YouGov-Studie

Das Potenzial der Blockchain in Unternehmen

Die Blockchain ist auf dem Vormarsch. Deutsche Firmen nehmen sich der neuen Technologie an und stehen der dezentralen Datenverwaltung grundsätzlich positiv gegenüber. Nur der Einsatz der Technologie sorgt noch für Unsicherheiten.

Deutscher Mittelpunkt der Blockchain ist Berlin. Dort finden sich viele Startups zusammen. Darunter befindet sich auch die Organisation um Ethereum, eine Verwaltungsplattform für Smart Contracts mit eigens entwickelter Blockchain. Ein weiteres potenzielles Zentrum für die innovative Technologie soll Hamburg sein, das sich durch Handel und Logistik besonders dafür eignet.

Wem die Technologie der Blockchain bekannt ist, bemüht sich um Kenntnisse und Informationen, um die Verwaltungsmethode bald nützlich einsetzen zu können. Urs M. Krämer, CEO von Sopra Steria Consulting, sagt: „In den vergangenen fünf Jahren hat sich ein Markt entwickelt, und Investoren haben ein steigendes Interesse an Blockchain-Startups. Für viele Pioniere hat damit die Blockchain-Gegenwart bereits begonnen. Wer sich jetzt mit den Auswirkungen auseinandersetzt, wird Hürden schneller überwinden und damit früher neue Geschäftsmodelle auf Basis der Blockchain-Technologie entwickeln.“

Blockchain-Vorteile

Für Unternehmen birgt die Blockchain ganz besonderes Potenzial. Transaktionen und Prozesse rund um Geld, Dokumente, Identitäten und Sachwerte könnten so nicht nur vereinfacht und beschleunigt werden, sondern auch sicherer vonstatten gehen. Momentan wird die Technologie von den befragten Unternehmen vor allem für die Zahlungsabwicklung eingesetzt. Banken und Versicherer, die auf sichere Prozesse angewiesen sind, nutzen die Blockchain für ihr Identity Management und gesetzlich vorgeschriebene Know-your-customer-Verfahren.

Auch Lieferketten können durch die Technologie besser gesteuert und vor Betrug geschützt werden. Zu diesen Anwendungsfeldern gehören der Verkauf von Medien, wie zum Beispiel Musik, und die Nutzung von Mietgegenständen. Generell ist der Austausch von Daten und Werten geeignet, um die Blockchain einzusetzen, auch wenn keine Zwischenhändler mitspielen.

Unsicherheiten

Viele stehen der Blockchain offen gegenüber. Die Hälfte der befragten Fach- und Führungskräfte erhofft sich dadurch neue Geschäftsmodelle. Knapp ein Drittel meint, sich Vorteile gegenüber seinen Mitbewerbern verschaffen zu können. Nur jeder Fünfte ist sich unsicher, wie man die Blockchain in seinem Unternehmen einsetzen soll. Die größte Unsicherheit besteht allerdings beim Datenschutz. Für 51 Prozent der Befragten soll dieser dringend verbessert werden, bevor auch ihr Unternehmen zum „Kettenanhänger“ wird. Mustafa Cavus, Blockchain-Experte von Sopra Steria Consulting, spricht die Unsicherheiten bei Unternehmern an: „An der geäußerten Skepsis lässt sich ablesen, dass in den Unternehmen vielfach Unkenntnis herrscht. Viele der Argumente treffen nicht auf alle Plattformen oder Anwendungen zu.“ Er ist der Meinung, dass die Unsicherheiten auf Unwissen beruhen. Diese seien nur durch Knowhow und praktische Erfahrungen zu überwinden.

Plattform zum Austausch

Dennoch sind 61 Prozent der befragten Fach- und Führungskräfte der Meinung, dass die Blockchain in den nächsten fünf Jahren Veränderungen in der Branche mit sich bringen wird. Einige seien sogar überzeugt davon, die Blockchain werde für Transaktionen das werden, was das Internet für Informationen ist – eine ultimative Plattform zum Austausch.

Über die Studie

Im Auftrag von Sopra Storia Consulting hat YouGov die „Potenzialanalyse Blockchain“ durchgeführt. Dafür wurden 204 Geschäftsführer, Vorstände, Führungskräfte und fachliche Experten aus Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern befragt. Damit wurden in der Umfrage die Branchen Banken, Versicherungen, sonstige Finanzdienstleister, Energieversorger, Automotive und sonstiges verarbeitendes Gewerbe, Telekommunikation und Medien und Öffentliche Verwaltung abgedeckt.

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