KfW-Unternehmensbefragung 2020

Finanzierungsklima - Unternehmen gut gerüstet vor der Krise

KfW, Mitteilung vom 22.07.2020

Die Finanzierungssituation der Unternehmen in Deutschland war bis zum Ausbrechen der Corona-Krise unverändert gut - dies zeigt die diesjährige Unternehmensbefragung der KfW-Bankengruppe gemeinsam mit 19 Spitzen-, Fach- und Regionalverbänden der Wirtschaft, die im Zeitraum von Dezember 2019 bis Ende März 2020 und damit vor Beginn der Corona-Krise durchgeführt wurde. Demnach berichteten lediglich 13,4 % der Unternehmen von Schwierigkeiten beim Kreditzugang - 56,8 % der Unternehmen gaben an, dass der Kreditzugang „leicht" gewesen sei.

„Durch den stetigen Ausbau ihrer Eigenkapitalausstattung und der damit verbundenen Verbesserung ihrer Bonitätsbewertung haben sich die Unternehmen in Deutschland dies zum Teil selbst hart erarbeitet" sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. So berichteten 43,9 % der befragten Unternehmen von einem Anstieg ihrer Eigenkapitalquote im Jahr 2019. Auch die Ratingnoten haben sich wieder auf breiter Front verbessert - 32,5 % der Unternehmen meldeten eine Verbesserung der Bonitätsbewertung.

Die Umfrage ergab auch, dass Bankkredite eine bedeutende Finanzierungsquelle der Unternehmen bleiben: 50,3 % der Befragten haben im letzten Jahr Kreditverhandlungen geführt. Die mit Abstand wichtigste Rolle in der Finanzierung spielt nach Angaben der Unternehmen jedoch weiterhin die Innenfinanzierung.

„Die Ausgangslage der Unternehmen war zu Beginn der Corona-Krise solide" betont Köhler-Geib. „Doch dem Allzeithoch im Finanzierungsklima folgen nun coronabedingt unsichere Zeiten. Erste Indikatoren signalisieren bereits einen leichten Anstieg der Kredithürden für Unternehmen. Für das aktuelle Geschäftsjahr kann aufgrund der zum Teil hohen Umsatzverluste auch mit einer Verschlechterung der Eigenkapitalsituation vieler Unternehmen gerechnet werden. Dies dürfte deren Bonitätsbewertungen unter Druck setzen und sich negativ auf den Kreditzugang auswirken."

Quelle: KfW