Ausblick: CeBIT 2016

Bitkom: Branche ist zuversichtlich

Wenige Wochen vor der CeBIT herrscht bei den Unternehmen der Digitalwirtschaft überwiegend Optimismus. So das Ergebnis der Konjunkturumfrage des Bitkom.

Laut der Konjunkturumfrage durch den Digitalverband Bitkom erwarten drei Viertel der Unternehmen (74 Prozent) steigende Umsätze für das erste Halbjahr verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Lediglich acht Prozent rechnen mit rückläufigen Geschäften. Der Bitkom-Index steigt damit gegenüber dem Sommer leicht auf 66 Punkte.

Branchen-Unterschiede

Acht von zehn Softwareanbietern (81 Prozent) und IT-Dienstleistern (80 Prozent) erwarten in den kommenden sechs Monaten steigende Umsätze, nur fünf bzw. vier Prozent rechnen mit einem Rückgang. Bei den Herstellern von Kommunikationstechnik hingegen gehen nur sechs von zehn (63 Prozent) Unternehmen von einem Plus aus, jedes fünfte (22 Prozent) befürchtet dagegen rückläufige Geschäfte. Am skeptischsten zeigen sich Hardware-Anbieter: Von diesen glaubt nur jeder zweite (51 Prozent) an einen Umsatzanstieg, 14 Prozent erwarten sogar einen Rückgang.

Die im Gesamtbild betrachtet positiven Erwartungen resultieren laut Bitkom auch aus dem gut verlaufenen letzten Halbjahr. Drei Viertel der Unternehmen (73 Prozent) konnten von Juli bis Dezember ihre Umsätze steigern, nur 13 Prozent berichten von rückläufigen Geschäften. In diesem Zeitraum liefen die Geschäfte für IT-Dienstleister und Softwareanbieter am besten. Jeweils 80 Prozent der Unternehmen konnten ihre Umsätze steigern. Bei den Anbietern von Kommunikationstechnik (56 Prozent) und Hardware-Herstellern (51 Prozent) liegt der Anteil deutlich niedriger.

Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt

Bitkom geht davon aus, dass sich die positiven Erwartungen wie in den Vorjahren auch auf den Arbeitsmarkt auswirken. So planen bereits sechs von zehn Unternehmen (62 Prozent), im laufenden Jahr zusätzliche Stellen zu schaffen. Nur 8 Prozent gehen von einem Personalabbau aus. Dabei wird es für die Unternehmen immer schwieriger, geeignete Bewerber zu finden. 61 Prozent aller Unternehmen geben an, dass die Fachkräftesituation ihre Geschäfte behindert, vor einem Jahr betrug der Anteil noch 52 Prozent. Damit bleibt der Mangel an IT-Experten mit Abstand das größte Hemmnis, deutlich vor Themen wie den politischen Rahmenbedingungen (33 Prozent) oder der Exportnachfrage (3 Prozent).

d!conomy

Mit Blick auf die CeBIT (14. bis 18. März) begrüßt Bitkom die erneute Wahl des Schwerpunktthemas „d!conomy“. „Die digitale Transformation ist die größte Herausforderung, aber auch die größte Chance der deutschen Wirtschaft in den letzten Jahren. Die Unternehmen müssen bei der Digitalisierung ihres Geschäfts unbedingt noch mehr Tempo aufnehmen“, so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Nach einer aktuellen Bitkom-Umfrage anlässlich der hub conference sehen nahezu alle deutschen Unternehmen (96 Prozent) in wichtigen Branchen die Digitalisierung für sich als Chance. Zugleich geben aber 56 Prozent der befragten Geschäftsführer und Vorstände aus den Bereichen Automobilbau, Banken, Medien, Pharmaindustrie und Touristik an, ihre Unternehmen seien bei der Digitalisierung eher Nachzügler. Weitere 8 Prozent halten sich sogar für abgeschlagen.

Situation in der Schweiz

Das CeBIT-Partnerland Schweiz zeigt nach Ansicht des Bitkom, wie eine Wirtschaft mit Nachdruck digitalisiert werden kann. „Schweizer Unternehmen investieren einen größeren Anteil ihres Umsatzes in die Digitalisierung als amerikanische oder deutsche Firmen“, betont Rohleder. Damit sei die Schweiz auch ein wichtiger Handelspartner für die Digitalunternehmen. Zum Ende des vergangenen Jahres rückte die Schweiz unter die Top 10 der wichtigsten Exportländer für IT- und Telekommunikationsprodukte. Insgesamt wurden in den ersten neun Monaten des Jahres ITK-Produkte im Wert von 1,08 Milliarden Euro in die Schweiz exportiert, das entspricht einem Anstieg um 31 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. „Die Schweiz verzeichnet das mit Abstand stärkste Wachstum unter den zehn wichtigsten Abnehmerländern für ITK-Produkte aus Deutschland“, so Rohleder. „Auf der CeBIT bietet sich die Möglichkeit, diese engen Handelsbeziehungen weiter zu vertiefen. Gerade Mittelständler und Start-ups können auf einer Messe mit geringem Aufwand vielfältige neue Kontakte knüpfen.“

Zur Methode

Grundlage der Angaben ist die halbjährlich von Bitkom Research durchgeführte Konjunkturumfrage unter ITK-Unternehmen. Die Angaben zum Außenhandel basieren auf eigenen Berechnungen amtlicher Daten des Statistischen Bundesamtes.

Autor: Marisa-Solvejg Metzger

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