Technik kurz erklärt

Die Entwicklung des Space Shuttles

Enterprise war der Name des ersten experimentellen, teilweise wiederverwendbaren Raumflugzeugs der NASA. Der Bau der Enterprise begann am 4. Juni 1974 und sollte am 17. September 1976 – am Constitution Day – der Öffentlichkeit mit dem offiziellen Namen "Constitution" vorgestellt werden.

Fans der TV-Serie "Raumschiff Enterprise" starteten allerdings eine so überwältigende Briefkampagne, dass der Kongress der Vereinigten Staaten beschloss, den Test-Orbiter nach dem Raumschiff aus der beliebten Fernsehserie zu benennen.

Bis zum September 1987 wurden insgesamt sechs Space Shuttles gebaut – neben der Enterprise die Columbia, Challenger, Discovery, Atlantis und Endeavour. Ursprünglich waren die Schiffe für eine Einsatzdauer von 100 Starts oder 10 Jahren geplant – letzteres wurde allerdings bis 2011 verlängert.

Die Besonderheit aller Orbiter war, dass sie über Konstruktionselemente und Fähigkeiten sowohl einer Rakete als auch eines Flugzeugs verfügten, sodass sie vertikal starten und dann segelnd ohne Antrieb landen konnten. Die dreiteilige Konstruktion bestand aus dem dreistöckigen, 65,8 m³ großen Mannschaftsraum mit Flugdeck, der 18,38 m langen und 4,57 m breiten Ladebucht, den Tragflächen und der Triebwerke.

Der Aufbau des Space Shuttles

Im hinteren Teil des Space Shuttles befanden sich die Haupttriebwerke, die während des Starts für Schub sorgten. Die Haupttriebwerke wurden während des achtminütigen Aufstiegs ins All eingesetzt und dabei mit flüssigem Wasserstoff und Sauerstoff aus dem Außentank versorgt. Nach dem Abschalten und Abtrennen des Tanks konnten die Triebwerke während der Mission nicht erneut gezündet werden. Für Manöver im Weltall war der Orbiter mit 46 kleinen und mittleren Triebwerken ausgestattet, die mit hypergolen (zweikomponentigen) Treibstoffen betrieben wurden.

Seine Doppeldelta-Flügel für den atmosphärischen Missionsanteil waren 18 m lang und das Höhenleitwerk des Shuttles war um 45° nach hinten geschwenkt und enthielt ein Seitenruder, das geteilt werden konnte, um als Luftbremse zu wirken. Das Höhenleitwerk enthielt auch ein zweiteiliges Schleppfallschirmsystem, um den Orbiter nach der Landung abzubremsen. Der Orbiter verwendete ein Einziehfahrwerk mit einem Bugfahrwerk und zwei Hauptfahrwerken, die jeweils zwei Reifen enthielten. Das Hauptfahrwerk enthielt jeweils zwei Bremsbaugruppen, und das Bugfahrwerk enthielt einen elektrohydraulischen Lenkmechanismus.

30 Jahre Space Shuttle

Im Zuge des Space-Shuttle-Programms flogen die Shuttles vom 12. April 1981 bis zum 21. Juli 2011. Während des gesamten Programms gab es 135 Space-Shuttle-Missionen, von denen 133 sicher zurückkehrten. Das Space Shuttle wurden während seiner gesamten Laufzeit für die wissenschaftliche Forschung eingesetzt, aber auch mit kommerziellen und militärischen Nutzlasten bestückt. Es war am Bau und Betrieb der Raumstationen Mir und ISS beteiligt.

Das Space Shuttle war das in dieser Zeit einzige US-Raumschiff zum Start von US-Astronauten – nach dem Beenden des Space-Shuttle-Programms musste die NASA neun Jahre lang auf die Dienste der russischen Raumfahrtbehörde zurückgreifen, wollten sie zur ISS fliegen. Erst kürzlich gelang es wieder, Astronauten von US-amerikanischem Boden aus zur ISS zu fliegen: Am 30. Mai 2020 flog das Crew Dragon Raumschiff mit zwei Astronauten an Bord erfolgreich zur ISS. Das völlig neu konstruierte Raumschiff stammt jedoch nicht mehr von der NASA, sondern von der kommerziellen Raumfahrtfirma Space X.

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