Elektronik schützen

Brandschutz direkt auf der Leiterplatte und im Schaltschrank

Mit einer Löschsicherung und einer Minifeuerlösch-Einheit direkt auf der Leiterplatte sowie in einem Schaltschrank ist es möglich, Brände noch innerhalb eines Gerätes zuverlässig zu löschen.

Alle fünf Minuten gibt es in Deutschland ein Feuer in einer Firma. Die aktuelle Statistik des Instituts für Schadensforschung IFS sowie die Statistiken des VdS und GdV zeigen es deutlich: über 30% aller Brände in Deutschland entstehen durch elektrische Geräte, Anlagen und Installationen. Und nicht nur bei mehr als 200.000 Wohnungsbränden in Deutschland (GdV 2017), sind es vor allem Brände in Firmen, die in elektronischen Geräten oder Schaltschränken verheerende Auswirkungen haben.

Jeder dritte Band in der Industrie verursacht einen Sachschaden von über 500.000 Euro mit dem Ergebnis, dass sich die betroffenen Firmen nicht mehr erholen. Nur 23% aller von einem Brand betroffenen Unternehmen nehmen ihr Geschäft wieder komplett auf. Hingegen müssen über 40% der Firmen nach einem Brand ihr Geschäft komplett einstellen. Es sind gerade KMUs, die den Brandschutz oft nur oberflächlich behandeln und das vom Gesetzgeber erforderliche Minimum umsetzen.

Die typischen Auslöser von Elektrobränden

Die Auslöser für einen Elektroband sind vielfältig: fehlerhafte Bauteile, Gerätealterung, Fehler in der Fertigung, unzureichende Steckverbindungen, unzulässige Einsatzbedingungen oder das Versagen von Komponenten. All diese Ursachen, verbunden mit der zunehmenden Elektrifizierung, spielen eine entscheidende Rolle, deren Auswirkung die Anwender in Form von Feuern und resultierenden Nacharbeiten, Ausfällen oder gar Rückrufaktionen spüren.

Bestehende Schutzmaßnahmen wie Fehlerstromschalter, Schütze oder Sicherungen erkennen systembedingt oft keinen Fehlerzustand. Viele der Fehlerquellen liegen nicht im direkten Einfluss eines Herstellers oder Betreibers, weshalb sich Risiken häufig nicht erkennen und entsprechend berücksichtigen lassen. Bereits heute bestehende Brandschutzkonzepte sind sehr umfangreich und retten durch vorbeugenden Brandschutz Leben und Werte.

Das traditionelle Modell im Brandschutz setzt dabei auf:

  • organisatorischen Brandschutz wie Fluchtwege und Brandschutzhelfer
  • anlagentechnischenBrandschutz wie Brandmeldeanlagen oder Rauchmelder
  • baulichen Brandschutz wie Brandschutztüren und -wände
  • abwehrenden Brandschutz wie Feuerwehr

Nimmt man die oben genannten Statistiken als Grundlage wird deutlich, dass es in diesen Fällen notwendig erscheint, zu den bereits bestehenden Brandschutzkonzepten auf den sogenannten integrierten Brandschutz zu setzen. Damit ließen sich entstehende Brände nicht nur schneller, sondern auch direkt am Ort ihrer Entstehung erkennen und bekämpfen. Durch den Geräte-integrierten Brandschutz ist es möglich, frühzeitig einen Entstehungsbrand zu bekämpfen. Das ist gerade dann hilfreich, solange der Brand klein und vor allem innerhalb des Geräts noch gestoppt werden kann und nicht auf die Umgebung übergegriffen hat.

Geräte-interner Brandschutz rettet Leben und Werte

Eine funktionierende Sprinkleranlage in Gebäuden ist das bisher effektivste Mittel, um die Auswirkungen von Großbränden zu senken und dabei auch viele Leben zu retten. Bei Großbränden wie im Grenfell Tower in London im Jahr 2017 oder die Brandkatastrophe in einem Einkaufszentrum in Sibirien im März 2018 war der Auslöser ein elektrisches Gerät. Durch den Geräte-integrierten Brandschutz ließe sich der Entstehungsbrand frühzeitig erkennen und die Ausbreitung verhindern.

Eine mögliche Abhilfe versprechen Löschsicherungen wie die E-Bulb. Denn häufige Auslöser für Brände in Wohngebäuden sind ganz gewöhnliche Haushaltsgeräte. Dazu gehören Warmwasserspeicher, Trockner, Kühlschränke oder Waschmaschinen. Aber auch andere, ständig mit Spannung versorgte Geräte, wie W-LAN-Router oder PCs. In der Industrie sind es gerade Schaltschränke, die ein Sicherheitsrisiko darstellen. Der Grund: In ihnen sind Geräte verbaut wie Netzteile, verschiedene SPS, I/O-Module und weitere mit Spannung versorgte Komponenten.

Wie lässt sich zuverlässiger Brandschutz in einem Schaltschrank implementieren? Die E-Bulb ist eine mit einem Löschmittel gefüllte Feuerlöschsicherung, die nicht größer als eine herkömmliche Gerätefeinsicherung ist. Sie wird direkt auf die Leiterplatte eines elektronischen Geräts gesetzt. Alternativ lässt sie sich auch in eine fliegende Halterung in einem Kabelstrang einsetzen. So erkennt die Löschsicherung, ähnlich einem Sprinkler, zuverlässig eine gefährlich hohe Temperatur. Und das unabhängig von einer Versorgungsspannung.

Wird eine kritische Auslösetemperatur überschritten, so setzt die Löschsicherung lokal ein Löschmittel frei. Dieses verteilt sich schlagartig in dem Gerät. Ein Feuer wird so schnell bekämpft, indem durch Kühlung der Zündpunkt wieder unterschritten wird. Ein weiterer Vorteil der Löschsicherung: Durch Zerbersten wird der über die E-Bulb geführte Netzstrom dauerhaft und sicher unterbrochen. Ein Wiederentzünden des Feuers ist damit ausgeschlossen.

Bitte beachten Sie

Die Beiträge in der Rubrik "Trends und Innovationen" sind Inhalte unseres Medienpartners Vogel Communications Group. Sie spiegeln nicht unbedingt die Meinung von DATEV wider.