Top 10 der Einkaufsliste

Deutsche sind spendabel am Black Friday

Vergangenes Jahr gaben die Konsumenten 1,1 Milliarden Euro am Black-Friday-Wochenende aus. Für 2017 steigen die Erwartungen. Freuen kann sich vor allem der Internethandel.

Der Black Friday findet immer einen Tag nach dem amerikanischen Erntedankfest Thanksgiving statt. 2017 fällt er somit auf den 24. November. Für dieses Jahr prognostiziert eine repräsentative Studie der Shopping-Community mydealz.de am Black-Friday-Wochenende ein Umsatz von 1,3 Milliarden Euro. Von 1.002 befragten Verbrauchern wollen sechs von zehn dieses Jahr an diesem Tag einkaufen.

Bestseller

Jahrelang wurde das Shopping-Event als etwas wahrgenommen, das hauptsächlich im Internet stattfindet und an dem Verbraucher vor allem Elektronikartikel kaufen. Umso überraschender ist, dass bei der Studie Elektroartikel nicht unter den Top 3 der beliebtesten Warengruppen standen. Das Verkaufsranking führen stattdessen Produkte an, die als Weihnachtsgeschenk oder für den täglichen Gebrauch dienen könnten.

Am stärksten profitieren der Studie zufolge, Anbieter von Drogerieartikeln und Kosmetik: 36,3 Prozent der Konsumenten möchten Produkte wie Duschgel, Parfüm oder Mascara kaufen. Auf Rang zwei liegen Mode und Accessoires. Den Einkauf beim Modehändler hat jeder dritte Befragte (32,3 Prozent) für den Black Friday eingeplant. Lebensmittel folgen auf Rang drei. Dass 29 Prozent der Konsumenten sie am 24. November kaufen möchten, zeigt, wie pragmatisch viele Deutsche an das Einkaufsereignis herangehen: Die an diesem Tag vielerorts niedrigen Preise nutzen sie, um sich mit Dingen des täglichen Bedarfs einzudecken.

Dieser Eindruck verfestigt sich beim Blick auf die übrigen Warengruppen in den Top 10: Produkte für Haus und Garten (28,3 Prozent) und Sport und Freizeit (26,6 Prozent) liegen auf Rang vier und fünf. Auf sie folgen Haushaltselektronik (23,8 Prozent), Schmuck und Uhren (21,6 Prozent) sowie Filme auf DVD und Blu-ray Disc (19,7 Prozent) auf den Plätzen sechs bis acht. Vervollständigt werden die Top 10 von Videospielen und Konsolen (19,6 Prozent) und Notebooks sowie Computern (19,4 Prozent), mit deren Kauf am Black Friday jeder fünfte Verbraucher liebäugelt.

Der Trend zum Alltäglichen zeichnet sich ebenfalls bei den meist niedrigen Pro-Kopf-Ausgaben ab: Auf die Frage, wie viel sie – grob geschätzt – ausgeben werden, antworteten 41,3 Prozent der Befragten mit Beträgen unter 100 Euro. Immerhin jeder Achte (13,12 Prozent) plant mit Ausgaben zwischen 100 und 200 Euro und jeder Zwanzigste (4,4 Prozent) mit Ausgaben zwischen 200 und 300 Euro. Tiefer möchten aber nur wenige Deutsche in die Tasche greifen: Gerade einmal jeder Hundertste hat ein Budget von mehr als 500 Euro und auch in den Zwischenstufen sieht es mau aus: 1,4 Prozent der Deutschen planen zwischen 300 und 400 Euro auszugeben. 1,1 Prozent rechnen mit Ausgaben zwischen 400 und 500 Euro.

Dennoch kommt aufgrund der Konsumgewohnheiten der verschiedenen Altersgruppen ein Milliardenbetrag zusammen. Vor allem Verbraucher im Alter von 25 bis 44 Jahren entpuppen sich als Umsatzgaranten für den Handel. Der Anteil der Verbraucher, die mehr als 300 Euro ausgeben möchten, ist unter ihnen überdurchschnittlich groß: Während der Bevölkerungsdurchschnitt bei 3,5 Prozent liegt, geben 4,2 Prozent der 25 bis 34-jährigen und 7 Prozent der 35 bis 44-jährigen voraussichtlich mehr als 300 Euro aus. Von den Verbrauchern über 65 Jahre möchten jedoch nur 0,5 Prozent mehr als 300 Euro ausgeben.

Online-Händler im Vorteil

Einen Großteil des Umsatzes dürfte der Online-Handel einheimsen. Denn mit 65 statt 61,5 Prozent wollen mehr Verbraucher im Internet als im stationären Handel einkaufen. Zudem kaufen Konsumenten kostspieligere Produkte vorzugsweise online. Lebensmittel etwa führen im klassischen Handel mit 24,6 Prozent das Verkaufsranking an, liegen online mit 7,1 Prozent jedoch nur auf Platz 18. Dafür kaufen Verbraucher Mode (25,2 versus 20,4 Prozent), Haushaltselektronik (17,5 versus 12,9 Prozent) und selbst Schmuck und Uhren (15,9 versus 11,1 Prozent) eher im Internet als im Laden. Des Weiteren sind die durchschnittlichen Ausgaben im Online-Handel größer als im Ladengeschäft: 6 Prozent der Verbraucher planen, online mehr als 300 Euro auszugeben. Im klassischen Handel greifen aber nur halb so viele Menschen so tief in die Tasche, nämlich gerade einmal 2,8 Prozent.

Die dankbarsten Kunden für den Online-Handel sind die jüngeren Konsumenten. Unter den 25 bis 34 Jahre (82,4 Prozent) und 35 bis 44 Jahre (75,6 Prozent) alten Deutschen ist der Anteil der Verbraucher, die am Black Friday online einkaufen, nicht nur größer als in der Gesamtbevölkerung (63,5 Prozent). Sie sind auch spendabler: Der Anteil der Verbraucher, die online mehr als 300 Euro ausgeben, liegt bei den 25 bis 34-Jährigen bei 5,6 und bei den 35 bis 44-Jährigen sogar bei 7,6 Prozent und damit über dem Bevölkerungsdurchschnitt von 4,5 Prozent.

Der Grund hierfür ist simpel: Elektronikprodukte stehen bei jüngeren Verbrauchern hoch im Kurs. Eine Videospielkonsole möchte sich beispielsweise nur jeder sechste Deutsche (16 Prozent), aber jeder vierte 25 bis 34-Jährige (25,6 Prozent) zulegen. Und von den 35 bis 44-Jährigen plant jeder fünfte (18,6 Prozent) am Black Friday einen neuen Fernseher zu kaufen, während insgesamt nur 13,2 Prozent der Deutschen Produkte aus dem Bereich „TV und HiFi“ auf ihrem Einkaufszettel stehen haben.

Die Black Fridays der nächsten Jahre sind übrigens jeweils am:

•23. November 2018

•29. November 2019

•27. November 2020

•26. November 2021

•25. November 2022

•24. November 2023

•29. November 2024

•28. November 2025

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