Studie zu Cybersicherheitsvorfällen

Cyberbedrohungen setzen Industrie unter Druck

Die zunehmende Vernetzung von Industrie- und IT-Systemen zur Industrie 4.0 führt zu neuen Sicherheitsrisiken und fordert neue Anstrengungen um die Sicherheit der industriellen Kontrollsysteme und den unterbrechungsfreien Produktionsbetrieb sicherzustellen.

Die Industrie 4.0 treibt die Vernetzung industrieller Kontrollsysteme (ICS, Industrial Control System) mit dem IT-Netzwerk der Organisationen sowie externen Partnern voran. Eine weltweit durchgeführte Studie von Kaspersky Lab unter Verantwortlichen für Cybersicherheit im ICS-Bereich zeigt, dass mehr als die Hälfte (54 Prozent) der befragten Industrieunternehmen mindestens einen Cybersicherheitsvorfall in den vergangenen zwölf Monaten zu beklagen hatten – auch wenn 83 Prozent der Befragten davon ausgehen, dass ihre Industriesysteme gut gegen Cybersicherheitsvorfälle gerüstet sind. Laut der von Kaspersky Lab und Business Advantage durchgeführten Studie unter weltweit 359 Cybersicherheitsverantwortlichen aus der Industrie belaufen sich die Kosten für Industrieunternehmen aufgrund ineffektiver Cybersicherheit durchschnittlich auf 497.000 US-Dollar pro Jahr.

Die größten Sorgen im Hinblick auf Cybergefahren der von Kaspersky Lab Befragten sind:

•56 Prozent: Sicherheitsvorfälle verursacht durch konventionelle Malware- oder Computerviren

•44 Prozent: Gefahren ausgehend von Drittanbietern (beispielsweise über Lieferkette) oder Partnern

•41 Prozent: Sabotage oder physische Schäden durch externe Akteure

•33 Prozent: Ransomware-Attacken

•32 Prozent: zielgerichtete Angriffe

Sieht man sich die von den Befragten tatsächlich im vergangenen Jahr erlebten Cybersicherheitsvorfälle an, ergibt sich das folgende Bild:

•53 Prozent: Sicherheitsvorfall verursacht durch konventionelle Malware- oder Computerviren

•36 Prozent: zielgerichtete Angriffe

•29 Prozent: Mitarbeiterfehler oder unbeabsichtigter Fehler

•26 Prozent: Gefahren ausgehend von Drittanbietern (beispielsweise über Lieferkette) oder Partnern

•24 Prozent: Ransomware-Attacken

86 Prozent der Befragten verfügen über eine überprüfte und dokumentierte Cybersicherheitsrichtlinie zum Schutz vor potenziellen Gefahren. Allerdings fehlt es den befragten Industrieunternehmen an interner und externer IT-Sicherheitsexpertise, um Gefahren von außen sowie von innen entsprechend entgegentreten zu können.

Die Studienteilnehmer sehen fünf große Herausforderungen bezüglich der Cybersicherheit für ICS-Systeme:

•50 Prozent: Einstellung von Fachkräften für Cybersicherheit im ICS-Bereich

•48 Prozent: vertrauenswürdigen Partner zur Implementierung einer ICS-Cybersicherheitslösung finden

•43 Prozent: Zunehmende Vernetzung mit Unternehmens-IT

•39 Prozent: Mangel an Sicherheitsbewusstsein unter verantwortlichen Mitarbeitern

•35 Prozent: Komplexität der ICS-Umgebung/Industrienetzwerks

Die Mehrheit der befragten Unternehmen setzen laut der Kaspersky-Studie nicht mehr auf den zuvor oftmals üblichen Air-Gap-Ansatz, sondern auf umfassende Cybersicherheitslösungen. Auch planen 42 Prozent der Befragten in den kommenden zwölf Monaten Entdeckungs-Tools für Anomalien im industriellen Bereich zu implementieren sowie Sicherheitsbewusstseins-Trainings für die Mitarbeiter umzusetzen. Entdeckungstechnologien für industrielle Anomalien sind besonders wichtig, da jedes zweite befragte ICS-Unternehmen zugab, dass Drittanbieter Zugang zu industriellen Kontrollnetzwerken haben.

„Die wachsende Vernetzung von Industrie- und IT-Systemen führt zu neuen Sicherheitsherausforderungen und erfordert eine hohe Einsatzbereitschaft von Geschäftsführung, Ingenieuren und IT-Sicherheitsteams. Sie benötigen ein Verständnis für die Gefahrenlandschaft sowie für entsprechende Schutzansätze; zudem sollte ein bestimmtes Maß an Sicherheitsbewusstsein der Mitarbeiter gewährleistet werden“, sagt Andrey Suvorov, Head of Critical Infrastructure Protection bei Kaspersky Lab.

Bitte beachten Sie

Die Beiträge in der Rubrik "Trends und Innovationen" sind Inhalte unseres Medienpartners Vogel Business Media. Sie spiegeln nicht unbedingt die Meinung von DATEV wider.