Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für November 2017

Konsumklima: Stabil auf gutem Niveau

GfK, Pressemitteilung vom 28.11.2017

Die Stimmung der Verbraucher zeigt im November auf einem überaus guten Niveau keine nennenswerten Veränderungen. Die Konjunkturerwartung legt leicht zu, während Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung leicht zurückgehen. GfK prognostiziert für Dezember einen gegenüber dem Vormonat unveränderten Wert des Konsumklimas von 10,7 Punkten.

Nach wie vor sehen die Verbraucher die deutsche Wirtschaft auf einem klaren Wachstumskurs. Die Konjunkturerwartung bestätigt ihr sehr gutes Niveau und legt sogar geringfügig zu. Auch Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung können sich im November behaupten, wenn auch mit geringen Einbußen. Das Niveau dieser Indikatoren ist ebenfalls überaus hoch. Die gescheiterten Sondierungsverhandlungen über die Bildung einer sog. Jamaika-Koalition finden in den vorliegenden Daten keine Berücksichtigung, da die Befragung zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen war.

Konjunkturerwartung stabilisiert sich

Nach den spürbaren Zuwächsen im Vormonat legt die Konjunkturerwartung im November nur wenig zu. Der Indikator verzeichnet ein Plus von 0,8 Zählern und steigt damit auf 44,3 Punkte. Gegenüber dem entsprechenden des Vorjahreszeitpunkts steht ein Zugewinn von 29 Punkten zu Buche.

Mit diesen optimistischen Konjunkturaussichten stehen die Konsumenten nicht alleine. Sowohl die Unternehmen wie auch Wirtschaftsexperten gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um etwa 2 Prozent steigen wird. Damit wurden die Prognosen von Beginn dieses Jahres von etwa 1,5 Prozent deutlich nach oben korrigiert. Dieser Aufschwung soll sich auch im kommenden Jahr in etwa gleichem Umfang fortsetzen.

Ein Grund für diese Dynamik liegt sicherlich in der Tatsache begründet, dass der Aufschwung derzeit auf einem überaus breiten Fundament steht. Denn zum guten BIP-Wachstum tragen sowohl der Konsum, wie auch die anziehenden Investitionen sowie die Exporte bei. Dies zeigen die kürzlich veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum BIP im dritten Quartal. Demnach sind für den realen Zuwachs von 2,3 Prozent im Vorjahresvergleich insbesondere auch die Anlageinvestitionen der Unternehmen verantwortlich.

Einkommenserwartung ohne große Veränderung

Die Einkommenserwartung zeigt ebenfalls ein überaus erfreuliches Bild. Zwar muss der Indikator im November geringe Einbußen in Höhe von 0,8 Zählern hinnehmen. Mit einem aktuellen Wert von 47,9 Punkten weist er aber nach wie vor ein hohes Niveau auf. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Plus 3,4 Zähler.

Grundlage für den ausgeprägten Einkommensoptimismus ist und bleibt die exzellente Verfassung des Arbeitsmarktes in Deutschland. Die Beschäftigung nimmt stetig zu. So gab es im dritten Quartal 44,5 Millionen Erwerbstätige. Das sind knapp 670.000 oder 1,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Und die hohe Nachfrage nach Arbeitskräften – im Oktober 2017 waren bei der Bundesagentur für Arbeit 780.000 Arbeitsstellen gemeldet – wird zudem dafür sorgen, dass auch die Löhne und Gehälter weiter recht ansehnlich steigen werden. Mit zeitlichem Verzug werden auch die gesetzlichen Altersbezüge, deren Entwicklung sich an den Löhnen orientiert, nachziehen. So sollen diese im kommenden Jahr nach ersten Schätzungen der Deutschen Rentenversicherung um gut 3 Prozent zunehmen.

Da die Inflation in Deutschland weiter moderat bleiben wird - für Oktober beträgt der Preisanstieg 1,5 Prozent - werden Arbeitnehmer und Rentner auch real spürbar mehr in ihren Geldbeuteln haben.

Anschaffungsneigung überaus stabil auf Top-Niveau

Ohne größere Schwankungen und auf einem Top-Niveau zeigt sich die Konsumneigung der Bundesbürger. Im November verliert der Indikator zwar 0,7 Zähler, dennoch bleibt sein Niveau mit aktuell 58,5 Punkten überaus hoch. Im Vorjahresvergleich steht momentan ein Plus von gut 7 Zählern zu Buche.

Exzellente Beschäftigungsaussichten sorgen bei den Arbeitnehmern in Deutschland für eine hohe Jobsicherheit. Die daraus folgende Planungssicherheit in Verbindung mit guten Einkommenszuwächsen veranlasst offenbar die Konsumenten ihre Geldbeutel bereitwillig zu öffnen. Dies jedenfalls belegen die vorliegenden Zahlen zur Umsatzentwicklung im Einzelhandel. Demnach stiegen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die Einzelhandelsumsätze von Januar bis September 2017 im Vergleich zum Vorjahr nominal um 4,8 Prozent (real +3,0 Prozent). Damit wird der Handel in diesem Jahr einen überproportionalen Beitrag zur guten Entwicklung des privaten Konsums leisten.

Konsumklima: Stabilisierung nach zwei Rückgängen in Folge

Nach 10,7 Zählern im November prognostiziert GfK für Dezember ebenfalls einen Wert von 10,7 Punkten. Nach zwei kleinen Rückgängen in Folge stabilisiert sich das Konsumklima zum Jahresende. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund des bevorstehenden Weihnachtsgeschäfts eine gute Nachricht.

Es bleibt abzuwarten, ob die gescheiterten Sondierungen für eine Jamaika-Koalition die Verbraucherstimmung beeinträchtigen können. Dies wird unter anderem auch davon abhängen, inwieweit das weitere Vorgehen zur Bildung einer stabilen Regierung zu einer Hängepartie wird. Sollte dies der Fall sein, kann das die Unsicherheit sowohl bei den Konsumenten wie auch den Unternehmen verstärken. In diesem Fall würde dies ein Risiko für die derzeit gute Konsumlaune darstellen.

Weitere Risiken für das Konsumklima drohen nach wie vor aus dem Ausland. Hierzu zählen unter anderem die stockenden Brexit-Verhandlungen, die Spannungen mit Nord-Korea sowie mögliche protektionistische Tendenzen bei der US-Handelspolitik.

Quelle: GfK