Internet im 4. Quartal 2016

Deutschland bleibt Mittelmaß

Wie Akamai Technologies im State-of-the-Internet-Report berichtet, konnte Deutschland die durchschnittliche Verbindungsgeschwindigkeit gegenüber dem Vorjahresquartal zwar auf 14,6 MBit/s steigern, der Abstand zu Europas Spitzenreiter Norwegen (23,6 MBit/s) bleibt jedoch gewaltig.

Akamai Technologies sammelt über seine Akamai Intelligent Platform Daten, die Einblick in relevante Statistiken zur weltweiten Internetnutzung geben, und erstellt daraus seinen State of the Internet Report. Der Bericht für das 4. Quartal 2016 enthält u. a. Daten zu Verbindungsgeschwindigkeiten, Breitbandverbindungen, schwerwiegenden Internetstörungen, zum Status von IPv4-Verbindungen (Internet Protocol Version 4) und der Einführung von IPv6 (Internet Protocol Version 6).

Wachstumstrend in Europa hält an

Im Vergleich zum 4. Quartal 2015 haben sich die durchschnittlichen Verbindungsgeschwindigkeiten in allen untersuchten europäischen Ländern erhöht; lediglich in Russland gab es keine Veränderung zum Vorjahresquartal. In Litauen gab es mit 1,9 Prozent den geringsten Zuwachs, während Dänemark mit 29 Prozent den größten Anstieg verzeichnete.

Mit einem starken Zuwachs im Quartalsvergleich von 18 Prozent bei der durchschnittlichen Verbindungsgeschwindigkeit auf 23,6 MBit/s konnte Norwegen seine Spitzenposition unter den im 4. Quartal 2016 untersuchten europäischen Ländern halten.

27 der 31 untersuchten Länder verfügten im 4. Quartal über durchschnittliche Verbindungsgeschwindigkeiten von 10 MBit/s, im Vergleich zu 26 im vorherigen Quartal.

Breitbandverbindungen: Norwegen an Europas Spitze

In den weltweiten Top Ten bei der Verbreitung von Breitbandverbindungen mit mindestens 25 MBit/s waren sechs europäische Länder vertreten: Norwegen (Platz 2), Schweden (Platz 3), Dänemark (Platz 5), die Schweiz (Platz 6), Finnland (Platz 8) und Lettland (Platz 10). Dänemark (79 Prozent), die Schweiz (75 Prozent) und Norwegen (62 Prozent) konnten im Jahresvergleich einen beeindruckenden Zuwachs verzeichnen.

Norwegen hielt unter den europäischen Ländern mit 54 Prozent die Führungsposition bei der Verbreitung von Breitbandverbindungen mit 15 MBit/s. Zweitplatzierter wurde die Schweiz. In sieben anderen Ländern (Schweden, Dänemark, Niederlande, Finnland, Rumänien, Lettland und Belgien) erreichten mindestens 40 Prozent der eindeutigen IPv4-Adressen durchschnittliche Geschwindigkeiten von mehr als 15 MBit/s.

Mit einer Verbreitung von 73 Prozent konnte die Schweiz ihre Spitzenposition unter den untersuchten europäischen Ländern bei der Einführung von 10-MBit/s-Verbindungen zurückgewinnen und übertraf dabei die Niederlande, den Spitzenreiter des letzten Quartals. Alle 31 untersuchten europäischen Länder verzeichneten im 4. Quartal Zuwächse, wobei Kroatien die Verbreitungsrate für 10-MBit/s-Verbindungen im Jahresvergleich mehr als verdoppeln konnte (146 Prozent).

IPv6: Immer wieder Belgien

Im 4. Quartal 2016 waren fast 807 Mio. eindeutige IPv4-Adressen mit der Akamai Intelligent Platform verbunden, was einen Rückgang von 0,4 Prozent im Vergleich zum 4. Quartal 2015 bedeutet. Mit 6,4 Mio. zugeordneten Adressen im Gegensatz zu 16 Mio. im 3. Quartal fanden im 4. Quartal deutlich weniger IPv4-Zuordnungen statt.

Belgien konnte seine deutliche weltweite Führungsposition bei der IPv6-Einführung mit einem Anstieg von 20 Prozent gegenüber dem 3. Quartal 2016 halten. 47 Prozent seiner Dual-Stack-Inhaltsanfragen an Akamai erfolgten über IPv6.

Festnetz- und Mobilfunkanbieter waren nach wie vor für den Großteil der IPv6-Anfragen verantwortlich. In Europa lagen Telenet (Belgien), Kabel Deutschland und Sky Broadband (Großbritannien) vorne, da 65 Prozent, 53 Prozent und 50 Prozent ihrer Dual-Stack-Inhaltsanfragen in den jeweiligen Ländern über IPv6 erfolgten.

Ankündigungen versprechen positiven Trend

Die Europäische Kommission hat einen Europäischen Breitbandfonds (Connecting Europe Broadband Fund, CEBF) über 500 Mio. Euro angekündigt, mit dem die EU das Ziel erreichen will, bis 2025 allen Privathaushalten 100 MBit/s und allen Unternehmen 1 GBit/s bieten zu können.

Schweden hat seine Ziele bezüglich Breitbandgeschwindigkeit dahingehend erhöht, dass 98 Prozent der Bevölkerung bis 2025 mit Gigabit-Leitungen ausgestattet werden sollen. Die deutsche Regierung kündigte einen Vier-Phasen-Plan an, nach dem bis 2025 eine Gigabit-Infrastruktur aufgebaut werden soll. Phase 1 sieht eine generelle Abdeckung von 50 MBit/s bis 2018 vor. Die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom legte einen Vorschlag vor, mit dem die Universaldienstverpflichtung der Regierung erreicht werden soll, 10-MBit/s-Verbindungen bis 2020 zu ermöglichen.

Highlights aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

Im 4. Quartal 2016 erreichte Deutschland eine durchschnittliche Verbindungsgeschwindigkeit von 14,6 MBit/s; das entspricht einer Steigerung von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Im weltweiten Vergleich konnte die Bundesrepublik leicht auf Platz 25 zulegen; im 3. Quartal 2016 belegte man noch Platz 26. Auch innerhalb von Europa kletterte Deutschland von Platz 17 im 3. Quartal 2016 auf Platz 15.

Mit einer durchschnittlichen Verbindungsgeschwindigkeit von 21,2 MBit/s und einem Jahresplus von 27 Prozent belegte die Schweiz auch im 4. Quartal 2016 unter den Ländern der DACH-Region (Deutschland, Österreich und Schweiz) wieder den ersten Platz. In Europa bedeutete das Rang drei, weltweit Rang fünf. Österreich kam im 4. Quartal 2016 auf eine durchschnittliche Verbindungsgeschwindigkeit von 13,9 MBit/s, was einer jährlichen Zunahme von 13 Prozent entspricht. In der DACH-Region lag Österreich damit auf Platz drei, in Europa auf Platz 19 und im weltweiten Ranking auf Platz 30.

Der Anteil der Breitbandverbindungen mit mehr als 10 MBit/s machte in Deutschland im 4. Quartal 2016 genau 50 Prozent aller Internetverbindungen aus; im Vergleich zum Vorjahr legte er damit um 16 Prozent zu. Weltweit lag die Bundesrepublik mit diesem Wert auf Rang 30 und in Europa auf Platz 18. Die Schweiz brachte es im 4. Quartal 2016 auf eine Rate von 73 Prozent; das bedeutet einen Anstieg um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Weltweit belegte die Eidgenossenschaft damit den zweiten und in Europa den ersten Platz. In Österreich lag der Anteil der Breitbandverbindungen mit mehr als 10 MBit/s bei 45 Prozent und damit um 19 Prozent höher als noch im Vorjahr. Das entsprach Platz 35 im weltweiten und Platz 21 im Europa-Ranking.

Bei den Breitbandverbindungen mit mehr als 15 MBit/s brachte es die Schweiz auf einen Anteil von 54 Prozent bei einer Steigerung um 43 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Weltweit bedeutete das Platz drei und in Europa Platz zwei nach Norwegen. Deutschland erzielte einen Anteil von 30 Prozent – eine Steigerung um 34 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Auch Österreich konnte sich im 4. Quartal 2016 verbessern. Dort stieg der Anteil der Breitbandverbindungen mit über 15 MBit/s im Vergleich zum Vorjahr um 33 Prozent und lag damit bei 25 Prozent.

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