Einkaufen "im Vorbeifahren"

Das vernetzte Auto wird zur Teleshopping-Couch

Der Automobilentwickler IAV zeigte auf dem Internationalen Fachkongress „Fortschritte in der Automobilelektronik“ anhand von diversen Showcases und vier Demonstratorfahrzeugen, wie Autos künftig als Teil des Internets der Dinge den Alltag ihrer Nutzer in Zukunft spürbar vereinfachen werden.

IAV hat eine klare Vision vom Fahrzeug der Zukunft. „Wir arbeiten an einem Auto, das die digitale Welt nahtlos mit der persönlichen Mobilität verbindet“, sagt Kurt Blumenröder, Sprecher der IAV-Geschäftsführung. „Mobile Geräte und Daten aus der Cloud sorgen dafür, dass sich das Fahrzeug an die Bedürfnisse der Passagiere anpasst, eine angenehme Atmosphäre erzeugt und die Fahrt so sicher und komfortabel wie möglich gestaltet.“

Das IoT-Auto (Internet of Things) kennt die Wünsche seines Fahrers

So werden die Fahrzeuge der Zukunft durch permanente Vernetzung und Datenaustausch mit der Cloud völlig neue Services ermöglichen. Ein Beispiel dafür ist der AutoMotive MarketPlace. Mit ihm wird das Auto zur mobilen Couch: Das Fahrzeug weist während der Fahrt darauf hin, wo sich Konsumwünsche des Fahrers entlang der Wegstrecke erfüllen lassen. Dazu vergleicht der AutoMotive MarketPlace den oder die Online-Wunschzettel des Fahrers mit den Angeboten lokaler Händler – und ermöglicht es, die gewünschten Produkte sofort zu bestellen und kurz danach „im Vorbeifahren“ abzuholen und zu bezahlen. Grundlage dafür ist die Payment-Lösung des IAV-Partners Concardis.

Das Auto der Zukunft kennt aber nicht nur die Wünsche des Fahrers – es passt sich auch an die Vorlieben und Stimmungen der Passagiere an. Dank portabler Geräte wie Tablet-Computer oder Wearables bringt jeder Insasse seine persönliche ID ins Fahrzeug, das dann individuell auf ihn eingehen kann. Sensoren zeichnen permanent den körperlichen Zustand der Passagiere auf und erkennen ihre Stimmung. Das Fahrzeug kann so die gerade erforderliche Atmosphäre schaffen – zum Stressabbau nach einem langen Arbeitstag oder zur Aktivierung am frühen Morgen. Das IAV-Demofahrzeug ist dazu mit einem LED-Himmel ausgestattet, der viele unterschiedliche Lichtszenarien erzeugt.

Remote Diagnostics nimmt Pannen ihren Schrecken

Pannen werden künftig viel von ihrem Schrecken verlieren: Dank „Remote Diagnostics“ kann der Fahrer über die Cloud jederzeit Kontakt mit einem Service-Center aufnehmen, das die Fahrzeuginformationen über das Internet ausliest und Fehler aus der Ferne lokalisiert. Das erspart quälendes Warten auf einen Techniker. Stattdessen kann der Fahrer – unterstützt von einer App – den Fehler selbst beheben. Wenn er doch in die Werkstatt muss, sind die benötigten Ersatzteile bereits bestellt.

Bugatti, Hersteller von Supersportwagen der Luxusklasse, nutzt bereits seit 2004 eine Telemetrie-Lösung von IAV, um aus der Ferne die Datenspeicher seiner Fahrzeuge auszulesen. Damit ist der Kundendienst in der Lage, proaktiv auf Unregelmäßigkeiten am Fahrzeug zu reagieren, bevor der Kunde diese feststellt, oder auch individuell auf Kundenwünsche bei der technischen Unterstützung ihrer Fahrzeuge einzugehen.

Per Tablet zum autonomen Fahrzeug

Einen Vorgeschmack auf das autonome Fahren gibt die Fahrzeugsteuerung mit einem mobilen Gerät, etwa einem Tablet Computer. Der Fahrer kann mit „Remote Control“ sein Auto sowohl von außerhalb als auch im Innenraum fernsteuern. Im Rahmen des Fachkongresses in Ludwigsburg (27. und 28. Juni 2017) konntenn Besucher am IAV-Stand das Demofahrzeug mit einem iPad fernsteuern: Einige Bewegungen mit den Fingern über den Touchscreen genügen, und das Auto setzt sich wie gewünscht in Bewegung. Über das fahrzeuginterne WLAN hat das iPad Zugriff auf Lenkung, Gas und Bremse. Theoretisch lässt sich das Fahrzeug über die Cloud von jedem anderen Ort der Welt aus steuern – oder von einem System für das autonome Fahren.

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