Konjunktur

IW-Verbandsumfrage: Die Zuversicht schwindet

IW Köln, Pressemitteilung vom 27.12.2018

Die deutsche Wirtschaft schaut verhalten optimistisch auf das Jahr 2019. Das ist das Ergebnis der Verbandsumfrage, für die das Institut der deutschen Wirtschaft jedes Jahr große Branchenverbände befragt. Demnach rechnen 28 der 48 Verbände für 2019 mit besseren Geschäften als 2018, zehn schätzen die Umsatzerwartungen ihrer Mitglieder schlechter ein.

Die Ergebnisse der Verbandsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft lesen sich in diesem Jahr wie ein „Ja, aber": Zum Jahreswechsel 2017 auf 2018 hatten noch 26 Verbände von einer besseren Stimmung gesprochen. Aktuell sind es lediglich sieben. Verantwortlich dafür ist vor allem die gedämpfte Weltkonjunktur, aber auch der planlose Brexit und der ähnlich agierende US-Präsident bereiten den Verbänden Kopfschmerzen. Hinzu kommen die Diesel-Probleme der Automobilindustrie. Auch Banken und Leasingunternehmen bewerten die Lage schlechter. Die IW-Forscher haben außerdem erstmals den Deutschen Bauernverband befragt, der die aktuelle Situation seiner Branche nach dem Hitze-Sommer problematisch einschätzt.

Ganz anders sieht es bei der Bauwirtschaft und den konsumnahen Branchen wie dem Gastgewerbe aus, die nach eigener Einschätzung weiterhin von der robusten Binnenkonjunktur profitieren werden.

Vor einem Jahr erwarteten 33 Verbände eine höhere Produktion als im Vorjahr. Jetzt sind nur noch 28 Verbände dieser Ansicht - immerhin noch die Mehrheit der Unternehmen. Wobei aber nur zwei Branchen, die Bauindustrie und das Handwerk, eine wesentlich höhere Geschäftstätigkeit erwarten.

18 Verbände rechnen damit, dass ihre Mitglieder im kommenden Jahr mehr Mitarbeiter beschäftigen. Nur acht gehen davon aus, dass ihre Mitgliedsunternehmen Mitarbeiter entlassen oder Stellen nicht neu besetzen. „Bei der Beschäftigung wird es 2019 wohl einen neuen Rekord geben", prognostiziert IW-Konjunkturexperte Michael Grömling. Gleichwohl bemängelt er, dass investitionsfreundliche Signale vor allem in der Steuer-, Umwelt- und Energiepolitik fehlen.

Quelle: IW Köln