Tax Policy Reforms 2019

OECD-Bericht zu Steuerreformen in den OECD-Ländern

Die OECD hat am 05.09.2019 ihren jährlichen Bericht „Tax Policy Reforms 2019" veröffentlicht. Darin werden u. a. die wichtigsten steuerpolitischen Trends aufgezeigt und die jüngsten Steuerreformen der OECD-Länder sowie von Argentinien, Indonesien und Südafrika analysiert.

Es wird festgestellt, dass verglichen mit den Vorjahren in 2019 weniger Steuerreformen vorgenommen worden. Laut OECD-Bericht haben die Niederlande die umfassendste Steuerreform durchgeführt, aber auch andere Länder wie z. B. Litauen, Italien (Körperschaftsteuer) oder Polen (Einkommen- und Körperschaftsteuer) werden mit wesentlichen Änderungen im Steuerbereich genannt. Zusammenfassend konstatiert der Bericht Folgendes:

  • Steuersenkungen im Bereich der Körperschaftsteuern wurden fortgesetzt, jedoch waren sie im Vergleich zu 2018 nicht so signifikant. Laut OECD bewegen sich die Körperschaftsteuersätze zwischen 9 % in Ungarn und 32 % in Frankreich.
  • Die Besteuerung des Faktors Arbeit bleibt weiterhin in vielen Ländern hoch. Einige Länder haben Steuersenkungen im Bereich der Einkommensteuer insbesondere für Geringverdiener (z. B. Belgien, die Niederlande oder Dänemark), mittlere Einkommen und Rentner/Pensionäre (z. B. Frankreich oder die Niederlande) vorgenommen. Bei Sozialabgaben sind nur geringfügige Änderungen zu beobachten.
  • Die MwSt-Normalsätze sind in den vergangenen Jahren stabil geblieben und befinden sich laut OECD auf einem historisch hohen Stand.
  • Anstieg der Verbrauchsteuern v. a. auf Tabak und Zucker.
  • Geringer Anstieg von Umweltsteuern: Einige Länder haben ihre Steuern auf Energie erhöht oder erweitert, andere Länder haben ihre Energiesteuern gesenkt oder wollen diese besser in Einklang mit klimabezogenen Maßnahmen bringen. Bei der Kfz-Besteuerung wurden nur geringe Fortschritte festgestellt. Das gleiche gilt für andere umweltbezogene Steuern, wie z. B. auf Plastik oder Abfall.
  • Geringfügige Änderungen bei Vermögensteuern.

Durch Maßnahmen gegen Steuerbetrug, wie z. B. Split-Payment-Verfahren, real-time reporting oder den Einbezug von Online-Plattformen (beim Abführen der MwSt) erwarten die Steuerbehörden eine Erhöhung der MwSt-Einnahmen.

Quelle: DATEV eG Informationsbüro Brüssel