Kommentar

Blockchain und IoT: Zwei Gefährten erobern die Zukunft

Es ist vielleicht ein Momentum wie damals, als das Internet entwickelt wurde. Viele Auswirkungen waren kaum abschätzbar, einige nahmen die Anfänge überhaupt nicht ernst, manche verpassten den Zug völlig. Begeisterte Pioniere, die die Gunst der Stunde nutzten, prägten dagegen eine neue Epoche.

Dem Internet of Things (IoT) gehört die Zukunft, daran zweifelt kaum jemand. Und Blockchain wird hierfür eine essentielle Rolle spielen, weil es in verteilten, intelligenten Systemen sichere Transaktionen gewährleistet. Und zwar kostengünstig, denn es ist keine komplexe, teure Plattform notwendig, die jegliche Hintergrundabläufe zentral verwalten muss. Transaktionskosten sinken somit, so dass neue Geschäftsmodelle nicht nur kostendeckend sondern sogar gewinnbringend realisierbar sind, die vorher aus wirtschaftlichen Gründen nicht weiterverfolgt wurden.

Einfache Transaktionen abwickeln

Denken wir an dezentrale Stromerzeuger: Einspeisungen aus Solaranlagen kleiner Anbieter und Privatpersonen werden in der Regel noch gegen pauschale Vergütung ins Netz eingespeist, da die Infrastruktur für Direktverkäufe an einzelne und oft wechselnde Abnehmer noch zu teuer ist. Generell gilt: Überall dort, wo relativ kleine Beträge fließen sollen, schlagen System- und Transaktionskosten negativ ins Kontor. Blockchain kann eben für solche Geschäftsmodelle als wichtiger Enabler fungieren. Eine halbe Stunde Fahrrad mieten, Car Sharing, smarte Parkplätze, Ladestationen für e-Autos nutzen, für all das würden verhältnismäßig einfache Infrastrukturen reichen.

Doch auch für den High-Tech-Verkehr entstehen neue Visionen, wenn Autos, Ampeln, sogar die Straßen vernetzt und mit Blockchain gesichert sind: Autos wären dann etwa in der Lage, vorauszuberechnen, dass hinter der nächsten Ecke gerade ein anderes Fahrzeug mit 100 km/h über die rote Ampel rauschen wird. Noch ohne Sichtkontakt würde der Bremsvorgang eingeleitet. Ein Paradebeispiel für verteilte Intelligenz, deren flächendeckender Aufbau mit herkömmlichen Mitteln astronomisch teuer wäre.

Ein Gewinn für die Sicherheit

Der stärkste Trumpf von Blockchain für die vernetzte Welt ist die sichere Kommunikation zwischen Systemen und Sensorik einzelner Geräte: Hieraus ergibt sich etwa für Produktionsanlagen, die zumeist in Zeiten konzipiert wurden, als das Risiko von Webangriffen noch äußerst gering war, ein großes Potenzial. „Nur zehn Prozent aller Industrienetzwerke sind vernünftig geschützt", warnte Dirk Backofen, Leiter Telekom Security, auf dem Detecon Expert Talk völlig zurecht. Zwingend erforderliche Schutzmechanismen lassen sich auch heute schon zügig einführen. Und in Zukunft kann gerade auch Blockchain dafür sorgen, Interaktionen von Maschinensensoren so abzusichern, dass kein Zweifel über die Fehlerfreiheit von Werte herrscht. Attacken wäre der Riegel vorgeschoben, es würde sofort auffallen, wenn nur ein Bit kippt.

Überraschend für viele: Die Einstiegshürden vor allem für privat angelegte Blockchains sind überschaubar. Denn schon jetzt lassen sich etwa in einer Fabrik für gut definierte Anlagenbereiche entsprechende Szenarien realisieren. Auf gar keinen Fall sind hier der hohe Aufwand und komplexe Mechanismen wie sie mittlerweile etwa für den Bitcoin-Handel erforderlich sind, anzusetzen.

Aktuelle Herausforderungen und Fazit

Ein Wermutstropfen bleibt: So existieren zwar schon heute für viele Use Cases die technischen Voraussetzungen. Was aber meist quälend hinterher hinkt, sind Gesetze, die rechtssicher den Rahmen für IoT-gestützte Geschäftsmodelle vorgeben. Die unklare Rechtslage beim Autonomen Fahren oder auch Verbote für autonome Drohnenflüge zu Inspektionszwecken sind als Beispiele genannt, die hier sinnvolle Innovationen hinauszögern.

Grundsätzlich aufhalten lässt sich die Dynamik aber nicht: Das Internet of Things wird sich durchsetzen. Schlanke und zukunftsfähige Infrastrukturen werden das Fundament hierfür bilden. Und der Schlüssel zur sicheren Kommunikation all dieser Ökosysteme liegt in der Blockchain.

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