Abschlussprüfung

Großbritannien: Wettbewerbsbehörde schlägt weitreichende Reformen auf dem britischen Abschlussprüfungsmarkt vor

WPK, Mitteilung vom 25.04.2019

Auf Basis einer umfassenden Untersuchung des britischen Abschlussprüfungsmarktes hat die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde CMA (Competition and Markets Authority) am 18. April 2019 Empfehlungen zur Reform des britischen Abschlussprüfermarktes veröffentlicht. Im Zentrum stehen Überlegungen zur Trennung der Abschlussprüfungs- von der Beratungssparte bei bestimmten Prüfungsgesellschaften, sowie die Stärkung des Wettbewerbs. Der Abschlussbericht der CMA gibt folgende wesentliche Empfehlungen:

  • Eine operative, firmeninterne Trennung des Prüfungs- vom Beratungsgeschäft bei den Big Four-Prüfungsgesellschaften. Dies umfasst beispielsweise getrennte Geschäftsführungen, Vergütungsregelungen und Buchführungen, sowie die Unterbindung von Gewinnteilungen zwischen der Prüfungs- und der Beratungssparte.
  • Die Einführung verpflichtender Joint Audits unter Einbindung mindestens einer Nicht-Big Four-Prüfungsgesellschaft für die meisten Abschlussprüfungen „großer" Unternehmen.
  • Eine umfassende aufsichtsrechtliche Regulierung und Überwachung der Prüfungsausschüsse der Unternehmen, insbesondere hinsichtlich des Auswahlprozess zur Bestellung des Abschlussprüfers.
  • Eine regelmäßige Überprüfung der Umsetzung und der Folgewirkungen der Reform des Abschlussprüfermarktes durch die Regulierungsbehörde alle fünf Jahre.

Weitere Reformvorschläge der CMA umfassen unter anderem:

  • Entschädigungs- und Rückforderungsregelungen hinsichtlich der Partnervergütung,
  • Regeln für die Eigentumsverhältnisse der Prüfungsgesellschaften,
  • Technologische Lizenzierung,
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Information der Anteilseigner,
  • Kündigungsfristen und Wettbewerbsverbote und
  • Verkürzung der Ausschreibungs- und Rotationszeiten bei PIE.

Insgesamt mahnt die CMA eine rasche Umsetzung ihrer Vorschläge an. Jedes Jahr ohne Umsetzung von Reformmaßnahmen erhöhe das Risiko größerer Prüfungsversagen.

Quelle: WPK