Umsetzung scheitert oft

Digitalisierung lässt neue Geschäftsmodelle entstehen

In der Metall- und Elektroindustrie wurden Führungskräfte zu den Synergien zwischen Produktivitätsmanagement und Digitalisierung befragt. Vielfach werden die Möglichkeiten der Digitalisierung nicht genutzt.

Das Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa) befragte 74 Fach- und Führungskräfte aus Unternehmen der deutschen Metall- und Elektroindustrie, wie Produktivitätsmanagement in ihren Unternehmen umgesetzt und wie dieses durch die Digitalisierung unterstützt wird.

„Strategisch gesehen, erwarten die befragten Unternehmen bis zum Jahr 2025 einen Produktivitätsgewinn durch die Digitalisierung von durchschnittlich 32 Prozent“, fasst Marc-André Weber, wissenschaftlicher Experte der ifaa die Ergebnisse zusammen. Produktivitätsmanagement nimmt eine wichtige Rolle in den befragten Unternehmen ein. Bereits heute nutzen sie die Möglichkeiten der Digitalisierung intensiv bei der Prozessentwicklung.

Gemessen wird Produktivität von den meisten mit Hilfe von Kennzahlen. Diese werden regelmäßig einem Soll-Ist-Abgleich unterzogen. Auf dieser Grundlage werden zielgerichtete Maßnahmen abgeleitet, um die Produktivität zu erhöhen. „Mittels Produktivitätsmanagement konnten die Betriebe in den vergangenen Jahren vor allem Durchlaufzeiten verkürzen, aber auch Prozesskosten und die Zahl meldepflichtiger Unfälle reduzieren“, erklärt Weber.

Gewünscht: Best-Practice-Beispiele

Neben dem von den Unternehmen erwarteten Produktivitätsgewinn, gäbe es beachtliches Entwicklungspotenzial bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle in Verbindung mit der Digitalisierung. Dabei bräuchten die Unternehmen allerdings Unterstützung bei den Themen Industrie 4.0, Prozessoptimierung und Produktivitätsstrategien. Gewünscht werden hier konkrete Best-Practice-Beispiele, an denen sich Unternehmensvertreter orientieren können.

Als positiv bewertet wurde von den Unternehmen der Einsatz von Software, welche die Datennutzung vereinfacht. Eine Visualisierung der Daten sei zudem benutzerfreundlicher. Zusammenhänge seien so einfacher zu erkennen.

Dennoch stellte sich bei der Befragung heraus, dass nur Dreiviertel der Befragten die Digitalisierung zur Prozessverbesserung nutzen. Neue Geschäftsmodelle aufgrund der Digitalisierung werden nur bei knapp 40 Prozent entwickelt.

Autor: Sarah Gandorfer

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