Bruttoinlandsprodukt

Deutsche Wirtschaftsleistung stagniert im dritten Quartal

IfW Kiel, Pressemitteilung vom 01.11.2019

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt hat nach einer aktuellen Berechnung von Forschern des Prognosezentrums am Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel) im dritten Quartal des laufenden Jahres stagniert. Darauf lässt die von Eurostat veröffentlichte vorläufige Schnellschätzung für die Wirtschaftsleistung im Euroraum im dritten Quartal 2019 schließen, der zufolge die Wirtschaftsleistung im Euroraum insgesamt um 0,2 Prozent gestiegen ist. Die Schätzung basiert auf Angaben von 17 Mitgliedstaaten, die 93 Prozent der Wirtschaftsleistung des Währungsraums abdecken. Darin sind auch vorläufige, bislang unveröffentlichte Daten zum deutschen BIP eingeflossen. Die Bekanntgabe der amtlichen Schnellschätzung zu den deutschen Zahlen erfolgt in knapp zwei Wochen (14. November) durch das Statistische Bundesamt.

Bereits veröffentlichte preis- und saisonbereinigte Expansionsraten für Frankreich (+0,3 Prozent), Italien (+0,1 Prozent), Spanien (+0,4 Prozent), Belgien (+0,4 Prozent) und Österreich (+0,2 Prozent), die zusammen mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung des Euroraums ausmachen, lassen recht verlässliche Rückschlüsse auf die deutsche BIP-Entwicklung zu. Für die neben Deutschland neun Länder, für die ebenfalls noch keine Schnellschätzungen vorliegen, ergeben die Kurzfristprognosemodelle des IfW Kiel einen Zuwachs von knapp 0,4 Prozent. Für Deutschland errechnet sich damit eine saison- und kalenderbereinigte BIP-Entwicklung von 0,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Kommentar von Stefan Kooths, Leiter des Prognosezentrums am IfW Kiel:

„Die Konjunktur in Deutschland zeigte sich im Sommer geringfügig fester als bislang erwartet worden war. Insgesamt setzte sich der Abschwung aber fort, denn die gesamtwirtschaftliche Auslastung ist weiter gesunken. Die ohnehin wenig belangvolle Frage nach einer technischen Rezession steht auf der Kippe. Wenn überhaupt, fiele sie homöopathisch aus. Die Wertschöpfung in der Industrie dürfte über die Sommermonate das fünfte Quartal in Folge nachgegeben haben."

Quelle: IfW Kiel