Prüfung

Schwerpunkte der Abschlussdurchsicht 2019 der WPK

WPK, Mitteilung vom 13.12.2018

Aufgrund der bisherigen Feststellungen im Rahmen der Abschlussdurchsicht und unter Berücksichtigung von rechnungslegungsbezogenen und berufsrechtlichen Neuregelungen ergeben sich für 2019 folgende geplante Schwerpunkte:

1. Bestätigungsvermerk

(§ 322 HGB, neue IDW PS 400er-Reihe)

  • Erklärung, ob bei der Aufstellung des Lageberichts oder Konzernlageberichts die gesetzlichen Vorschriften beachtet worden sind (§ 322 Abs. 6 Satz 1 HGB)
  • Anwendung des Rahmenstandards zur Bildung eines Prüfungsurteils und zur Erteilung eines Bestätigungsvermerks (IDW PS 400 n. F.) sowie der Regelungen in Fällen von Modifizierungen des Prüfungsurteils im Bestätigungsvermerk (IDW PS 405), von Hinweisen zur Hervorhebung eines Sachverhalts nach § 322 Abs. 3 Satz 2 HGB (IDW PS 406) und von Hinweisen auf bestandsgefährdende Risiken nach § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB (IDW PS 270 n. F.)

2. Gewinn- und Verlustrechnung

(§§ 275, 277 HGB [i. V. m § 298 Abs. 1 HGB])

  • Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung nach den Anforderungen des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG)
  • Ausweis von Davon-Vermerken zu Abzinsungs- und Fremdwährungsumrechnungseffekten

3. Verbindlichkeitenspiegel

(§ 268 Abs. 5 Satz 1 HGB [i. V. m. § 298 Abs. 1 HGB], §§ 285 Nr. 1 und 2, 314 Abs. 1 Nr. 1 HGB)

  • Vermerke zum Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr, von mehr als einem Jahr und von mehr als fünf Jahren bei jedem gesondert ausgewiesenen Posten
  • Gesamtbetrag und Aufgliederung der durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesicherten Verbindlichkeiten, unter Angabe von Art und Form der Sicherheiten

4. Angaben zu Haftungsverhältnissen

(§§ 251, 268 Abs. 7 HGB [ i. V. m. § 298 Abs. 1 HGB], §§ 285 Nr. 27, 314 Abs. 1 Nr. 19 HGB)

  • Darstellung der Haftungsverhältnisse im Anhang bzw. Konzernanhang jeweils gesondert unter Angabe der gewährten Pfandrechte und sonstigen Sicherheiten sowie Verpflichtungen betreffend die Altersversorgung und gegenüber verbundenen oder assoziierten Unternehmen
  • Angaben zu den Gründen der Einschätzung des Risikos der Inanspruchnahme

5. Angaben zu Sicherungsgeschäften

(§§ 285 Nrn. 19, 20 und 23, 314 Abs. 1 Nrn. 11, 12 und 15 HGB)

  • Angaben hinsichtlich der nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierter derivativer Finanzinstrumente zu Art und Umfang, zum beizulegenden Zeitwert, zur angewandten Bewertungsmethode, zum gegebenenfalls vorhandenen Buchwert sowie zum Bilanzposten, in welchem der Buchwert erfasst ist, und den Gründen, warum der beizulegende Zeitwert nicht bestimmt werden kann
  • Angaben hinsichtlich der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente zu den grundlegenden Annahmen, die der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts mithilfe allgemein anerkannter Bewertungsmethoden zugrunde gelegt wurden, und Umfang und Art jeder Kategorie derivativer Finanzinstrumente, einschließlich der wesentlichen Bedingungen, welche die Höhe, den Zeitpunkt und die Sicherheit künftiger Zahlungsströme beeinflussen können
  • Angaben hinsichtlich der gemäß § 254 HGB gebildeten Bewertungseinheiten zum Betrag des abgesicherten Grundgeschäfts, zu den Arten von Bewertungseinheiten (Mikro-, Makro- oder Portfolio-Hedge) und zur Höhe der damit abgesicherten Risiken; für die jeweils abgesicherten Risiken warum, in welchem Umfang und für welchen Zeitraum sich die gegenläufigen Wertänderungen oder Zahlungsströme sich künftig voraussichtlich ausgleichen einschließlich der Methode der Effektivitätsermittlung

6. Prognoseberichterstattung im Lagebericht oder im Konzernlagebericht

(§§ 289 Abs. 1 Satz 4 , 315 Abs. 1 Satz 4 HGB; DRS 20)

  • Umfang der Prognoseberichterstattung zu den bedeutsamsten Leistungsindikatoren eines Unternehmens oder eines Konzerns einschließlich der Prognosegenauigkeit
  • Vergleich der in der Vorperiode berichteten Prognosen mit der tatsächlichen Geschäftsentwicklung (vgl. DRS 20, Tz. 57)

7. Konzernkapitalflussrechnung

(§ 297 Abs. 1 Satz 1 HGB; DRS 21)

  • Zusammensetzung des Finanzmittelfonds in der Kapitalflussrechnung einschließlich einer rechnerischen Überleitung auf Posten der Konzernbilanz
  • Berücksichtigung von Zinsaufwendungen und -erträgen sowie Ertragssteuerzahlungen in der Kapitalflussrechnung

8. Konzerneigenkapitalspiegel

(§ 297 Abs. 1 Satz 1 HGB; DRS 22)

  • Darstellungen zur Zusammensetzung und zur Entwicklung des Konzerneigenkapitals in Abhängigkeit von der Rechtsform des Mutterunternehmens
  • Abstimmbarkeit der Ausweise im Konzerneigenkapitalspiegel mit den Posten der Konzernbilanz und der Konzerngewinn- und Verlustrechnung

Quelle: WPK