Europäische KMU-Woche 2017

KMU in der Europäischen Union generieren die Hälfte des Intra-EU-Warenverkehrs

Anteil der Einfuhren überwiegt leicht

Eurostat, Pressemitteilung vom 21.11.2017

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU - bis zu 249 Beschäftigte) gelten als ein Motor der Wirtschaft der Europäischen Union (EU). Sie schaffen Arbeitsplätze und tragen zum Wirtschaftswachstum bei.

Darüber hinaus leisten sie einen wesentlichen Beitrag zum Handel innerhalb der EU. Bei 98 % der am Warenverkehr innerhalb der EU beteiligten Unternehmen, handelt es sich um KMU, darunter etwa 70 % Kleinstunternehmen (bis zu 9 Beschäftigte). KMU erzeugen die Hälfte des Wertes des Intra-EU-Warenverkehrs. Genauer entfallen auf sie 51 % der Intra-EU-Einfuhren und 45 % der Intra-EU-Ausfuhren.

Anlässlich der Europäischen KMU-Woche, die auf die Förderung des Unternehmertums abzielt, veröffentlicht Eurostat, das statistische Amt der Europäischen Union, Daten zu Unternehmen nach Beschäftigungsgrößenklassen, unter besonderer Berücksichtigung der Bedeutung von kleinen und mittleren Unternehmen im Intra-EU-Warenverkehr.

Anteil von KMU an Intra-EU-Ausführen in Zypern und Lettland am größten, in Frankreich am geringsten

In fünf Mitgliedstaaten erzeugen KMU mehr als zwei Drittel des Gesamtwerts der Intra-EU-Warenausfuhren: In Zypern (88 %) und Lettland (81 %), gefolgt von Belgien (70 %), Estland (68 %) und den Niederlanden (67 %). Am anderen Ende des Spektrums entfällt auf KMU weniger als ein Drittel des Werts der Intra-EU-Ausfuhren in Frankreich (21 %), Deutschland (26 %), der Slowakei (30 %) und Irland (32 %), gefolgt von Polen (35 %), der Tschechischen Republik (36 %) und Finnland (38 %).

Von allen KMU-Größenklassen leisten Kleinstunternehmen in sechs Mitgliedstaaten den größten Beitrag zu den Intra-EU-Ausfuhren: in Belgien (wo auf Kleinstunternehmen 46 % des Gesamtwerts der Intra-EU-Ausfuhren entfällt), Malta (37 % im Jahr 2013), Ungarn (26 %), dem Vereinigten Königreich (23 %), Rumänien und Schweden (je 19 %). Im Gegensatz dazu erzeugen sie in zehn Mitgliedstaaten weniger als 10 % des Gesamtwerts: In Frankreich, Deutschland, Finnland (je etwa 4 %) sowie in der Tschechischen Republik, Italien (je etwa 5 %), Polen (6 %), Dänemark (8 %), der Slowakei, Luxemburg (je etwa 9 %) und Portugal (10 %). In allen Mitgliedstaaten sind über 90 % der Unternehmen, die innerhalb der EU exportieren, KMU, wobei die Spanne von 90 % in der Tschechischen Republik bis über 99 % in Slowenien reicht.

Höchster Anteil an Intra-EU-Einfuhren von KMU in Lettland und Zypern

In der großen Mehrzahl der Mitgliedstaaten stammt mindestens die Hälfte des Wertes der Intra-EU-Wareneinfuhren von KMU. Insbesondere erzeugen KMU mehr als drei Viertel des Gesamteinfuhrwerts in Lettland (85 %), Zypern (82 %), Estland (79 %), Litauen (78 %) und Malta (77 % im Jahr 2013). Lediglich in Frankreich (31 %), Deutschland (34 %), der Tschechischen Republik (47 %), der Slowakei (48 %) und Polen (49 %) entfällt auf KMU weniger als die Hälfte der Einfuhren.

Von allen KMU-Größenklassen leisten Kleinstunternehmen in fünf Mitgliedstaaten den größten Beitrag zu den Intra-EU-Einfuhren: In Malta (wo auf Kleinstunternehmen im Jahr 2013 45 % des Gesamtwerts der Intra-EU-Einfuhren entfielen), Belgien (38 %), Schweden (25 %), Ungarn (23 %) und dem Vereinigten Königreich (21 %). Im Gegensatz dazu erzeugen sie in fünf Mitgliedstaaten weniger als 10 % des Gesamtwerts: In Frankreich, Deutschland, der Tschechischen Republik (je etwa 7 %), Italien (9 %) und Polen (10 %).

Ebenso wie bei den Ausfuhren sind in allen Mitgliedstaaten über 90 % der Unternehmen, die innerhalb der EU importieren, KMU, wobei die Spanne von 91 % in der Tschechischen Republik bis fast 100 % in Belgien reicht.

Quelle: Eurostat