Umfrage von Stack Overflow

Die Herausforderung, Softwareentwickler zu finden

Die Entwickler-Community Stack Overflow stellt seine IT-Recruiter-Studie 2017 vor. Dabei geht es um die Suche nach Mitarbeitern und die damit verbundenen Schwierigkeiten sowie Methoden.

Im vergangenen Jahr fehlten rund 51.000 Fachkräfte im Informations- und Telekommunikationstechnik (ITK)-Bereich. Das spiegelt auch die IT-Recruiter-Studie 2017 von Stack Overflow wider: 41 Prozent der Befragten sagten aus, dass sie nicht ausreichend Kandidaten finden oder sich definitiv mehr Auswahl wünschen (54 Prozent). Am häufigsten suchen Recruiter derzeit Full-Stack Webentwickler Java (47 Prozent), Webentwickler Backend (44 Prozent) und Webentwickler Frontend (37 Prozent).

Im ersten Halbjahr konnten fast die Hälfte der Befragten (knapp 44 Prozent) „0 - 5 Entwickler“ einstellen. Weitere 22 Prozent haben sogar zwischen fünf und zehn Entwickler eingestellt. Spitzenwerte wie zum Beispiel mehr als 50 Neueinstellungen erreichten aber nur drei Prozent der Unternehmen. Zu dieser Entwicklung hieß es von Befragten, dass sie gerne viel mehr Experten einstellen wollen, da ihr Arbeitspensum und die Projektlast hoch sind. Nur würden sie nicht ausreichend passende Kandidaten finden.

Aktiv suchen

Die Studie zeigt zudem, dass lediglich neun Prozent der Entwickler, wenn überhaupt, nur für kurze Zeit aktiv auf Jobsuche sind. 14 Prozent fanden ihren derzeitigen Job auf einem Jobportal. Die Studie „Entwicklerlandschaft in Deutschland 2017“ von Stack Overflow brachte hervor, dass 60 Prozent der bereits angestellten Entwickler offen für neue Karrierechancen sind – man muss sie nur richtig ansprechen und überzeugen.

Dieses sogenannte „Active Sourcing“ ist die wichtigste Methode, um freie Stellen zu besetzen. Das sagten auch 39 Prozent der Teilnehmer der IT-Recruiter-Studie, für die diese Strategie mehr als die Hälfte ihrer Recruiting-Maßnahmen ausmacht. Das Besondere bei dieser Methode ist vor allem für kleinere Unternehmen (bis 250 Mitarbeiter) bedeutend. So machen für 48 Prozent der kleineren Unternehmen – also Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern – Active-Sourcing-Maßnahmen mehr als die Hälfte der Recruiting-Maßnahmen aus, während nur für 28 Prozent der Unternehmen mit über 250 Mitarbeitern Active Sourcing die Hälfte der IT-Recruiting-Maßnahmen ausmacht.

International suchen

Durch zu wenig passende Kandidaten sind deutsche Unternehmen auf einen internationalen Talent-Pool angewiesen. 36 Prozent der Teilnehmer sagten aus, dass sie ausschließlich in Deutschland suchen und 26 Prozent, dass sie den deutschsprachigen Raum einbeziehen. Nur 14 Prozent schauen sich in der EU um und 24 Prozent sind weltweit auf der Suche nach neuen Programmierern.

Im Prozess der Mitarbeitergewinnung spielt das „Employer Branding“ eine wichtige Rolle. 96 Prozent der Befragten finden es mindestens „wichtig“.

Aufbau einer Arbeitgebermarke

Gefragt nach den am stärksten genutzten Kanälen für den Aufbau einer Arbeitgebermarke sind die Spitzenreiter Karriereseite und Social-Media-Kanäle, während Events, Vorträge und firmeneigene Blogs noch nicht ausreichend genutzt erscheinen. Viele Teilnehmer der Umfrage haben das auch erkannt und wollen verstärkt Events und Vorträge zum Aufbau ihrer Arbeitgebermarke nutzen.

„Employer Branding – das bedeutet schlicht und einfach zunächst einmal ein guter Arbeitgeber für Entwickler werden – und dann möglichst viel darüber reden. Wichtiger als der Kanal ist aber selbstverständlich der Inhalt,“ stellt Stefan Schwarzgruber, Country Manager DACH bei Stack Overflow, fest. „Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter motivieren nach außen zu kommunizieren und bei Vorträgen über sich, ihre Arbeit und ihren Arbeitgeber zu sprechen. Zufriedene Mitarbeiter, die das auch zeigen, sind die beste Werbung.“

HR-Analytics

Bei der Auswahl der richtigen Strategie hilft Stack Overflow zufolge eine neue Entwicklung: HR-Analytics. Dabei werden die Prozesse und Ergebnisse mithilfe von Zahlen abgebildet, um so den effizientesten Weg zur Mitarbeitergewinnung zu finden. Kosten-Nutzen und Zeitaufwand sollen so gering wie möglich sein und schnell die vakanten Sitzplätze im Büro füllen.

Dabei sind die Top 3 der am häufigsten gemessenen Werte die Anzahl der Bewerbungen, die Zeit, die bis zur Neueinstellung verstreicht sowie die Anzahl der Clicks auf eine Stellenausschreibung. Rund 60 Prozent der Befragten nutzen zumindest teilweise HR-Analytics. Was bedeutet, dass 40 Prozent derzeit noch nicht ausreichend quantifizieren können, welche Kanäle am effektivsten und effizientesten bei der Entwicklersuche sind.

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