Rohstoffpreisindex

Preisanstieg bei Rohstoffen setzt sich fort

HWWI, Pressemitteilung vom 11.10.2017

  • HWWI-Gesamtindex stieg um 5,2 % (US-Dollarbasis)
  • Rohöl und Erdgas verteuerten sich erneut
  • Preis für Eisenerz fällt

Der HWWI-Rohstoffpreisindex setzte im September seine Aufwärtsbewegung erneut fort. Der Gesamtindex stieg den dritten Monat in Folge und notierte bei 106,1 Punkten (in Euro: 98,9 Punkte). Damit stiegen die Preise für Rohstoffe im September durchschnittlich um 5,2 % (in Euro: +4,3 %) gegenüber dem Vormonat. Dieser Rohstoffpreisanstieg markiert den vorläufig höchsten Wert in diesem Jahr. Im Einzelnen stiegen die Preise für Energierohstoffe am deutlichsten, wohingegen die Preise für Industrierohstoffe und für Nahrungs- und Genussmittel nur geringfügig anstiegen. Der Index ohne Energie stieg deshalb unwesentlich um 0,1 % (in Euro: -0,8 %) auf 111,5 Punkte (in Euro: 103,9 Punkte). Die erhöhten Preise für Erdgas und Rohöl sind der Hauptgrund für den Anstieg der Rohstoffpreise im September.

Index für Energierohstoffe: +6,2 % (in Euro: +5,2 %)

Die Preise für die drei führenden Rohölsorten sind im September gestiegen. Der Preisanstieg für die europäische Rohölsorte Brent betrug 6,9 % (in Euro: +6,0 %). Rohöl aus dem Nahen Osten verteuerte sich um 7,8 % (in Euro: +6,9 %) und der Referenzpreis für die US-amerikanische Rohölsorte, West Texas Intermediate (WTI), stieg um 3,5 % (in Euro: +2,6 %). Der durchschnittliche Rohölpreis stieg um 6,1 % (in Euro: +5,2 %) auf 53,13 US-Dollar (44,60 Euro) pro Barrel. Die im August getroffene Vereinbarung der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) zu den Förderbeschränkungen wurde im Wesentlichen im September eingehalten, was zu einem gleichbleibenden Angebot seitens der OPEC-Mitgliedsländer führte. Die Ölproduktion in Venezuela sank aufgrund von Stromausfällen sowie der allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Krise im Land. Die USA verhängten zusätzlich Sanktionen gegen den venezolanischen staatlichen Rohölproduzenten PDVSA. Die Türkei drohte mit der Blockade der Erdöllieferungen aus dem Irak, falls sich die Region Kurdistan für unabhängig erklären sollte. Weiterhin wird befürchtet, dass die Übereinkunft zur Beschränkung des iranischen Atomprogrammes durch den US-amerikanischen Präsidenten aufgekündigt wird und somit die Sanktionen für den Export des iranischen Erdöls erneut in Kraft treten. Diesen angebotsbeschränkenden Faktoren steht eine weiter anhaltend hohe globale Rohölnachfrage aufgrund der beginnenden Heizsaison gegenüber. Der durchschnittliche Preis für Erdgas stieg im September um 7,7 % (in Euro: +6,7 %) gegenüber dem Vormonat. Dabei war der Preisanstieg bei europäischem Erdgas mit 14,0 % (in Euro: +13,0 %) erneut besonders stark. Das Erdgasangebot über Pipelines aus Russland und Norwegen erreichte ein Rekordhoch, wobei Russland für den Erdgastransit weiterhin Pipelines durch die Ukraine benötigt, um die Lieferverpflichtungen nach Europa erfüllen zu können. Diese geopolitische Unsicherheit könnte zu dem gegenwärtigen Erdgaspreisanstieg beigetragen haben. Zusätzliche internationale Erdgaslieferungen nach Europa waren aufgrund des relativ hohen Erdgaspreises in Asien weiterhin unattraktiv. Der durchschnittliche Preis für Kohle stieg im September um 2,2 % (in Euro: +1,3 %). Der Index für Energierohstoffe stieg insgesamt im September um 6,2 % (in Euro: +5,2 %) auf 105,3 Punkte (in Euro: 98,1 Punkte).

Index für Industrierohstoffe: +0,1 % (in Euro: -0,8 %)

Agrarische Rohstoffe verteuerten sich durchschnittlich um 2,4 % (in Euro: +1,5 %). Die Preise für NE-Metalle sind im September ebenfalls um 2,5 % (in Euro: +1,6 %) gestiegen. Im Einzelnen stiegen alle Preise der im Index vertretenen NE-Metalle dabei wie folgt: Aluminium um 3,3 % (in Euro: +2,4 %), Blei um 0,9 % (in Euro: ±0,0 %), Kupfer um 1,5 % (in Euro: +0,5 %), Nickel um 3,2 % (in Euro: +2,3 %), Zink um 4,4 % (in Euro: +3,5 %) und Zinn um 1,4 % (in Euro: +0,4 %). Die Preise für Eisenerz und Stahlschrott sind im September um 5,5 % (in Euro: -6,4 %) gefallen. Der Preis für Eisenerz fiel um 6,7 % (in Euro: -7,6 %) aufgrund der geringeren chinesischen Nachfrage. Eisenerz ist ein wichtiger Rohstoff in der Stahlproduktion. China drosselt die Stahlproduktion im Winterhalbjahr, um der Luftverschmutzung vorzubeugen. Insgesamt stieg der Index für Industrierohstoffe im September sehr moderat um 0,1 % (in Euro: -0,8 %) auf 121,7 Punkte (in Euro: 113,4 Punkte).

Index für Nahrungs- und Genussmittel: +0,2 % (in Euro: -0,7 %)

Im September stiegen die durchschnittlichen Preise für Nahrungs- und Genussmittel sehr moderat, nachdem sie im vergangenen Monat gefallen waren. Der Preis für Weizen stieg um 1,1 % (in Euro: +0,2 %), nachdem er im August deutlich gefallen war. Der Preis für Kakao verharrte im September erneut fast unverändert gegenüber dem Vormonat und stieg lediglich um 0,4 % (in Euro: -0,5 %). Hingegen fiel der Preis für Kaffee um 2,9 % (in Euro: -3,7 %). Erwartete Regenfälle in Brasilien verbessern die Ernteaussichten für Kaffee. Die guten Angebotserwartungen lassen den Kaffeepreis fallen. Insgesamt stieg der Index für Nahrungs- und Genussmittel im September um 0,2 % (in Euro: -0,7 %) auf 96,8 Punkte (in Euro: 90,2 Punkte).

Quelle: HWWI