Corona-Krise

Euroraum rutscht in die Rezession

ifo Institut, Pressemitteilung vom 09.04.2020

Der Euroraum rutscht in den kommenden Monaten in die Rezession. Das prognostizieren das ifo Institut in München und die KOF in Zürich in ihrem Eurozone Economic Outlook. Die Wirtschaftsleistung dürfte im ersten Quartal bereits um 2,3 Prozent geschrumpft sein und wird dann im zweiten sogar um 10,5 Prozent schrumpfen. Für das dritte Vierteljahr 2020 sehen die Forscher dann ein Wachstum von 8,7 Prozent voraus, immer gegen das Vorquartal.

„Die Corona-Pandemie ist ein beispielloser Schock für die Weltwirtschaft", schreiben die Forscher. Eine Folge sind drastische Schwankungen in der Industrieproduktion. Diese dürfte im ersten Quartal bereits um 4,4 Prozent gesunken sein und wird um zweiten dann sogar um 18 Prozent schrumpfen. Für das dritte Quartal erwarten die Forscher wieder ein Wachstum von 19 Prozent.

Ähnlich wird der Einbruch beim privaten Konsum ausfallen: minus 3,3 Prozent (Q1), minus 13,6 Prozent (Q2), plus 12 Prozent (Q3). Bei den Investitionen sind minus 2,3 Prozent (Q1), minus 10,0 Prozent (Q2) und plus 10,4 Prozent (Q3) zu erwarten.

„Diese wirtschaftlichen Vorhersagen sind mit großer Unsicherheit behaftet. Die Möglichkeit, dass sich die Pandemie früher abschwächt als erwartet, ist gering", fügen die Forscher an. „Ein Wiederaufflammen der europäischen Schuldenkrise in großem Maßstab stellt daher ein nicht zu vernachlässigendes Risiko für die Prognose dar."

Das italienische Statistikamt Istat konnte an dieser Veröffentlichung des EZEO nicht mitwirken. Es wird sich aber ab der nächsten Ausgabe wieder wie üblich beteiligen.

Quelle: ifo Institut