Digital ist besser

Die Digitalisierung der Alltagswirklichkeit

Als Buzzwort zieht „Digitalisierung“ weite Kreise. Microsoft-Manager Robin Wittland erläutert seine Perspektive auf diese Entwicklung und die konkreten Folgen.

ITB: Das Schlagwort „Digitalisierung“ geht um, als ob in den Unternehmen hierzulande kaum EDV eingesetzt wird. Ist damit nicht eher Effizienzsteigerung am Arbeitsplatz gemeint?

Wittland: Deutsche Unternehmen sind von den Vorteilen der Digitalisierung überzeugt und auch bereit, in entsprechende Technologien zu investieren. Es geht heute weniger um Aufklärung, sondern um die Bereitschaft, nach individuell passenden Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit zu suchen. Globale Cyber-Angriffe, veränderte Erwartungshaltungen bei Mitarbeitern und ein dynamischer IT-Markt treffen nicht selten auf überforderte IT-Lösungen. Um in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben, sollten Firmen ein einheitliches IT-Konzept verfolgen und strategisch investieren. Gerade drei Faktoren sorgen dabei für mehr Effizienz im digitalen Zeitalter: IT-Sicherheit, Hard- und Softwarelösungen sowie Tools für eine flexiblere IT-Verwaltung. Unternehmen brauchen den Mut, die eigene Prozesstreue zu hinterfragen, um den digitalen Wandel zu gestalten.

ITB: Digitalisierung wird häufig mit Verlust vieler Arbeitsplätze in einer Volkswirtschaft in Verbindung gebracht, während andernorts das Hauptaugenmerk auf den kommenden „War for Talents“ gelegt wird. Kann es sein, dass hier beide Seiten etwas übertreiben?

Wittland: Große Veränderungen führen nicht selten zu großen Ängsten. Faktisch ist die Digitalbrache mittlerweile zum größten industriellen Arbeitgeber in Deutschland aufgestiegen. Der digitale Wandel ist allgegenwärtig. Arbeitgeber und -nehmer aber auch die Politik sind heute gefragt, eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung anzunehmen. Natürlich führt der technologische Fortschritt im Privaten auch zu einer veränderten Erwartungshaltung im Beruflichen. Arbeitnehmer wünschen sich mehr Autonomie und Souveränität bei den Themen wie sie arbeiten, wann sie arbeiten und wo sie arbeiten. Mobile Arbeitsweisen werden so immer mehr zum Schlüsselargument beim „War for Talents“.

ITB: Auch in der IT-Verwaltung soll sich im Zuge des digitalen Wandels viel verändern. Welche Marschrichtung wird hier eingeschlagen?

Wittland: Simplifizierung wird zum neuen Leitmotiv der IT. Um Mitarbeiter zu mobilisieren, müssen Prozesse rund um die IT-Verwaltung deutlich vereinfacht werden. Moderne Technologien erlauben dabei gleichzeitig die Kosten zu minimieren und die Sicherheit zu verbessern.

ITB: Der Post-Breach-Security-Ansatz soll die Herangehensweise in Sachen IT-Sicherheit verändern. Was ist das und wie stehen Sie dazu?

Wittland: Praktisch jedes Unternehmen muss heute davon ausgehen, angegriffen zu werden. Obwohl die Anzahl der Angriffe und die Komplexität der Bedrohungen gestiegen ist, setzen viele große Unternehmen immer noch auf Anti-Malware-Lösungen gegen Massenangriffe, die sich im Wesentlichen auf die Schutzfunktion der eigenen Endpunkte beschränken. Ein strategischer Fehler, denn moderne Angreifer umgehen diese Maßnahmen nicht nur, sie setzen gar keine Malware ein. Sie setzen vor allem auf Social-Engineering-Verfahren und verschaffen sich so direkt über die Benutzer Zugriff auf sensible Daten und Berechtigungen. Aus diesem Grund können sich Unternehmen zukünftig nicht mehr nur auf vorbeugende Maßnahmen verlassen. Vielmehr müssen Firmen ihre Sicherheitsstrategien anpassen: von ausschließlich präventiven Maßnahmen (Pre-Breach) hin zu Ansätzen, welche auch den Umgang mit bereits erfolgten Angriffen in den Fokus stellen (Post-Breach).

ITB: Wie wird sich das Arbeiten im Büro grundsätzlich ändern?

Wittland: Der Arbeitsplatz der Zukunft ist kein fester Ort. Er ist vernetzt und mobil. Er bietet geräte- und ortsunabhängig einen sichereren Zugriff auf relevante Daten und Dokumente. Individuell zusammengestellte IT-Lösungen ersetzen künftig pauschale Arbeitsplatz-Ausstattungen wie das gewohnte Dreigestirn aus Schreibtisch, Desktop-PC und Telefon. Software-Lösungen wie Windows 10 stehen in der Verantwortung, Wissensarbeitern eben die Tools und Services an die Hand zu geben, welche diese für die produktive und mobile Teamarbeit benötigen. Außerdem steigt mit der fortschreitenden Digitalisierung des Arbeitsplatzes auch die Bedeutung der IT innerhalb des Unternehmens.

ITB: Was bedeuten die genannten Trends für IT-Systemhäuser und ihre Wertschöpfungsmöglichkeiten?

Wittland: Künftig wird es vermehrt darum gehen, Firmenkunden individuell passende IT-Lösungen anzubieten anstatt einzelne Produkte. Microsoft bietet seinen Kunden beispielsweise mit Microsoft 365 eine einheitliche Lösung für den modernen Arbeitsplatz: Ganz nach dem Baukastenprinzip erhalten Unternehmen Office 365, Windows 10 sowie Enterprise Mobility und Security aus einer Hand. Mit der intelligenten Lösung stellen sich Betriebe ihren modernen Arbeitsplatz individuell passend zusammen, stärken die Teamarbeit durch moderne Tools und wappnen sich damit für die Anforderungen einer vernetzten Welt.

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