ifo Streuungsmaß

Unsicherheit deutscher Unternehmen deutlich gestiegen

ifo Institut, Pressemitteilung vom 12.10.2018

Die Unsicherheit deutscher Unternehmen bei der Beurteilung der kommenden Monate ist deutlich größer geworden. Das ifo-Maß für Unsicherheit (Streuungsmaß) hat zwischen Mai und September um 6,2 Punkte zugelegt.

Ähnlich kräftige Anstiege in einem vergleichbaren Zeitraum gab es zuletzt während der Weltfinanzkrise in den Jahren 2008 und 2009. Schätzungen des ifo Instituts zufolge dürfte dieser Anstieg die Industrieproduktion in diesem Jahr um 0,4 Prozentpunkte und im kommenden um nochmals 1,3 Prozentpunkte dämpfen. Denn getrieben wird die Unsicherheit durch die Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe, aber auch im Dienstleistungssektor. Im Handel und im Bauhauptgewerbe hat die Unsicherheit zugenommen; jedoch war der Anstieg deutlich geringer.

Unsichere Zeiten sind dadurch geprägt, dass es Unternehmen und Haushalten schwerer fällt, die Zukunft präzise vorherzusagen. Dadurch werden sie zurückhaltender bei Entscheidungen. Unternehmen schieben Investitionen oder Neueinstellungen auf, Haushalte verlegen Konsum-Entscheidungen in die Zukunft, insbesondere bei langlebigen Gütern.

Gemessen wird die Unsicherheit durch die Streuung der Erwartungen bei den Unternehmen. Einheitliche Antworten deuten eher auf ein sicheres Umfeld hin, eine größere Streuung dagegen auf größere Unsicherheit, weil ein Teil der Unternehmen die Zukunft viel positiver als der Schnitt erwartet, ein anderer Teil aber viel negativer.

Quelle: ifo Institut