Wirtschaftliche Entwicklung

Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 2. Quartal 2017

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 25.08.2017

Die deutsche Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs: Wie das Statistische Bundesamt bereits in seiner Schnellmeldung am 15. August 2017 mitgeteilt hatte, war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal 2017 - preis-, saison- und kalenderbereinigt - um 0,6 % höher als im Vorquartal. Im ersten Quartal 2017 hatte es nach neuesten Berechnungen einen etwas kräftigeren Anstieg des BIP von 0,7 % gegeben.

Auf der Verwendungsseite des Bruttoinlandsprodukts kamen die positiven Impulse im Vorquartalsvergleich (preis-, saison- und kalenderbereinigt) aus dem Inland. Die privaten Haushalte steigerten ihre Konsumausgaben kräftig um 0,8 %, die staatlichen Konsumausgaben waren um 0,6 % höher als im Vorquartal. Auch die Investitionen legten nochmals zu: In Ausrüstungen wurde 1,2 % und in Bauten 0,9 % mehr investiert als im ersten Quartal 2017. Insgesamt stieg die inländische Verwendung im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres deutlich um 1,0 Prozent.

Aus dem Ausland kamen gemischte Signale: Im Vergleich zum ersten Quartal 2017 wurden vorläufigen Berechnungen zufolge 0,7 % mehr Waren und Dienstleistungen exportiert. Die Importe stiegen im selben Zeitraum mit +1,7 % deutlich stärker. Dadurch dämpfte der Außenbeitrag -also die Differenz aus Exporten und Importen -rechnerisch mit -0,3 Prozentpunkten das Wirtschaftswachstum.

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf den Vorjahresvergleich:

Im Vorjahresvergleich stieg das preisbereinigte BIP im zweiten Quartal 2017 um 0,8 % (erstes Quartal 2017: +3,2 %). Allerdings war der Kalendereffekt in den ersten beiden Quartalen 2017 überdurchschnittlich stark, da es unter anderem aufgrund der späten Lage von Ostern im ersten Quartal drei Arbeitstage mehr und im zweiten Quartal drei Arbeitstage weniger als im Vorjahr gab. Somit ergibt sich bei kalenderbereinigter Betrachtung im zweiten Quartal 2017 ein BIP-Wachstum von 2,1 % (nach 2,0 % im ersten Quartal 2017).

Die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2017 wurde von 44,2 Millionen Erwerbstätigen im Inland erbracht, das waren 664.000 Personen oder 1,5 % mehr als ein Jahr zuvor (siehe Pressemitteilung 282/17 vom 17. August 2017).

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität - gemessen als preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen - ging gegenüber dem Vorjahr um 0,7 % zurück. Je Erwerbstätigenstunde stieg die Arbeitsproduktivität dagegen vorläufigen Berechnungen zufolge um 1,2 %, da die Erwerbstätigen im zweiten Quartal 2017 insgesamt weniger Stunden arbeiteten als ein Jahr zuvor.

Auch im Vorjahresvergleich kamen im zweiten Quartal 2017 die positiven Impulse aus dem Inland: Die privaten Konsumausgaben stiegen preisbereinigt um 1,6 %, die staatlichen Konsumausgaben um 1,5 %. Die Investitionen entwickelten sich im Vergleich zum Vorjahr unterschiedlich: Während in Ausrüstungen - darunter fallen hauptsächlich Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge - preisbereinigt 0,7 % weniger investiert wurde als im zweiten Quartal 2016, stiegen die Investitionen in Bauten um 2,9 %. Der Außenbeitrag bremste rechnerisch das Wirtschaftswachstum (-1,0 Prozentpunkte): Es wurden preisbereinigt zwar 1,0 % mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als vor einem Jahr, die Importe stiegen im selben Zeitraum mit +3,8 % aber deutlich stärker.

Auf der Entstehungsseite des Bruttoinlandsprodukts war die preisbereinigte Bruttowertschöpfung insgesamt um 0,6 % höher als im zweiten Quartal 2016. Die größten Zuwachsraten gab es in den Bereichen Information und Kommunikation (+3,7 %), Baugewerbe (+1,5 %) sowie Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit (+1,1 %). Im Verarbeitenden Gewerbe ging die Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorjahr dagegen um 0,5 % zurück. Auch bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern war die Veränderungsrate negativ (-0,4 %).

In jeweiligen Preisen gerechnet war das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2017 um 2,3 % und das Bruttonationaleinkommen um 2,7 % höher als im zweiten Quartal 2016. Das Volkseinkommen nahm insgesamt um 2,4 % zu, wobei die Unternehmens- und Vermögenseinkommen den ersten vorläufigen Berechnungen zufolge um 1,6 % zurückgingen, während das Arbeitnehmerentgelt mit +4,2 % deutlich zunahm. Die Bruttolöhne und -gehälter der Arbeitnehmer lagen um 4,3 % über dem Niveau des zweiten Quartals 2016, die Nettolöhne und -gehälter um 3,7 %. Im Durchschnitt je Arbeitnehmer stiegen die Löhne und Gehälter weniger stark (brutto und netto jeweils um 2,5 %), da auch die Anzahl der Arbeitnehmer im Vergleich zum Vorjahresquartal zunahm (+1,7 %). Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte erhöhte sich mit +3,2 % im gleichen Umfang wie die privaten Konsumausgaben in jeweiligen Preisen.

Neben der Erstberechnung des zweiten Quartals 2017 wurden - wie jedes Jahr im August - auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse der letzten vier Jahre (ab 2013) sowie des ersten Quartals 2017 überarbeitet und, soweit erforderlich, revidiert. Wie bereits in der Schnellmeldung vom 15. August 2017 berichtet, ergaben sich dabei preisbereinigte Veränderungsraten des jährlichen und vierteljährlichen BIP, die um bis zu 0,4 Prozentpunkte von den bisher veröffentlichten Ergebnissen abweichen. In einzelnen Komponenten des BIP fallen die Korrekturen deutlich größer aus. Insbesondere die Veränderungsraten des BIP für die Quartale und das Jahr 2014 wurden überwiegend nach oben korrigiert. Darüber hinaus kann es, wie üblich bei saison- und kalenderbereinigten Reihen, zu geänderten Ergebnissen in der gesamten Zeitreihe ab 1991 kommen.

Quelle: Statistisches Bundesamt