KfW-ifo-Mittelstandsbarometer

Stimmung in Mittelstand und bei Großunternehmen gleichzeitig mit neuem Allzeithoch

KfW, Pressemitteilung vom 07.11.2017

  • Neuer Stimmungsrekord bei kleinen und mittleren Unternehmen nur dank besserer Erwartungen
  • Geschäftsklima in Großunternehmen nach deutlichem Zuwachs nun ebenfalls rekordhoch
  • Deutscher Aufschwung stabil und schwungvoll

Die deutsche Wirtschaft brummt, die Stimmung in den Unternehmen knackt einen Rekord nach dem anderen: Während die Mittelständler im Oktober die Messlatte für das Allzeithoch des Geschäftsklimas bereits das fünfte Mal in diesem Jahr auf nun 30,8 Saldenpunkte (+0,2 Zähler ggü. Vormonat) nach oben schieben, stellen die Großunternehmen erstmals den seit fast sieben Jahren bestehenden Höchstwert von 29,7 Saldenpunkten (+3,0 Zähler ggü. Vormonat) aus dem Dezember 2010 ein. Die Stimmung bei Mittelständlern und Großunternehmen klettert damit erst zum dritten Mal überhaupt gleichzeitig auf ein Allzeithoch. Das unterstreicht nicht nur die Dynamik des gegenwärtigen Aufschwungs, sondern auch dessen sehr breites Fundament.

Ausschlaggebend für die bessere Stimmung unter den kleinen und mittleren Unternehmen ist allein der optimistischere Blick in die Zukunft: Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate verbessern sich um 1,9 Zähler auf nun 18,7 Saldenpunkte. Dagegen geben die Lageurteile um 1,7 Zähler (auf weiterhin extrem hohe 43,0 Saldenpunkte) nach. Bei den Großunternehmen hingegen zeigen sich aktuell fühlbare Verbesserungen bei den Lageurteilen (+3,4 Zähler auf 43,5 Saldenpunkte). Zugleich setzt sich die schon seit Juli zu beobachtende, kontinuierliche Aufhellung der Erwartungen fort (+2,5 Zähler auf 16,2 Saldenpunkte).

Die verschiedenen Branchen warten im Oktober wieder mit einigen neuen Rekorden und auch ansonsten beeindruckenden Ergebnissen auf. So erreicht das Geschäftsklima der großen Industriefirmen ein neues Allzeithoch (+4,3 Zähler auf 32,7 Saldenpunkte) und auch die Stimmung der industriellen Mittelständler bleibt nur unwesentlich hinter ihrem Spitzenwert aus dem Vormonat zurück (-0,8 Zähler auf 29,3 Saldenpunkte). Zugleich setzen die mittelständischen Baufirmen ihre Rekordjagd mit hoher Dynamik fort (+3,8 Zähler auf 40,6 Saldenpunkte), während die großen Baufirmen ungeachtet eines leichten Rückgangs noch immer die mit Abstand am besten gestimmte Branche Deutschlands sind (-1,1 Zähler auf 46,6 Saldenpunkte). Der Einzelhandel berichtet zu Beginn des Winterhalbjahres von kräftigen Stimmungsaufhellungen in beiden Größenklassen (Mittelständler +3,0 Zähler auf 25,9 Saldenpunkte, Großunternehmen sogar +8,2 Zähler auf 15,5 Saldenpunkte). Demgegenüber ist der Großhandel der einzige Wirtschaftsbereich, bei dem das Geschäftsklima im Berichtsmonat in beiden Segmenten spürbar nachgibt (Mittelständler -3,2 Zähler auf 28,6 Saldenpunkte, Großunternehmen -5,0 Zähler auf 27,0 Saldenpunkte) - allerdings halten sich die Stimmungswerte auch hier auf einem historisch gesehen weiterhin sehr hohen Niveau.

„Rückenwind aus dem In- und Ausland bei stabilen Preisen treibt das Geschäftsklima nach oben“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW, zu den aktuellen Ergebnissen des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers. „Die hohen Erwartungen sind berechtigt. Dass die Konjunktur so gut läuft, verdanken wir der globalen Erholung und wachsenden Exporten sowie dem fortgesetzten Anstieg von Beschäftigung und Löhnen, der für eine stabile Binnendynamik sorgt. Der Erfolg darf jedoch nicht den Blick auf die Stärkung der Wachstumsquellen von morgen verstellen. Dazu zählen Bildung, Digitalisierung, Innovationen sowie eine faire Teilhabe an Fortschritt und Wachstum genauso wie eine tragfähige Architektur für Europa“, so Zeuner.

Quelle: KfW