Studie von NTT Security

Chinesische Hacker bedrohen deutschen Maschinenbau

Cyber-Angriffe in Deutschland zielen vor allem auf die Fertigungsindustrie ab. Das geht aus dem Global Threat Intelligence Report (GTIR) von NTT Security hervor. Demnach haben mehr als die Hälfte der Attacken auf diese Branche ihren Ursprung in China.

Maschinen- und Anlagenbauer aus Deutschland stehen im Fokus internationaler Hacker. So lautet eine zentrale Erkenntnis des Global Threat Intelligence Report (GTIR), den der Dienstleister NTT Security gerade vorgelegt hat. Demzufolge sind hierzulande vor allem Unternehmen aus der Fertigungsindustrie von Cyber-Angriffen betroffen. So zeigt der Bericht, dass sich 36 Prozent aller Attacken in Deutschland gegen diese Branche richten. Im Ranking folgen mit 29 Prozent der Finanz- und mit 28 Prozent der Technologiesektor. Auf diese drei Branchen entfallen somit 93 Prozent aller Angriffe.

Im Rahmen der Studie hat NTT zudem untersucht, in welchen Ländern die Cyber-Kriminalität ihren Ursprung hat. 55 Prozent der Angriffe auf die deutsche Fertigungsindustrie erfolgen demnach aus China und 11 Prozent aus den USA. Anders sieht es im Finanz- und im Technologiesektor aus, wo 27 beziehungsweise 28 Prozent der Attacken aus den USA kommen und 11 beziehungsweise 15 Prozent aus China. Weltweit und über alle Branchen hinweg betrachtet stammen die meisten Cyber-Angriffe aus den USA (27 Prozent ), gefolgt von China (19 Prozent).

Bei der Malware kommen in Deutschland mit 68 Prozent vor allem Spyware und Keylogger zum Einsatz. Auch weltweit liegen sie an erster Stelle, allerdings mit nur 26 Prozent. Auf globaler Ebene folgen nahezu gleichauf Trojaner beziehungsweise Dropper mit 25 Prozent sowie Viren und Würmer mit 23 Prozent. Für den GTIR 2018 hat NTT Security, eine Sparte der japanischen NTT Group, Daten aus mehr als 6,1 Billionen Logs und 150 Millionen Angriffen ausgewertet.

Mittelstand als „leichtes Ziel“

Da der deutsche Maschinen- und Anlagenbau in technologischer Hinsicht vielfach eine weltweit führende Rolle einnehme, sei diese Branche „ein lukratives Ziel“ für Cyber-Spione, kommentiert Kai Grunwitz, Senior Vice President EMEA bei NTT Security, die Ergebnisse. Ein Problem sieht der Manager darin, dass es sich bei den Manufacturing-Unternehmen zumeist um Mittelständler handelt, die von Angreifern als „leichtes Ziel“’ eingestuft würden. „Leider oft zu Recht, da es ihnen schlicht und ergreifend an Manpower für die Aufrechterhaltung einer hohen IT-Sicherheit mangelt.“

Die Konsequenz für die mittelständischen Fertiger sollte daher sein, resümiert Grunwitz, „sich Unterstützung durch einen Managed Security Services Provider zu holen. Nicht umsonst gehen inzwischen auch große Unternehmen vermehrt diesen Weg.“

Autor: Michael Hase

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