Europäische Wirtschaft

Konjunktur im Euroraum läuft weitgehend synchron

ifo Institut, Pressemitteilung vom 09.11.2017

Das Wirtschaftswachstum in vielen Ländern des Euroraums läuft weitgehend synchron. Nur die Entwicklung der Arbeitslosigkeit verläuft in den Staaten etwas unterschiedlicher. Das haben neueste Berechnungen des Forschungsnetzwerkes EconPol Europe ergeben. Die Autoren vom ifo Institut aus München und vom Centre for European Policy Studies aus Brüssel folgern aus dem weitgehenden Gleichlauf im Zeitraum 1999 bis 2014, dass staatliche Transfers zur Konjunkturstabilisierung über die Grenzen hinweg nur begrenzte Stabilisierungswirkung hätten. Bei Schocks, welche die Eurozone insgesamt treffen, kann ein solches System sogar krisenverstärkende Effekte auslösen. „Stattdessen könnte eine stärkere Integration der Kapitalmärkte deutlich effektiver helfen, wirtschaftliche Schocks abzupuffern“, sagte ifo-Präsident Clemens Fuest, einer der Co-Autoren.

Das gemeinsame Papier wurde veröffentlicht anlässlich der Gründungskonferenz des EconPol-Forschungsnetzwerkes in Brüssel. Daraus ergibt sich, dass seit der Einführung des Euros die Konjunktur vor allem gleich läuft in Deutschland, Österreich, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg Frankreich und Italien. Dann folgen Slowenien, Spanien, Estland und Portugal. Weiter weg entfernt vom Gleichlauf sind Irland, Lettland und Litauen. Das eine Land, das von 1999 bis 2014 einen völlig anderen Konjunkturzyklus als der Euroraum hatte, war Griechenland.

Beteiligt sind an EconPol Europe das ifo Institut, das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim, das Institut für Höhere Studien (IHS) in Wien, das Centre for European Policy Studies (CEPS) in Brüssel, das Centre d'Études Prospectives et d'Informations Internationales (CEPII) in Paris, die Toulouse School of Economics, das Oxford University Centre for Business Taxation, das Department for Economics and Management der Università di Trento und das VATT Institute for Economic Research in Helsinki.

EconPol Europe wird finanziert vom Bundesministerium der Finanzen.

Quelle: ifo Institut