Konjunktur

Rezessionsrisiko gesunken - robuster Aufschwung geht weiter

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 21.08.2018

Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft geht weiter. Keine Hochkonjunktur, aber stabiles Wachstum signalisiert der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Dementsprechend ist das Risiko konjunktureller Turbulenzen in den nächsten drei Monaten gering und zuletzt noch leicht gesunken. Für den Zeitraum von August bis Ende Oktober weist das IMK-Frühwarninstrument, das die aktuellsten verfügbaren Daten über die Wirtschaftslage bündelt, eine mittlere Rezessionswahrscheinlichkeit von 14,2 Prozent aus. Im Juli hatte das Rezessionsrisiko 18,3 Prozent betragen. Der nach dem Ampelsystem arbeitende Indikator liegt damit sicher im „grünen Bereich" (Rezessionswahrscheinlichkeit unter 30 Prozent).

Den leichten Rückgang bei der Rezessionswahrscheinlichkeit erklären die IMK-Ökonomen mit dem weiterhin sehr günstigen Finanzierungsumfeld für deutsche Unternehmen. Hinzu kommt die leichte Erholung an den Börsen. Eine noch stärkere Aufhellung habe der ifo-Geschäftsklimaindex verhindert, der seit Jahresbeginn langsam aber stetig gesunken ist.

„Die aktuellen Ergebnisse des Indikators untermauern unsere Konjunkturprognose. Wir gehen von einem anhaltenden moderaten Aufschwung aus, der im Kern von der Binnenwirtschaft getragen wird", erklärt IMK-Experte Peter Hohlfeld. Für 2018 und 2019 rechnet das Düsseldorfer Institut jeweils mit 2,1 Prozent Wirtschaftswachstum. Die weiterhin gute Beschäftigungsentwicklung und spürbar steigende Löhne sind wichtige Faktoren dafür, so das IMK.

In den IMK-Konjunkturindikator fließen zahlreiche Daten aus der Real- und der Finanzwirtschaft ein. Darüber hinaus berücksichtigt das Instrument Stimmungsindikatoren. Das IMK nutzt dabei die Industrieproduktion als Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf einen Nachfrageeinbruch reagiert als das Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Der IMK-Konjunkturindikator wird monatlich aktualisiert.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung