Sorge um Datensicherheit

Deutsche haben kein Vertrauen in Künstliche Intelligenz

Laut einer von VMware in Auftrag gegebenen Studie ziehen in Deutschland lebende Personen in den meisten Fällen den Kontakt mit einem Menschen dem mit einer Künstlichen Intelligenz (KI) vor.

Künstliche Intelligenz scheint hierzulande der Mehrheit noch suspekt zu sein, wie eine Umfrage unter 1.004 deutschsprachigen Personen zeigt. Demnach fürchten 7 von 10 Verbrauchern, dass vollautomatisierte Dienstleistungen die Sicherheit ihrer persönlichen Daten gefährden. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) sind der Ansicht, dass ein Chatbot ein größeres Sicherheitsrisiko im Hinblick auf persönliche Daten darstellt, als ein Mensch.

Wobei das Herausgeben persönlicher Daten von deren Art abhängt. Jeder fünfte würde beispielsweise medizinische Daten an ein Unternehmen weitergeben, während es bei finanziellen Daten nur sieben Prozent sind. Entsprechend bevorzugen die Studienteilnehmer gerade im Einzelhandel, Finanz- sowie Gesundheitswesen den Kontakt zu Mitmenschen anstelle von Künstlicher Intelligenz: 93 Prozent der Befragten würden weiterhin eher einem Arzt als einem computerbasierten medizinischen Informationssystem vertrauen; 90 Prozent der Verbraucher legen Wert darauf bei einer Service-Anfrage mit einer realen Person zu kommunizieren und 72 Prozent befürchten schlechteren Service durch fehlenden oder weniger menschlichen Kontakt im Finanzbereich.

Von Skepsis zur Akzeptanz

Dennoch sehen rund zwei Drittel der Befragten durchaus einen Nutzen in vollautomatisierten Dienstleistungen. Dazu gehört vor allem die „Generation Y“, also die zwischen 1980 und 2000 Geborenen. Geräte für das Smart Home werden generationsübergreifend als Vorteil gesehen. Auch würden 44 Prozent der Befragten einem vollautomatisierten Einkaufsservice vertrauen, der Lebensmittel eigenständig nachbestellt, wenn diese aufgebraucht sind.

„Noch vor dem PC war der Geldautomat der erste Computer, der der breiten Bevölkerung zugänglich war. Trotz der anfänglich skeptischen Haltung und der eher zögerlichen Akzeptanz ist der Geldautomat aus dem Alltag der meisten Deutschen heute nicht mehr wegzudenken“, erklärt Matthias Schorer, Lead Business Development Manager, IoT, EMEA bei VMware. „Genauso wird es auch mit Künstlicher Intelligenz sein: die Menschen werden lernen damit umzugehen und erkennen, wie viele Vorteile sich ergeben und wie diese das Leben erleichtern“, glaubt er.

Medizinischer Bereich

Im medizinischen Sektor billigt fast jeder Zweite (47 Prozent) der künstlichen Intelligenz Pluspunkte zu. So vermuten 57 Prozent Vorteile bei der individuellen Betreuung, 53 Prozent bei von Robotern durchgeführten Operationen oder auch bei der Diagnose. Dennoch wünscht auch hier die Mehrheit der Teilnehmer (84 Prozent) keine Chatbots.

Schorer findet, dass das Internet der Dinge (IoT) und Künstliche Intelligenz keine Science-Fiction mehr ist. „Wir haben zwar den Eindruck, dass der Mensch mehr Sicherheit verspricht als eine Maschine, doch letztlich entspricht das nicht der Realität. Unternehmen dürfen die Bedenken, Ängste und Erfahrungen der Verbraucher nicht ignorieren oder unterschätzen, sondern müssen sie bei der Nutzung smarter und innovativer Technologien an die Hand nehmen“, sagt Schorer.

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