Zukunftsvisionen

Das Smartphone aus der Margarinefabrik

Das Smartphone wurde 1930 vom Margarinehersteller Wagner erfunden. Das glauben Sie nicht? Dann sollten Sie unbedingt weiterlesen!

Ein Blick in die Zukunft war schon immer reizvoll – aber noch interessanter ist ein Rückblick auf die Zukunftsvisionen von gestern und die Frage, welche davon eingetreten sind.

Betrachten wir zum Beispiel die Sammelbilder „Zukunftsfantasien“ des Margarineherstellers Wagner aus Elmshorn, die um 1930 zur Verkaufsförderung erschienen sind. Die knallig bunten Bilder zeigen die Zukunft, die damals noch recht rosig gesehen wurde. Von der Einschienenbahn über Raketenflugzeuge bis hin zum Smartphone reichen die Beispiele.

Drahtloses Privattelefon und Fernseher

Besonders faszinierend ist das Sammelbild „drahtloses Privattelefon und Fernseher“, das zwei Damen beim Trinken von Limonade mit einem Gerät zeigt, das ein Vorläufer heutiger Smartphones sein könnte. Auch das typische Verhalten der Handy-Nutzer sah unbekannte Künstler schon voraus: Anstatt sich miteinander zu unterhalten starren die beiden Damen gebannt auf ihr Display.

Auch einen Düsenjet zeigen die Sammelbilder. Die Rede ist zwar von einem Raketenantrieb, aber das Prinzip des Antriebs durch den Rückstoß der ausströmenden Gase ist gleich.

Kernreaktoren als Antrieb

Vielversprechend sah man 1930 die Kernspaltung: Neben Autos sollten auch Privatflugzeuge und Ozeanriesen von Atomreaktoren angetrieben werden. Immerhin: Schiffe wie die Otto Hahn und Atom-U-Boote waren und sind Realität geworden. Aber auch Probeflüge mit Flugzeugen mit Kernreaktor an Bord wurden 1961 von der damaligen Sowjetunion unternommen. In dem US-Projekt Pluto wurde zwischen 1956 und 1964 ein nukleargetriebener Marschflugkörper entwickelt.

Auch ein Atomantrieb fürs Auto wurde ernsthaft in Erwägung gezogen: Ford präsentierte 1958 das Konzeptfahrzeug Nucleon mit Kernreaktor, das mit einer „Tankfüllung“ spaltbaren Materials bis zu 8.000 km zurücklegen sollte.

Diese und zahlreiche weitere Beispiele für Zukunftsvisionen von gestern finden Sie auf der Website „Retro-Futurismus“.

Autor: Thomas Kuther

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