Bitkom Cloud-Monitor 2017

Cloud Computing ist gekommen, um zu bleiben

"Viele Technologien haben wir schon kommen und gehen sehen – die Cloud aber bleibt sicher", fasst Dr. Axel Pols, Geschäftsführer der Bitkom Research GmbH, die Ergebnisse des aktuellen Cloud-Monitor 2017 zusammen.

Inzwischen nutzt deutlich mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen Software, Speicher oder Rechenleistung aus der Cloud. Und eine ebenso deutliche Mehrheit der Anwender hält inzwischen ihre Unternehmensdaten in der Cloud für sicher. Das ist das Ergebnis des Cloud-Monitor 2017, einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research im Auftrag der KPMG AG unter 554 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern. Die Ergebnisse spiegeln den Zustand der Cloud-Nutzung in Deutschland für das Jahr 2016 wieder und zeigen einen weiter positiven Trend: „Cloud Computing hat sich durchgesetzt und sich innerhalb weniger Jahre zur Basis-Technologie der Digitalisierung entwickelt“, erklärt Pols bei der Vorstellung der Studienergebnisse.

Dass die bedarfsgerechte Nutzung von IT-Leistungen über Datennetze enorme Vorteile bietet und Cloud Computing die betrieblichen Prozesse effizienter macht sowie die Entwicklung neuer, digitaler Geschäftsmodelle ermöglicht, erkennen immer mehr Firmen. Von Jahr zu Jahr zeigen sich die Unternehmen aufgeschlossener gegenüber Cloud Computing, während die Zahl der Kritiker stetig abnimmt. Und insbesondere die kleinen Unternehmen haben bei der Cloud-Nutzung zugelegt. Gab es bislang noch ein großes Gefälle zwischen großen und kleinen Unternehmen, hat sich der Anteil der Cloud-Nutzer inzwischen stark angeglichen.

Privat oder öffentlich?

Fast die Hälfte der Unternehmen (44 Prozent gegenüber 38 Prozent im Vorjahr) bevorzugt Private Cloud-Angebote, indem die benötigte Infrastruktur wie Server-Computer oder Datenspeicher weiter im Unternehmen oder in einem externen Rechenzentrum betrieben wird. Der Trend geht allerdings dahin, den Betrieb privater Clouds an externe IT-Dienstleister zu vergeben. Nur noch 13 Prozent der befragten Unternehmen betreiben Private Clouds komplett in Eigenregie. Vor vier Jahren war der Anteil mit 26 Prozent noch doppelt so hoch. Einen weiteren Aufschwung verzeichnet auch das Public Cloud Computing, bei dem Unternehmen, Organisationen oder Privatpersonen IT-Leistungen über das öffentliche Internet nutzen. Bei aller Aufgeschlossenheit haben aber noch viele Anwender Bauchschmerzen, wenn es um die Sicherheit von Public Cloud Computing geht. Diese Sicherheitsbedenken sind daher weiter das größte Hemmnis für den Einsatz von Public Cloud-Lösungen.


Sicherheitsmanagement noch verbesserungswürdig

Einen Schwerpunkt der Bitkom-Studie bildet in diesem Jahr das Thema Datensicherheit in der Cloud. Insgesamt sind die Unternehmen zwar sicherheitstechnisch schon auf einem guten Weg, allerdings gibt es hier noch mehr zu verbessern, beispielsweise hinsichtlich der Kontrolle von Regeln, um Schatten-IT in Unternehmen zu vermeiden.

Unternehmen benötigten für ihre Public Cloud-Anwendungen ein angepasstes Sicherheitsmanagement, erklärt Marko Vogels, Director Cyber Security der KPMG AG. Neben klaren internen Vorschriften für die Auswahl und Nutzung von Cloud-Diensten werden zum Beispiel Firewall-Logins ausgewertet oder kommen spezielle Sicherheitsüberprüfungen der genutzten Cloud-Anwendungen zum Einsatz. Ernüchternd sei allerdings, so Vogels, dass nur bei rund einem Drittel der Unternehmen die Sicherheitsabteilung, wenn überhaupt vorhanden, schon bei der Auswahl des Cloud-Providers beteiligt werde. „Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass vielen Unternehmen noch ein umfassendes Sicherheitsmanagement für die Cloud fehlt“, bedauert Vogels.

Autor: Elke Witmer-Goßner

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