruch nimmt. Der Händler darf bei einer Reklamation nicht auf die Garantie des Herstellers verweisen.

Quelle: Bundesregierung