Ergebnisse des GfK Konsumklimas Europa für das zweite Quartal 2018

Konsumstimmung der europäischen Verbraucher steigt leicht an

GfK, Pressemitteilung vom 18.07.2018

Die Konsumstimmung der europäischen Verbraucher verbesserte sich im zweiten Quartal 2018 leicht. Im Juni erreicht das GfK Konsumklima für die EU-28-Staaten 23,2 Zähler und lag damit um 2,6 Punkte über dem Wert vom März. Dies ist der höchste Stand seit November 2007. Die Anschaffungsneigung sank im EU-Durchschnitt zwar leicht, gleichzeitig nahm aber auch die Sparneigung ab, wodurch mehr Geld für den Konsum verfügbar ist.

Die Verbraucher bewerteten die wirtschaftlichen Aussichten im europäischen Durchschnitt weniger positiv als noch zu Anfang des Jahres. Die Konjunkturerwartung erreichte 7,1 Punkte im Juni. Dies ist ein klarer Rückgang gegenüber den im März erzielten 15 Zählern. Speziell in Deutschland, Frankreich und Belgien nahm das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung deutlich ab. In Spanien und Italien hingegen blickten die Verbraucher zuversichtlicher auf die heimische Konjunktur.

Die Einkommenserwartung konnte ihr Niveau im europäischen Durchschnitt behaupten und erreichte 16,8 Punkte im Juni. Damit lag sie um 0,5 Zähler über dem März-Wert. In Spanien, Slowenien und Griechenland stieg der Indikator gegenüber dem ersten Quartal deutlich an. Hier bewerten die Verbraucher die zukünftige Entwicklung ihrer Löhne also optimistischer.

Die Anschaffungsneigung ging im Vergleich zum ersten Quartal europaweit leicht zurück auf 17,6 Punkte im Juni. Dies sind 2,1 Zähler weniger als noch im März. Während der Indikator in Bulgarien und Frankreich zweistellig Punkte verlor, verbesserte er sich in Slowenien und Spanien.

Trotz einer leicht sinkenden Anschaffungsneigung stieg das GfK Konsumklima in Europa im zweiten Quartal 2018 auf 23,2 Punkte, da bei der Berechnung auch die abnehmende Sparneigung der Verbraucher berücksichtigt wird.

Deutschland: Konjunkturerwartung geht deutlich zurück

Die deutschen Verbraucher bewerteten die wirtschaftlichen Aussichten ihres Landes im zweiten Quartal 2018 weniger positiv als noch zu Anfang des Jahres. Die Konjunkturerwartung erreichte im Juni 23,3 Punkte und lag damit um 22,7 Zähler niedriger als noch im März. Die drohenden internationalen Handelskonflikte zeigen hier ihre Wirkung.

Aufgrund der guten Lage am Arbeitsmarkt hatte die sinkende Konjunkturerwartung aber keine Auswirkung auf die Bewertung der Lohnentwicklung. Im Juni erzielte die Einkommenserwartung einen Wert von 57,6 Punkten und damit 2,7 Zähler mehr als zum Ende des ersten Quartals.

Die Anschaffungsneigung sank im Juni gegenüber März um 2,9 Zähler auf 56,3 Punkte. Dies ist aber immer noch ein sehr gutes Niveau. Die exzellente Lage am Arbeitsmarkt sorgt bei den Verbrauchern für die notwendige Planungssicherheit für größere Anschaffungen.

Frankreich: Konsumstimmung verschlechtert sich weiter

Bereits im ersten Quartal 2018 trübte sich die Stimmung der französischen Verbraucher ein. Dieser Trend verstärkte sich im zweiten Quartal weiter.

Die Konjunkturerwartung erreichte im Juni 14,7 Punkte. Dies ist eine deutliche Verschlechterung gegenüber den 34,5 Zählern vom März. Die französischen Verbraucher beurteilen die wirtschaftlichen Aussichten ihres Landes also zunehmend weniger positiv.

Auch die Einkommenserwartung verschlechterte sich kontinuierlich. Im Juni erzielte der Indikator einen Wert von -24 Punkten und lag um 3,3 Zähler unter dem März-Wert.

Im Sog der Konjunktur und Einkommenserwartung gab auch die Anschaffungsneigung in Frankreich deutlich nach. Mit 4,7 Punkten im Juni verschlechtere sich der Indikator deutlich gegenüber den im März gemessenen 16,1 Zählern. Die Anschaffungsneigung fiel damit auf den tiefsten Stand seit August 2016.

Großbritannien: Einbußen bei allen Indikatoren

Nach einem positiven ersten Quartal verschlechterte sich die Stimmung der britischen Verbraucher im zweiten Quartal 2018. Die Konjunkturerwartung gab im Vergleich zum März 4 Zähler ab und erreichte -20,6 Punkte im Juni. Die andauernden Unsicherheiten um den Brexit zeigen hier ihre Folgen.

Die Einkommenserwartung sank gegenüber März um 4 Zähler auf 12,9 Punkte im Juni. Trotz der Einbußen ist dies aber deutlich mehr als die im Jahr 2017 gemessenen Werte. Die Anschaffungsneigung erreichte im Juni -4,8 Punkte und lag damit um 2,1 Zähler unter dem März-Wert.

Italien: Stimmung der italienischen Verbraucher hellt sich auf

Im zweiten Quartal 2018 verbesserten sich in Italien alle Indikatoren des Konsumklimas. Gegenüber März legte die Konjunkturerwartung um 9,8 Zähler zu und erreichte -18,3 Punkte im Juni. Dies ist der höchste Wert seit zwei Jahren.

Auch die Einkommenserwartung legte um 3,7 Zähler auf 8 Punkte im Juni zu. Ein höherer Wert wurde zuletzt im Januar 2016 verzeichnet.

Die Anschaffungsneigung steigerte sich gegenüber März ebenfalls leicht um 2,1 Zähler auf 17,9 Punkte im Juni. Mit diesem Wert liegt Italien im Mittelfeld der europäischen Länder.

Spanien: Konjunktur- und Einkommenserwartung steigen deutlich

Die Stimmung der spanischen Verbraucher verbesserte sich im zweiten Quartal kontinuierlich. Die Konjunkturerwartung legte gegenüber März um 12,3 Zähler auf 24,4 Punkte im Juni zu.

Auch die Einkommenserwartung stieg deutlich an. Nach 2,1 Zählern im März erreichte sie im Juni 17,4 Punkte. Dies ist der höchste Wert seit November 2017.

Die Anschaffungsneigung schaffte im zweiten Quartal den Sprung in den positiven Bereich. Mit 3,7 Punkten im Juni legte der Indikator gegenüber März um 5,8 Zähler zu.

Niederlande: Konjunkturerwartung schwächt sich ab

Die Stimmung der niederländischen Verbraucher verschlechterte sich im zweiten Quartal 2018. Die Konjunkturerwartung lag im Juni bei 30,6 Punkte und damit 9,6 Zähler unter dem Wert vom März. Ein niedrigerer Wert wurde letztmalig im Februar 2017 verzeichnet.

Auch die Einkommenserwartung gab gegenüber März um 5 Zähler auf 12,2 Punkte im Juni nach. Die Anschaffungsneigung erreichte im Juni einen Wert von 19,2 Punkten und lag damit um 2,2 Zähler unter dem März-Wert.

Österreich: Deutliche Verluste bei der Konjunkturerwartung

Die Verbraucher in Österreich schätzten die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes im zweiten Quartal 2018 deutlich verhaltener ein als noch Ende letzten Jahres. Die Konjunkturerwartung sackte im Juni auf 26,3 Punkte ab. Dies ist ein Minus von 11,3 Zählern gegenüber März und ein Verlust von 18,5 Zählern gegenüber dem Wert vom Dezember 2017.

Auch die Entwicklung der Löhne wurde von den Österreichern im zweiten Quartal pessimistischer beurteilt. Im Juni erreichte die Einkommenserwartung 25,8 Punkte und damit 6,2 Zähler weniger als noch im März. Eine leichte Steigerung zeigte sich bei der Anschaffungsneigung. Nach 25,4 Zählern im März kletterte der Indikator auf 27,4 Punkte.

Portugal: Konjunkturerwartungen sinken leicht

Im zweiten Quartal 2018 trübten sich die Konjunkturerwartungen der portugiesischen Verbraucher leicht ein. Der Indikator fiel gegenüber März um 6,8 Zähler auf 25,5 Punkte im Juni. Dies ist der niedrigste Wert seit Februar 2017.

Die Einkommenserwartungen konnten hingegen leicht zulegen und erreichten 31,7 Punkte, was einem Plus von 2,7 Zählern gegenüber März entspricht.

Ebenfalls positiv entwickelte sich die Anschaffungsneigung der portugiesischen Verbraucher. Mit 13,8 Punkten im Juni lag sie um 3,1 Zähler über dem März-Wert.

Belgien: Extreme Verluste bei Konjunktur- und Einkommenserwartung

Die Verbraucher in Belgien beurteilten die wirtschaftlichen Aussichten ihres Landes im zweiten Quartal deutlich schlechter. Die Konjunkturerwartung erreichte im Juni einen Wert von 6,3 Punkten und lag damit 23,3 Zähler niedriger als noch im März. Dies ist der höchste Verlust in gesamt Europa.

Auch die Einkommenserwartung gab europaweit in Belgien am stärksten nach. Mit -18,7 Punkten im Juni verschlechterte sie sich gegenüber dem Wert von 0 Zählern im März deutlich. Ein schlechterer Wert wurde letztmalig im Oktober 2016 verzeichnet.

Nur die Anschaffungsneigung der Belgier verbesserte sich im zweiten Quartal. Mit 19,5 Punkten im Juni lag sie 6,5 Zähler über dem März-Wert.

Griechenland: Einkommenserwartung verbessert sich leicht

Die andauernde Wirtschaftskrise prägt weiterhin die Konsumstimmung der griechischen Verbraucher. Die Konjunkturerwartung erzielte -21,5 Punkte im Juni und verschlechterte sich damit gegenüber März um 0,9 Zähler. Europaweit beurteilten nur die Verbraucher in Rumänien die wirtschaftlichen Aussichten ihres Landes noch negativer.

Mit ebenfalls -21,5 Punkten war die Einkommenserwartung im Juni deutlich im negativen Bereich, konnte sich gegenüber März aber um 6,2 Zähler verbessern. Trotzdem belegt Griechenland hier weiterhin den letzten Platz in Europa.

Die Anschaffungsneigung sank im Juni auf -25,7 Punkte. Dies sind 2,1 Zähler weniger als noch im März und mit weitem Abstand der geringste Wert in Europa.

Polen: Europaweit höchste Konjunkturerwartung

Die polnischen Verbraucher bewerten europaweit die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes am zuversichtlichsten. Mit 37,3 Punkten im Juni konnte sich die Konjunkturerwartung gegenüber März sogar noch mal um 1,7 Zähler leicht verbessern.

Auch die Einkommenserwartung legte gegenüber März zu und erreichte 37,9 Punkte im Juni. Im Mai wurden sogar 43 Punkte erzielt.

Die Anschaffungsneigung der polnischen Verbraucher sank allerdings im zweiten Quartal. Im Juni wurden 27,6 Punkte verzeichnet. Dies ist ein Rückgang um 6,7 Zähler gegenüber März.

Tschechische Republik: Leichte Einbußen bei Konjunktur- und Einkommenserwartung

Die tschechischen Verbraucher blickten im zweiten Quartal etwas negativer auf die wirtschaftlichen Aussichten ihres Landes. Mit 32,7 Zählern im Juni gab die Konjunkturerwartung gegenüber März um 4,2 Punkte nach. Der Indikator befindet sich aber weiterhin auf einem guten Niveau.

Auch die Entwicklung der finanziellen Lage in den Haushalten wurde etwas negativer eingeschätzt. Mit einem Minus von 4,1 Zählern gegenüber März erreichte die Einkommenserwartung im Juni 41,1 Punkte. Auch dies ist noch ein sehr guter Wert.

Zulegen konnte hingegen die Anschaffungsneigung. Sie stieg um 3 Zähler auf 28,3 Punkte im Juni. Dies ist der höchste Wert seit August 2016.

Slowakei: Konjunkturerwartung und Anschaffungsneigung steigen

Die slowakischen Verbraucher blickten im zweiten Quartal positiver auf die wirtschaftlichen Aussichten ihres Landes. Mit 19 Punkten im Juni konnte sich die Konjunkturerwartung gegenüber März um 6,2 Zähler verbessern.

Stabil entwickelte sich die Einkommenserwartung in der Slowakei. Mit 24,7 Punkten wurde im Juni nahezu der gleiche Wert wie im März erreicht.

Aufwärts ging es mit der Anschaffungsneigung. Der Indikator erzielte im Juni einen Wert von 11,7 Punkten und 4,7 Zähler mehr als noch im März.

Slowenien: Anschaffungsneigung legt deutlich zu

In Slowenien sank die Konjunkturerwartung im zweiten Quartal auf 29,3 Punkte im Juni. Dies sind 7,8 Zähler weniger als noch im März.

Die Einkommenserwartungen der slowenischen Verbraucher stiegen hingegen klar an. Mit 37,6 Punkten im Juni legte der Indikator gegenüber März um 6,8 Zähler zu. Dies ist der höchste Stand seit Mai 2015.

Ebenfalls deutlich stieg die Anschaffungsneigung. Mit 34,1 Punkten erreichte sie im Juni den höchsten Wert seit Juli 2007 und konnte gegenüber März 9,5 Zähler zulegen.

Bulgarien: Anschaffungsneigung im Sinkflug

Die Verbraucher in Bulgarien bewerteten die wirtschaftlichen Aussichten ihres Landes im zweiten Quartal etwas positiver. Die Konjunkturerwartung kletterte im Juni auf 6 Punkte und damit auf den höchsten Stand im laufenden Jahr.

Die Einkommenserwartungen hingegen sanken im Juni auf 17,5 Punkte. Dies sind 4,6 Zähler weniger als noch im März.

Deutliche Einbußen verzeichnete die Anschaffungsneigung. Mit 13,4 Punkten im Juni lag sie deutlich unter dem Wert von 26,7 Zählern vom März und auf dem niedrigsten Stand seit Mai 2017.

Rumänien: Europaweit niedrigste Konjunkturerwartung

Die Regierungskrise in Rumänien zeigt deutliche Spuren. Im zweiten Quartal trübten sich die Konjunkturerwartungen der rumänischen Verbraucher weiter ein. Mit -22,2 Punkten im Juni verlor der Indikator gegenüber März 5,6 Zähler. Dies ist der niedrigste Stand seit April 2012. Europaweit bewerten die Rumänen die wirtschaftlichen Aussichten ihres Landes damit am pessimistischsten.

Die Einkommenserwartungen gaben ebenfalls nach. Mit -0,1 Punkten im Juni sank der Indikator gegenüber März um 4,2 Punkte und auf den niedrigsten Stand seit Juni 2014.

Leicht erholen konnte sich hingegen die Anschaffungsneigung. Sie stieg gegenüber März um 4 Zähler auf 1,3 Punkte im Juni. Im ersten Quartal 2018 war die Anschaffungsneigung in Rumänien noch durchgängig im negativen Bereich.

Quelle: GfK