Studie

Wissenschaftler gründen gerne im Team - Gründungsbüros werden noch zu wenig genutzt

IfM Bonn, Mitteilung vom 31.08.2017

Im Team gründet es sich leichter als alleine - zu diesem Ergebnis kommt die jüngste Studie "Gründungserfolg von Wissenschaftlern an deutschen Hochschulen" des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn. Demnach erfolgt jede dritte Gründung in der Wissenschaft im Team. Nur jeder sechste Wissenschaftler wird alleine unternehmerisch aktiv - und wenn, dann vorrangig im Nebenerwerb. Im Abstand von drei Jahren hatte ein Forschungsteam des IfM Bonn und der Universität Siegen mehr als 7.000 Wissenschaftler verschiedener Hierarchieebenen und Fachrichtungen zu ihrer Gründungsneigung befragt.

"Es gibt eine Diskrepanz zwischen der Gründungsneigung und der Umsetzung der Gründungsidee: Jeder vierte Wissenschaftler kommerzialisiert nicht seine Idee, obwohl es an vielen Hochschulen Gründungsbüros gibt. Diejenigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die jedoch das Beratungsangebot in Anspruch nehmen, starten erfolgreicher in die Selbstständigkeit als diejenigen, die diese Angebote nicht nutzen", erläutert Dr. Simone Chlosta (IfM Bonn), die gemeinsam mit Prof. Dr. Arndt Werner (Universität Siegen) das Forschungsprojekt leitete.

Rund die Hälfte der Befragten gab an, den Start in die Selbstständigkeit zunächst aufgeschoben zu haben, weil der Weg bis zur Kommerzialisierung zu zeitaufwändig erscheine. Als weitere Gründe wurden fehlende Zeit, finanzielle Ressourcen und Marktkenntnisse oder kein konkretes Geschäftskonzept genannt. Insbesondere Wissenschaftlerinnen empfinden dabei fehlende Finanzmittel als ein Hemmnis und brechen aufgrund dessen ihre Gründungspläne ab. "Sobald sich Wissenschaftlerinnen selbstständig machen, sind sie jedoch genauso erfolgreich wie ihre männlichen Kollegen", berichtet Prof. Dr. Arndt Werner. "Bei den wissenschaftlichen Gründungen, die schon vor drei Jahren bestanden, sind immerhin noch mehr als drei Viertel unternehmerisch tätig. Dies ist ein überdurchschnittlicher Wert, da deutschlandweit rund 40 % der neugegründeten Unternehmen nach drei Jahren nicht mehr am Markt vorhanden sind. Gründungen von Wissenschaftlern sind folglich sehr bestandsfest. Erfreulich ist aber auch, dass knapp zwei von fünf neugegründeten Unternehmen nicht nur Stellen geschaffen haben, sondern jedes dritte Unternehmen auch Neueinstellungen plant."

Quelle: IfM Bonn