Unternehmensbarometer Digitalisierung

IHK-Umfrage: Digitalisierung - Wachsende Herausforderungen treffen auf größeren Optimismus

DIHK, Mitteilung vom 21.12.2017

Die Digitalisierung ist für viele Unternehmen ein Wachstumstreiber. 44 Prozent verzeichnen Umsatzzuwächse - vor allem in Industrie, Handel, der IKT-Branche und im Gastgewerbe. Mehr als zwei Drittel sehen Chancen durch neue Geschäftsmodelle. Die Folge: Viele Unternehmer planen höhere Investitionen. Vor allem mit Blick auf die Digitalisierung wollen fast 90 Prozent der Betriebe zusätzliches Kapital einsetzen. Genauso viele Betriebe sehen die Notwendigkeit, Mitarbeiter weiterzubilden. Um diese Investitionsabsichten zu realisieren, brauchen sie ein starkes Signal der neuen Bundesregierung für gute Rahmenbedingungen.

Glaserfaserausbau immer dringlicher

Für die digitale Transformation der Unternehmen fehlen häufig die Grundvoraussetzungen. Es ist dringend notwendig, dass die Politik schneller und vorausschauender als bisher agiert. Der Wunsch nach einer leistungsfähigen, flächendeckenden Breitbandinfrastruktur steht bei Betrieben über alle Branchen hinweg an erster Stelle. Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht ist eine Erschließung ländlicher Regionen essenziell, da sich gerade dort viele kleine und mittlere Unternehmen befinden.

Rechtssicherheit bei der Datennutzung

Eine erfolgreiche Digitalisierung der Wirtschaft geht weit über Effizienzsteigerungen hinaus - hin zu neuen digitalen Geschäftsmodellen. Dafür brauchen die Betriebe Rechtssicherheit: Fast zwei Drittel der Unternehmen vermissen klare und praktikable Regeln beim wirtschaftlichen Umgang mit Daten.

Nur wenn sich kleinere und mittlere Unternehmen zusammenschließen und gemeinsame Vereinbarungen über den Austausch und die Nutzung von Daten treffen, können sie den Trend stoppen, dass Big Data die Konzentration auf einzelne marktbeherrschende Unternehmen verstärkt. Deshalb sollte die Politik gemeinsam mit der Wissenschaft die Vernetzung von Unternehmen über digitale Plattformen unterstützen.

Fachkräfte von morgen brauchen digitale Kompetenzen

Vier von zehn Betrieben wollen, dass die Bundesregierung sich vorrangig um die Sicherstellung und Vermittlung von digitalen Basiskompetenzen in allen Bildungsbereichen kümmert - und zwar entlang der gesamten Bildungskette. Für die Stärkung der dualen Ausbildung ist es notwendig, dass Berufsschulen im Rahmen der Digitalisierungsstrategien von Bund und Ländern einen besonderen Stellenwert einnehmen. Eine zeitgemäße Ausstattung ist dringend erforderlich, damit Nachwuchsfachkräfte den Anforderungen der modernen Arbeitswelt gewachsen sind.

Sicherheit als dringende Herausforderung

In IT-Sicherheit zu investieren, ist keine betriebswirtschaftliche, sondern eine existenzielle Frage: Drei Viertel der Unternehmen fürchten wachsende Sicherheitsrisiken. 27 Prozent wünschen sich mehr Unterstützung bei der IT-Sicherheit. Den mit Abstand größten Bedarf sehen Unternehmen bei rechtlichen Fragen (63 Prozent) und im Bereich der Weiterbildung (48 Prozent). Die IHK-Organisation unterstützt Unternehmen auf dem Weg zu einer sicheren Digitalisierung der Geschäftsprozesse.

Stand der Digitalisierung: Trend zeigt wieder nach oben

Bei der Selbsteinschätzung zum Stand der Digitalisierung sind die Unternehmen etwas positiver als in der letzten Umfrage. Mit Blick auf die Digitalisierung fühlt sich derzeit etwas über ein Viertel der Unternehmen wirklich gut aufgestellt. Dies betrifft Themen wie etwa Breitbandzugang und IT-Ausstattung, Anwendungsspektrum, Aufgeschlossenheit und die Kompetenz handelnder Personen. Die Betriebe befinden sich insgesamt auf einem guten Weg. Dennoch bestehen auch weiterhin erhebliche Potenziale in der digitalen Entwicklung. Für die Umsetzung braucht es dringend bessere Rahmenbedingungen.

Quelle: DIHK