Einkommensteuer

BFH zur Anwachsung von Gesellschaftsanteilen wegen Ausscheidens eines Gesellschafters

Anwachsung von Gesellschaftsanteilen an einer vermögensverwaltenden Personengesellschaft wegen des Ausscheidens eines Gesellschafters gegen Abfindung - Zulässigkeit einer gesonderten und einheitlichen Feststellung

BFH, Urteil IX R 24/18 vom 19.11.2019

Leitsatz

  1. Einkünfte, an denen i. S. von § 180 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a AO Mehrere beteiligt sind, liegen - unter weiteren Voraussetzungen - nur dann vor, wenn mehrere Personen „gemeinsam" den Tatbestand der Einkunftserzielung verwirklichen.
  2. Gesellschafter einer vermögensverwaltenden Personengesellschaft erfüllen den Tatbestand des § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG nur dann „gemeinsam", wenn die den Tatbestand des „privaten Veräußerungsgeschäfts" konstituierenden Teilakte - die „Anschaffung" und die „Veräußerung" - jeweils in der „Einheit der Gesellschaft" verwirklicht werden.
  3. Scheidet ein Gesellschafter aus einer vermögensverwaltenden Personengesellschaft gegen Zahlung einer Abfindung aus und wächst sein Anteil den verbleibenden Gesellschaftern nach § 738 Abs. 1 BGB an, wird dieser Anwachsungserwerb durch die verbleibenden Gesellschafter jeweils einzeln und nicht in der Einheit der Gesellschaft verwirklicht.

Quelle: BFH