KfW-ifo-Mittelstandsbarometer Juni 2018

Geschäftsklima im Mittelstand trotzt Handelskonflikt

KfW, Pressemitteilung vom 06.07.2018

  • Geschäftsklima im Mittelstand gibt im Juni nur leicht nach
  • Großunternehmen blicken mit Sorge auf politische Krisen
  • Branchenvergleich mit wenigen Ausreißern nach oben

Die Stimmung im deutschen Mittelstand bleibt im Juni nahezu unverändert. Das Geschäftsklima geht um -0,3 Zähler auf 13,8 Saldenpunkte zurück. Damit zeigen sich die kleinen und mittleren Unternehmen von der letzten Verschärfung im Handelskonflikt mit den USA bislang unbeeindruckt. Die Geschäftserwartungen steigen um 0,2 Zähler auf 2,5 Saldenpunkte. Die aktuelle Geschäftslage bewerten die deutschen Mittelständler mit 25,7 Saldenpunkten trotz eines erneuten Rückgangs um -1,0 Zähler noch immer als ausgezeichnet. Ganz anders ist die Stimmung unter den Großunternehmen: Das Geschäftsklima bei ihnen lässt im Juni deutlich um -3,0 Zähler auf 10,3 Saldenpunkte nach. Die Bewertung der Geschäftslage verbucht einen Rückgang um -2,6 Zähler auf 24,1 Saldenpunkte. Die Geschäftserwartungen sind mit nunmehr -2,2 Saldenpunkten gar unterdurchschnittlich.

„Die Einschätzungen des deutschen Mittelstands und der Großunternehmen divergieren zunehmend. Die Großunternehmen beobachten die politischen Auseinandersetzungen mit den USA zu Recht mit wachsender Sorge. Für sie rücken strategische Entscheidungen etwa über den Produktionsstandort oder den Umbau von Wertschöpfungsketten immer näher. Darin liegt die eigentliche Gefahr des Handelsstreits", sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. „Die Mittelständler sehen dagegen vorerst noch die gute Binnenkonjunktur", stellt Zeuner fest und ergänzt: „Eine Verschlechterung der Stimmung in den nächsten Monaten wäre für mich keine Überraschung angesichts der vielen politischen Herausforderungen für Deutschland und die europäische Gemeinschaft." Schließlich habe auch der Konflikt um die Asylpolitik innerhalb der Bundesregierung zum Umfragezeitpunkt noch keine Rolle gespielt.

Im Branchenvergleich setzt sich die hervorragende Stimmung großer Bauunternehmen fort. Das Klima im mittelständischen Baugewerbe lässt etwas nach. Umgekehrt verhält es sich bei den Dienstleistern. Hier entwickelt sich das Klima unter den Mittelständlern positiv. Die Großunternehmen des Dienstleistungssektors melden eine deutliche Stimmungseintrübung. Die stets schwankungsanfälligen Großunternehmen im Einzel- und Großhandel verzeichnen durchschnittliche negative Veränderungen. Im Verarbeitenden Gewerbe kommt es bei großen und mittelständischen Unternehmen zu einer leichten Verschlechterung des Geschäftsklimas.

Quelle: Behörde/Institut