Zivilrecht

Zur Darlegung eines Sachmangels bei maßgefertigten Schuhen

AG Nürnberg, Pressemitteilung vom 06.02.2018 zum Urteil 239 C 3934/17 vom 14.11.2017 (rkr)

Das Amtsgericht Nürnberg hatte sich in einem Urteil damit zu befassen, welcher Sachvortrag erforderlich ist, wenn man einen Sachmangel im Hinblick auf maßgefertigte Schuhe geltend machen möchte.

Der Kläger ließ sich im Juni 2016 Maßschuhe anfertigen. Hintergrund war, dass der Kläger aus orthopädischen Gründen ein spezielles Schuhwerk tragen muss. Der Kläger ist Pfarrer und benötigt elegante Schuhe, welche er auch zu seiner Soutane tragen kann. Der Beklagte fertigte im Auftrag des Klägers, der das Rezept eines Orthopäden vorgelegt hatte, die Maßschuhe. Diese wurden dem Kläger ausgehändigt, welcher den Kaufpreis von insgesamt 1.690,96 Euro bezahlte. Der Kläger ist der Auffassung, dass die Schuhe mangelhaft sind. Die Schuhe hätten eine ungenügende Passform, seine Füße würden nach längerem Tragen schmerzen zudem habe er das Gefühl, dass er in den Schuhen „schwimme". Der Beklagte ist hingegen der Meinung, dass die Schuhe mangelfrei seien. Er habe genau Maß genommen und die Schuhe auf die orthopädischen Bedürfnisse des Klägers hin gefertigt. Zudem müsse der Kläger die Schuhe erst einlaufen, da er ausdrücklich ein härteres Leder gewünscht habe.

Der Kläger erhob Klage zum Amtsgericht Nürnberg und verlangte dort die Rückzahlung des Kaufpreises. Das Amtsgericht hat die Klage abgewiesen. Aus Sicht des Gerichts hat der Kläger den Mangel unzureichend dargelegt. Der Kläger habe auf die Frage, ob er die Schuhe denn eingelaufen habe, keine hinreichende Antwort geben können. Es sei offen geblieben, ob er die Schuhe für nur einige Stunden oder an mehreren Tagen getragen habe und welche Strecke er damit zurückgelegt habe. Der Kläger ist nach Ansicht des Gerichts darlegungspflichtig für den Mangel und muss diesen daher präzise beschreiben und auch Angaben dazu machen, ob er die Schuhe hinreichend eingelaufen hat.

Das Urteil ist rechtskräftig.

Quelle: AG Nürnberg