Studie der Bundesnetzagentur

Das schnelle Internet ist oft deutlich langsamer als versprochen

Die Bundesnetzagentur hat erstmals detaillierte Ergebnisse ihrer Breitbandmessung vorgelegt. Der Tenor lautet: Die Kunden erreichen oft nicht die maximale Geschwindigkeit, die ihnen von ihrem Netzanbieter in Aussicht gestellt wurde.

Abhängig von der Bandbreitenklasse erreichen nur vier bis 25 Prozent der Endkunden die maximale vereinbarte Datenübertragungsrate. Der niedrigste Wert von vier Prozent wurde in der Bandbreitenklasse von acht bis 18 Megabit pro Sekunde erzielt. Diese Anschlussklasse ist überwiegend von ADSL-Anschlüssen (Asymmetric Digital Subscriber Line) geprägt.

In der Bandbreitenklasse zwischen 200 und 500 Megabit pro Sekunde zeigte sich, dass die Leistung insbesondere in den Abendstunden stark abfällt. In dieser Bandbreitenklasse sind die Angebote der Kabelnetzbetreiber stark vertreten.

Zufriedene Kunden

Bereits im Vorfeld der Messung wurde die Kundenzufriedenheit abgefragt. Rund 65 Prozent der Kunden waren mit der Leistung ihres Anbieters zufrieden und bewerteten diese mit „sehr gut“, „gut“ oder „zufriedenstellend“. Es zeigte sich, dass zufriedene Endkunden einen besseren Verhältniswert der tatsächlichen gemessenen Datenübertragungsrate im Vergleich zur vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate erzielten.

Einfach formuliert: Der Endkunde äußert sich tendenziell um so zufriedener, je besser das Verhältnis der tatsächlich erzielten Datenübertragungsrate zur vertraglich vereinbarten maximalen Bandbreite ist.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, betonte allerdings, dass die Hälfte der Nutzer bei allen untersuchten Anbietern im Festnetz mindestens 60 Prozent der vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate erreiche. Bei einzelnen Anbietern betrage dieser Anteil immerhin sogar über 90 Prozent.

Mobile Breitbandkunden bewerten eher Erreichbarkeit als Performance

Bei mobilen Breitbandanschlüssen lag das Verhältnis zwischen tatsächlicher und vereinbarter maximaler Datenübertragungsrate unter dem von stationären Anschlüssen. Betrug der Anteil von Endkunden, der mindestens die Hälfte der maximalen Übertragungsrate erreichte, im Festnetz knapp über 70 Prozent, wurde dieser Wert bei den mobilen Anschlüssen lediglich von unter 30 Prozent der Nutzer erreicht.

Aber auch bei mobilen Breitbandanschlüssen bewerteten Endkunden die Anbieter weit überwiegend mit den Noten „sehr gut“, „gut“ oder „zufriedenstellend“ (82,8 Prozent). Dies legt den aus Sicht der Bundesnetzagentur den Schluss nahe, dass die Endkunden bei mobilen Breitbandanschlüssen eher die Mobilität und die zur Verfügung stehende Performance bewerten als das Erreichen der in Aussicht gestellten maximalen Datenübertragungsrate.

Der Bericht umfasste den Zeitraum vom 25. September 2015 bis zum 25. September 2016. Für stationäre Breitbandanschlüsse wurden 106.159 und für mobile Breitbandanschlüsse 53.651 gültige Messungen berücksichtigt.


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